(11.4.2019) Mozart hat seine Kugeln, Bach hatte die „Leipziger Bachpfeiffen“ und bekommt nun eine neue  Süßigkeit: Bachs Kaffeetafel. Die hochwertige Schokoladentafel ist in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen nur im Thomasshop und in einer Leipziger Kaffeerösterei erhältlich. Wie mitgeteilt wurde, handelt es sich um ein „Meisterwerk sächsischer Chocolatierkunst“. Seit Bachs 334. Geburtstag am 21. März 2019 sind die farbenfrohen Tafeln in den drei leckeren Sorten Vollmilch mit Kaffee, Zartbitter mit Kaffee und Zartbitter mit Kaffeekrokant zu je 5,90 Euro im Thomasshop neben der Thomaskirche und im Onlineshop (www.thomaskirche.org/shop) zu haben. Wie heißt es doch in der Kaffeekantate BWV 211: „Ei! wie schmeckt der Coffee süße / Liebliche als tausend Küsse / Milder als Muskatenwein, / Coffee, Coffee muss ich haben …“

(12.4.2019) Der Organist und Komponist Ernst-Ulrich von Kameke ist am 9. April 2019 in Großenaspe bei Neumünster gestorben. Eine Lebensreise in Dur und Moll – so der Titel seiner Autobiografie – ist damit zu Ende gegangen. 1926 geboren, trat er nach dem Studium in Berlin, Erlangen und Heidelberg und ersten Anstellungen in Eberbach und Düsseldorf das 1959 Kantoren- und Organistenamt der Hamburger  Hauptkirche St. Petri an, das er – bald als Kirchenmusikdirektor und parallel zu seiner Tätigkeit als Professor für Orgel an der Hochschule für Musik – 32 Jahre lang innehatte. In zahlreichen Konzertreisen durch Europa, Asien, Süd- und Nordamerika erwarb er sich als Organist und als Leiter des Hamburger Bachchores St. Petri auch international einen beachteten Ruf. Nach seiner Pensionierung 1991 gründete von Kameke die „Musik-Akademie für Senioren“ und organisierte für sie alljährlich rund 30 Fortbildungsseminare. Im Jahre 2000 wurde Ernst-Ulrich von Kameke mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. In seinem über 300 Kompositionen umfassenden Œuvre ragt das Oratorium In Tyrannos – Moabiter Requiem für drei Chöre und großes Orchester (UA Berlin 1998) hervor, das an den Widerstand im Dritten Reich erinnert und Passagen aus Hitlers Mein Kampf Zitate von Widerstandskämpfern und Opfern gegenüberstellt. Die Kirchenmusik sei etwas, das „das Himmlische mit dem Menschen vereint“, hat Kameke einmal gesagt. (Sven Hiemke)

 

(10.4.2019) Philipp Ahmann kehrt ab Januar 2020 zunächste für vier Jahre als Künstlerischer Leiter zum MDR-Rundfunkchor zurück. Dem Chor ist er schon seit langem verbunden, u. a. als Erster Gastdirigent. Der 44-Jährige folgt damit auf Risto Joost, dessen Amtszeit im Sommer 2019 endet. Ahmann war bereits von 2013 bis 2016 als Erster Gastdirigent des MDR-Rundfunkchors tätig, von 2008 bis 2018 leitete er den NDR Chor in Hamburg. Das Antrittskonzert von Philipp Ahmann ist am 24. Januar 2020 ein Nachtgesang in der Leipziger Peterskirche. (Foto: Andreas Lander / MDR)

(5.4.2019) Leipzig ist vom 30. April bis zum 3. Mai 2020 Austragungsort des Deutschen Chorfests 2020 online anmelden. Der Deutsche Chorverband lädt zu dem zentralen Großereignis der Chorszene alle vier Jahre tausende Sängerinnen und Sänger zu wechselnden Austragungsorten ein. Am Chorfest teilnehmen können Chöre und Vokalensembles aller Genres und Besetzungen – vom Kinderchor bis zum Männergesangverein, von der Kantorei bis zur Vocal Band. Alle angemeldeten Ensembles erhalten Gelegenheit, mit ihren eigenen Programmen in renommierten Konzertsälen und Kirchen der Stadt aufzutreten, und können zudem bei einem Chorwettbewerb antreten oder in sozialen Einrichtungen und Gottesdiensten singen. Eine Anmeldung zum Chorfest ist für alle Chöre und Ensembles online bis zum 31. Oktober 2019 unter www.chorfest.de möglich.

(4.4.2019) Die Hochschule für Kirchenmusik der Badischen Landeskirche in Heidelberg hat zusammen mit der Popakademie Mannheim das neue Popinstitut Kirchenmusik gegründet. Es bietet einen viersemestrigen Masterstudiengang „Master of Music – Popularkirchenmusik“ an. Der erste Studiengang startet im Herbst 2019, Bewerbungen sind bereits möglich. www.popinstitut-kirchenmusik.de

(3.4.2019) Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums hat das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, ein neues Kompendium „Musikleben in Deutschland“ herausgebracht, das auf 620 Seiten Hintergrundwissen und Daten zur Musikkultur in Deutschland bündelt. In 22 Beiträgen beschreiben Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Kulturpolitik und Musikpraxis gegenwärtige Strukturen und jüngste Entwicklungen des Musiklebens in seinen zentralen Bereichen und liefern so eine umfassende Bestandsaufnahme des Musiklands Deutschland. Den Artikel über Kirchenmusik hat Meinrad Walter (Freiburg), Mitherausgeber von Musik & Kirche, verfasst. Die Publikation ist gegen eine Versand- und Servicepauschale in Höhe von 10,– Euro (Inland) bzw. 14,50 Euro (EU-Ausland) zu bestellen. – www.miz.org

(2.4.2019) Die Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth schreibt erstmals einen Gospelsong-Wettbewerb aus. Gesucht werden Lieder mit drei- oder vierstimmigen Chorsätzen, die für Laienchöre gut umsetzbar sind. Ein theologischer Bezug im verwendeten Text ist Voraussetzung und die charakteristische Gospelstilistik muss erkennbar sein. Jeder Autor kann ein Lied einreichen. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2019, die Preisverleihung findet am 17. November 2019 im Rahmen des 4. Gospelworkshops der Hochschule in Bayreuth statt. Info: www.hfk-bayreuth.de

(2.4.2019) Vom 9. bis 11. Januar 2020 findet zum 22. Mal der Orgelwettbewerb um den Bachpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden statt. Teilnehmen können junge Organisten aller Nationen, die nach dem 1. Januar 1990 geboren wurden. Die Jury besteht aus Guy Bovet (Genf), Bine Bryndorf (Kopenhagen), Wolfgang Capek (Wien) und Stefan Viegelahn (Frankfurt). Anmeldeschluss ist der 1.11.2019, Ausschreibung: www.bach-wiesbaden.de/wettbewerb.htm (Foto: Klais-Orgel in der Lutherkirche Wiesbaden)

(30.3.2019) Beim Internationalen Kompositionswettbewerb „Musica Sacra Nova“ wurden folgende Preise vergeben: Kategorie A (Chormusik a cappella über einen geistlichen lateinischen Text bis zu 16 Stimmen): 1. Preis: Michal Malec (Polen) für O vos omnes, 2. Preis: Beata Juchniewicz (Litauen) für Lacrimosa, 3. Preis: Jakub Szafranski (Polen) für O vos omnes. In der Kategorie  B (liturgische Komposition für max. 4 bis 6 Stimmen mit Orgelbegleitung ad libitum): 1. Preis: Katarzyna Danel (Polen) für Missa simplex: pro quacumque, 2. Preis: Aleksander Jan Szopa (Polen) für De profundis, 3. Preis: Carles Prat Vives (Spanien) für Jubilate Deo. Teilgenommen haben 44 Komponistinnen und Komponisten aus acht Ländern. Die Uraufführung der Werke der Kategorie A erfolgt am 24. Mai in Tschenstochau durch den Polnischen Kammerchor, die Uraufführung der Werke der Kategorie B am 15. Juni 2019 in der Abtei Brauweiler durch den Chor „Jaunas Muzica“ aus Vilnius unter Leitung von Vaclovas Augustinas.

(29.3.2019) Wolfram Adolph, evangelischer Theologe, Musikwissenschaftler, Autor und Herausgeber, ist am 20. März 2019 überraschend im Alter von 55 Jahren in Saarbrücken verstorben. Er war Gründungsherausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift organ – Journal für die Orgel. Wolfram Adolph war ein Liebhaber vor allem des Französischen: der Musik, der Orgeln, nicht zuletzt der französischen Küche. Wolfram Adolph war Initiator und langjähriger Projektleiter diverser Orgelfestivals (Kultursommer Rheinland-Pfalz, Institut Français in Mainz, Frankfurt u. a.), er begründete die Wormser Domkonzerte sowie die Internationalen Mannheimer Schlosskonzerte. Er war ferner Präsident des Louis-Vierne-Instituts (Saarbrücken/Paris) sowie Leiter des 1994 von ihm gegründeten Labels IFO classics, auf dem bis heute rund 200 zum Teil preisgekrönte Titel mit internationalen Interpreten publiziert wurden. Mehrere Werke internationaler Komponisten sind ihm persönlich gewidmet. Als Publizist und Referent war Wolfram Adolph im In- und Ausland gefragt.

(28.3.2019) Samuel Cosandey (Foto: Angela Wagner) aus der Schweiz hat den ersten Kompositionswettbewerb Orgel der Stiftsmusik Stuttgart für seine Komposition „… Sommerzeit?“ gewonnen. Den 2. Preis erhält Günter Berger für seine „Sinfonische Rhapsodie“. Beide Werke kommen am 29. Juni 2019 beim Stiftsmusikfest zur Uraufführung. Außerdem hat die Jury drei weitere Werke ausgewählt, die ebenfalls beim Preisträgerkonzert uraufgeführt werden. Das sind: „Figment for Organ“ von Jean François de Guise, „Organum supra Te Deum“ von Jan Lehtola aus Finnland sowie „Orgelwerk II Prelude – Finale“ von Michael Phillips aus Großbritannien. Gefragt war ein Werk für Orgel solo von maximal 10 Minuten Dauer, dem ein Cantus firmus freier Wahl zugrundeliegt. Die Jurymitglieder Daniel Glaus, Jon Laukvik, Axel Ruoff und Gunnar Idenstam haben 44 Einsendungen ausgewertet.

(25.3.2019) Christian Heiß (* 1967) wird neuer Domkapellmeister in Regensburg und damit Chef der weltberühmten Regensburger Domspatzen. Er hat sich unter  40 Bewerberinnen und Bewerbern durchgesetzt. Heiß tritt im Herbst die Nachfolge von Roland Büchner an, der nach 25 Jahren in den Ruhestand tritt. Heiß ist selbst ehemaliger Domspatz und studierte nach dem Abitur die Hauptfächer Kirchenmusik und Orgel bei Franz Lehrndorfer an der Musikhochschule München. Seine Studien beendete er mit dem Kirchenmusik-A-Diplom und dem Meisterklassendiplom in Orgel. Ab 1999 war er Domorganist in Eichstätt und wechselte 2002 in der Nachfolge von Wolfram Menschick in das Amt des Eichstätter Domkapellmeisters. In dieser Funktion leitet er die Chöre der Eichstätter Dommusik (Domchor, Schola Gregoriana und Jugendkantorei). Zudem trägt er als Diözesanmusikdirektor und Leiter des Amtes für Kirchenmusik die Verantwortung für die diözesane Kirchenmusik im Bistum Eichstätt. Christian Heiß spielt regelmäßig Orgelkonzerte und komponiert Chorwerke. (Foto: Christian Klenk)

(21.3.2019) Die Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) plant für das akademische Jahr 2019/20 eine Aus- und Fortbildung für Orgelsachverständige in Heidelberg. Ein Gesamtkurs gliedert sich in vier Werkwochen zwischen September 2019 und März 2020. Der Kurs wendet sich an designierte und an bereits amtierende Orgelsachverständige sowie an Dekanats- und Regionalkantoren. Weitere Informationen unter www.orgelexperte.de

(20.3.2019) Der Knabenchor „capella vocalis“ aus Reutlingen schreibt 2019 zur Förderung der zeitgenössischen Chormusik erstmals einen Kompositionswettbewerb aus. Gesucht wird ein Werk für Chor zu drei Stimmen (SSA) oder Chor zu vier Stimmen (SATB), das Verwenden eines Begleitinstrumentes (nur Orgel oder Klavier erlaubt) ist möglich. Ebenso können solistische Passagen für Knabensopran und/oder Altus Verwendung finden. Die Nutzung eines vorgegebenen Textes ist angedacht, alternativ können aber auch andere geistliche Texte in Deutsch, Latein oder Englisch verwendet werden. Die Komposition soll einen leichten bis maximal mittleren Schwierigkeitsgrad aufweisen und eine Länge von 4 bis 5 Minuten nicht überschreiten. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2019. Ausführliche Ausschreibung: capella-vocalis.de

(26.2.2019) Martin Mautner (* 1964) ist bereits seit September 2018 neuer Rektor der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg und damit Nachfolger von Bernd Stegmann. Das Studium der Theologie schloss Mautner 1991 ab, die Promotion an der Theologischen Fakultät an der Universität Heidelberg im Bereich der Theologischen Bach-Forschung erfolgte 1995. Seit 2001 ist er Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg im Fach Hymnologie, seit 2008 lehrt er dort alle weiteren theologischen Fächer. Neben seiner Tätigkeit als Rektor ist Mautner Lehrbeauftragter der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg und Vorsitzender des Gustav-Adolf-Werks (GAW).

(25.2.2019) Am 24. Februar ist der Frankfurter Dichterpfarrer Lothar Zenetti nach langer Krankheit kurz nach seinem 93. Geburtstag in Frankfurt gestorben. Mit seinen Liedern, Gebeten und Gedichten hat er die geistliche Landschaft der vergangenen 50 Jahre nachhaltig mit geprägt. Sein musikalisches und poetisches Werk hat ihn weit bekannt gemacht. Zenettis Lieder, seine Texte zur Meditation, zum Bibelverständnis und zum politisch-sozialen Auftrag der Christen haben Generationen von deutschen Christen beeinflusst. Sie finden sich in Gesang- und Gebetbüchern: im EG die Nummern 226, 382, 551, 552, 574, 579, 651 und im „Gotteslob“ die Nummern 209, 210, 462 und 490. Einer seiner berühmtesten Texte, „Was keiner wagt, das sollt ihr wagen“, wurde von dem Sänger Konstantin Wecker gesungen. Zenetti hat fast 30 Lyrikbände veröffentlicht. Auch den niederländischen Lyriker und Theologen Huub Oosterhuis hat er übersetzt, etwa das bekannte Gedicht „Ich steh vor dir mit leeren Händen Herr“. Lothar Zenetti wurde am 6. Februar 1926 in Frankfurt geboren. Er studierte Theologie unter anderem als Kriegsgefangener im Stacheldrahtseminar bei Chartres, das von Abbé Franz Stock geleitet wurde. Dort hat er auch den Kreuzweg in der Kapelle des Seminars gestaltet, von dem heute noch einige Bilder im Original erhalten sind. Die Priesterweihe empfing Zenetti 1952 im Limburger Dom. Nach Stationen als Kaplan im Westerwald, Taunus und Wiesbaden kehrte Zenetti 1962 als Jugendpfarrer nach Frankfurt zurück. 1969 wurde er Pfarrer in St. Wendel in Sachsenhausen von 1976 bis 1982 war er Dekan im Dekanat Frankfurt-Süd. Von 1982 bis 1990 war er katholischer Rundfunkbeauftragter beim Hessischen Rundfunk.

(19.2.2019) Vom 8. bis 13. September 2019 findet an der Stahlhuth-Orgel in St. Martin Dudelange (Luxemburg, Foto) der 7° Concours international d'orgue de Dudelange statt. Er ist offen für Bewerber, die nach dem 1.9.1984 geboren wurden. Info/Anmeldung (bis 15.7.2019) unter www.orgue-dudelange.lu. Anschließend an den Wettbewerb werden Meisterkurse mit den Jurymitgliedern Bernard Foccroulle, Paul Breisch, Kay Johannsen und Monica Melcova angeboten.

(29.1.2019) Der französische Organist Jean Guillou ist im Alter von 88 Jahren in Paris verstorben. Guillou wurde am 18. April 1930 in Angers geboren. Er brachte sich das Klavier- und Orgelspielen selbst bei und wurde bereits mit zwölf Jahren Organist der Kirche Saint-Serge seiner Heimatstadt. 1945 begann er ein Studium am Pariser Konservatorium bei Marcel Dupré, Maurice Duruflé und Olivier Messiaen. Zwischen 1955 und 1958 unterrichtete er selbst als Professor für Orgel am Pontificio Instituto de Música Sacra in Lissabon. Danach lebte er für einige Jahre in Berlin. 1963 wurde Guillou zum Titularorganisten von Saint-Eustache in Paris ernannt. Zwischen 1970 und 2005 war er bei den jährlich stattfindenden Zürcher Meisterkursen als Lehrer für Künstlerisches Orgelspiel und Improvisation tätig. Er trat außerdem weltweit als Konzertorganist und Improvisator auf und gab Klavierkonzerte. Er engagierte sich im Orgelbau, erstellte Transkriptionen von Orchester- und Klavierwerken für die Orgel, darunter Werke von Händel, Liszt, Mozart, Tschaikowsky, Bach und Vivaldi. 2010 erhielt er für sein Schaffen den französischen Verdienstorden der Ritter der Ehrenlegion, jedoch lehnte er die Auszeichnung ab. 2015 wurde er Honorarprofessor der Hochschule für Musik Saar. Jean Guillou starb am 26. Januar 2019 in Paris. Ein Nachruf folgt in MuK 3/2019. (Foto: HfM Saar)

(29.1.2019) Der große Branchentreff der Chorszene kommt nach Hannover: Vom 12. bis zum 15. September 2019 lädt der Deutsche Chorverband zur chor.com in die UNESCO City of Music Hannover im Musikland Niedersachsen ein. Die chor.com bringt seit 2011 als Kongress, Ausstellung, Dialogforum und Konzertfestival alle zwei Jahre die Akteurinnen und Akteure der Chorlandschaft zusammen. Sie ist bundesweit der einzige Branchentreff für die wachsende und vitale Vokalmusikszene, der Chorleiter, Chormanager, Verleger, Produzenten, Komponisten, Arrangeure und andere Fachleute vernetzt und ihnen zugleich den Blick über den Tellerrand ermöglicht. Nicht nur die Grenzen zwischen U- und E-Musik sowie einzelnen Genres und Sparten, sondern auch zwischen Profis und Amateuren sowie Musiker und Publikum hebt die chor.com auf.
Die chor.com ist dabei ein Dreiklang aus Workshops, Konzerten und Forum. Das Herzstück der chor.com sind mehr als 150 Workshops, Masterclasses, Coachings und Reading Sessions. Jede chor.com bietet außerdem sowohl den Fachteilnehmern als auch interessierten Konzertbesuchern ein hochkarätig besetztes Vokalmusikfestival mit rund 30 Konzerten in den Konzertsälen, Kirchen und Clubs der Stadt. Im chor.com-Forum sind alle Fachteilnehmer und Besucher zu Diskussionen, Präsentationen und Offenen Singen eingeladen. Im Ausstellerbereich präsentieren über 80 internationale Noten- und Musikverlage, CD-Labels, Technikanbieter, Hoch- und Musikschulen, Festival- und Konzertveranstalter, Fachverbände und andere ihre neuen Projekte, Programme und Konzepte.– www.chor.com

(25.1.2019) Der international erfolgreiche britische Komponist John Rutter (* 1945) erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2019. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt ihn mit dieser Auszeichnung für seine großen Verdienste um die geistliche Musik: John Rutter zählt schon seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten und populärsten Vertretern des Genres. Unverkennbar ist sein Personalstil: Ein großer melodischer Erfindungsreichtum, vielschichtige Harmonien und Rhythmen geben Rutters Kirchenmusik eine suggestive Kraft, die Profi- wie Laien-Ensembles gleichermaßen berührt. Oberbürgermeister Richard Arnold wird die Auszeichnung im Rahmen des Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd (5.7.–4.8.2019) am 18. Juli 2019 im Heilig-Kreuz-Münster an John Rutter verleihen. Das Festkonzert gestaltet der „Chamber Choir of Europe“ unter Leitung von Nicol Matt. Der Preis der Europäischen Kirchenmusik ist mit 5.000 Euro dotiert. Seit 1999 zeichnet er hochrangige Interpreten und Komponisten für wegweisende Leistungen im Bereich der geistlichen Musik aus.

(23.1.2019) Das Direktorium der Neuen Bachgesellschaft hat KMD Hartwig Eschenburg (Rostock) in Würdigung seiner herausragenden Verdienste um die Pflege der bachschen Musik zum Ehrenmitglied ernannt. Die Ehrung wurde am 22. Januar 2019 im Rahmen der Andacht zum 85. Geburtstag Eschenburgs in der Rostocker St. Johanniskirche vergeben, an der er von 1960 bis 2000 als Kirchenmusiker tätig war. „Ungezählte Aufführungen hat Hartwig Eschenburg verantwortet und damit Generationen von Hörern und Mitwirkenden geprägt“, führte Christfried Brödel, Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft, in seiner Laudatio aus und dankte Hartwig Eschenburg für sein Lebenswerk. Durch seine starke Persönlichkeit sei es dem Kirchenmusiker gelungen, die Botschaft, die hinter der Musik steht und sie in einzigartiger Weise zum Leuchten bringt, zu vermitteln.

(11.12.2018) Die Creative Kirche e. V. sucht 2.000 Sängerinnen und Sänger für die Aufführung des neuen Chormusicals Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt (Text: Andreas Malessa, Musik: Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken. Nach seiner Uraufführung am 9. und 10. Februar in Essen wird das Chormusical am 20. Juni 2019 im Rahmen des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in der Westfalenhalle Dortmund aufgeführt. Auch bei diesem Nachfolgeprojekt des Pop-Oratoriums „Luther“ aus dem Reformationsjahr 2017 steht wieder ein großer Projektchor auf der Bühne. Gemeinsam mit internationalen Musical-Solisten, einer Big-Band und einem Streichorchester nimmt er die Zuschauer mit in eine Zeit, die überraschend viele Parallelen zu unserer Gegenwart hat.

(10.12.2018) Harald Sieger (43) wird neuer Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche von Westfalen. Er tritt voraussichtlich im Februar 2019 die Nachfolge von Ulrich Hirtzbruch an, der als Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford arbeitet. Als Landeskirchenmusikdirektor wird Harald Sieger die Landeskirche in musikalischen Fragen beraten. Harald Sieger, in Bonn geboren, studierte an der Kirchenmusikschule der Evangelischen Kirche im Rheinland und anschließend, ebenfalls in Düsseldorf, an der Robert-Schumann-Hochschule, die er 2001 mit dem A-Examen abschloss. Zugleich hat er sich in vielen Bereichen wie Stimmbildung, Singen und Sprechen, Chorleitung, Orchesterleitung und Kinderchorleitung fortgebildet. Nach verschiedenen Kirchenmusikstellen im Rheinland wurde er 2004 Kantor in Bad Oeynhausen und 2009 außerdem Kreiskantor und Beauftragter für Kirchenmusik im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho.

(8.12.2018) Der Organist und Hochschullehrer Gisbert Schneider ist am 1. Dezember 2018 im Alter von 84 Jahren gestorben. Schneider, der 1934 in Wattenscheid geboren wurde, wuchs zunächst in Weimar auf, wo er bereits im Alter von 12 Jahren Orgelunterricht bei Johannes Ernst Köhler erhielt. Von 1948 bis 1956 setzte er als Schüler und Student von Siegfried Reda seine kirchenmusikalische Ausbildung an Folkwang fort, wo er u. a. bereits 1954 – mit 19 Jahren! – den Abschluss als Kantor ablegen konnte. Beide Lehrer prägten ihn nachhaltig, insbesondere bezüglich des hohen Stellenwerts, den die Improvisationskunst für ihn einnahm, aber auch hinsichtlich der Vermittlung des Erbes der Orgelbewegung, dem er sich stets verbunden fühlte. Darüber hinaus bildete er sich zu einem der führenden Interpreten der deutschen Orgelromantik aus, dem es beispielsweise gelang, die komplexen Strukturen der Orgelwerke Max Regers zu großen musikalischen Bögen zu formen. In Velbert gründete er 1954 die Velberter Kantorei, die er bis 2006 mehr als 50 Jahre lang als Dirigent leiten sollte und die er zu einem beachtlichen, auf Rundfunk- und Tonträgeraufnahmen dokumentierten Niveau führte; daneben wirkte er von 1969 bis 1975 in Mülheim an der Ruhr in der Nachfolge seines mittlerweile verstorbenen Lehrers Reda als Organist an St. Petri. Darüber hinaus war Schneider seit 1961 auch als Dozent für Orgelspiel an der  „Folkwangschule für Musik, Theater und Tanz“ angestellt. Im Jahr 1970 folgte schließlich die Ernennung zum Professor an der mittlerweile zur staatlichen Hochschule erhobenen Einrichtung, eine Position, die er trotz verschiedener Rufe an andere Institutionen bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1999 bekleidete. Seine Schüler schätzten ihn besonders für seine Liberalität im Unterricht.

(3.12.2018) Der siegreiche Chor beim Mårten Jansson Chorwettbewerb des Bärenreiter-Verlags ist in Dortmund zu Hause. Der Jugendkonzertchor Dortmund (Foto) überzeugte die prominente Jury am meisten. Den zweiten Preis bekommt der University of Denver Lamont Chorale (USA), der dritte geht geht an „Vocore“ aus der polnischen Hauptstadt Warschau. Teilnehmer aus Schweden, Polen, Deutschland und den USA hatten sich beteiligt und ein Video mit ihrer Interpretation von Janssons „Maria IV“ eingesandt. Der Jugendkonzertchor Dortmund erhält als Preis eine auf ihn zugeschnittene Komposition von Mårten Jansson mit der Möglichkeit der Uraufführung, dazu einen Notengutschein, die zweit- und drittplatzierten Chöre erhalten Notengutscheine. Mårten Jansson hat sich in der geistlichen Chormusik einen Namen gemacht. Seit 2014 erscheinen viele seiner Werke bei Bärenreiter und sind in der internationalen Chorszene weit bekannt. – Die siegreichen Videos:
1. Preis: Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund, Leiter: Felix Heitmann
2. Preis: University of Denver Lamont Chorale (USA), Leiterin: Catherine Sailer

3. Preis: Vocore (Warschau)

(1.12.2018) Die 1960 auf der Westempore gebaute, seit Langem unspielbare Orgel im Wiener Stephansdom (Foto: Wiener Dommusik) wird derzeit klanglich und technisch von Rieger Orgelbau neu konzipiert. Sie wird mit der 1991 erbauten Orgel im vorderen Teil des Domes verbunden. Nach der Weihe am 12. April 2020 werden dann beide Domorgeln mit insgesamt 185 Registern zentral mittels elektrischer Ton- und Registertraktur spielbar sein. Aus diesem Anlass schreibt die Domkirche zu St. Stephan einen Kompositionswettbewerb für eine Liturgische Suite für große (symphonische) Orgel mit vier Sätzen (Introitus, Offertorium, Communio, Postludium) aus. Die Sätze sollen so konzipiert sein, dass sie sowohl einzeln im Rahmen der Liturgie als auch als geschlossenes Werk aufführbar sind. Teilnahmeberechtigt sind Komponistinnen und Komponisten, die zum Datum des Einsendeschlusses (30.6.2019) das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Alles Infos unter www.domorgel.wien

(29.11.2018) Christian Fischer, Rektor der Tübinger Hochschule für Kirchenmusik  wechselt im Frühjahr 2019 an die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen. Er wurde vom Senat und Hochschulrat der dortigen Hochschule zum neuen Rektor gewählt. Seit 2010 war Fischer in gleicher Funktion und zusätzlich als Professor für Chordirigieren an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen tätig. Der 56-Jährige hatte zuvor siebzehn Jahre als Künstlerischer Mitarbeiter für Chordirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig gelehrt. In seine Tübinger Amtszeit fiel neben der Bologna-Reform u. a. auch der Ausbau der Popularmusik an der Hochschule, die Renovierung des Hochschulgebäudes, eine Ausweitung der Studienplätze, die Auftragsvergabe für einen Orgelneubau an die Firma Ahrend und zuletzt die Mitveranstaltung und Künstlerische Co-Leitung des Tübinger Bachfestes.

(27.11.2018) Der Nachlass des Pfarrers und Lieddichters Arno Pötzsch (1900–1956) wird als Schenkung an das Unitätsarchiv der Herrnhuter Brüdergemeine übergeben. Hinzu kommen Briefe und Dokumente, die kürzlich bei der Ev. Kirchengemeinde St. Petri in Cuxhaven wiederentdeckt wurden. Pötzsch war von 1921 bis 1928 eng mit der Brüdergemeine verbunden. Durch sie fand er den Weg zu einem schlichten Christsein aus tätigem Glauben. 14 seiner Lieder stehen heute im Gesangbuch der Herrnhuter, und in ihren Losungen erscheinen immer wieder Liedstrophen von Arno Pötzsch. Der Nachlass umfasst u. a. etwa 200 Predigten, ein Dutzend Vortragsmanuskripte, Tagebücher und Aufzeichnungen von 1918–1955, Briefe, private Fotos sowie Bücher aus Pötzschs Besitz. Im Frühjahr 2019 soll eine von Pfarrer Michael Heymel vorbereitete Edition der Briefe an das Cuxhavener Buchhändlerehepaar Neubauer mit Predigten und Vorträgen aus Pötzschs Zeit als Marinepfarrer in Holland (1940–1945) erscheinen. Nähere Auskünfte beim Unitätsarchiv der Herrnhuter Brüdergemeine, Claudia Mai, Zittauer Straße 24, 02747 Herrnhut, Tel. 035873 / 48763,: mai@ebu.de, www.archiv.ebu.de.

(19.11.2018) Der Internationale Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb in Freiberg findet vom 7. bis 15. September 2019 bereits zum 14. Mal statt. Alle zwei Jahre treten hier die besten Nachwuchsorganisten aus aller Welt an. Im Zentrum stehen die historischen Orgeln des barocken Orgelbaumeisters. Bewerbungsschluss für den Wettbewerb ist der 30. April 2019. Der Wettbewerb ist Teil der Silbermann-Tage vom 4. bis 15. September 2019. Das traditionsreiche Musikfestival steht diesmal unter dem Motto „Musik & Macht“ und spürt in seinem vielfältigen Konzertprogramm den Verbindungen von Klangkunst und Herrschaft nach. – www.silbermann.org (Foto [Otto Schröder]: Paukenengel an der großer Silbermann-Orgel im Freiberger Dom)

(17.11.2018) Beim Wettbewerb „200 Jahre Stille Nacht“ der Stadt Burghausen stehen die Gewinner fest. Johann Simon Kreuzpointner (Foto) aus Wien wurde für seine „Sonate für Orgel über Stille Nacht, heilige Nacht“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet, 2. Preisträger ist Luigi Mengoni (Florenz, „Christmas-Tryptich“) und dritter Andreas Willscher (Hamburg, „Noël Stille Nacht, Heilige Nacht avec six variations“). Uraufgeführt werden die Werke an Franz Xaver Grubers Geburtstag am 25. November um 16 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob zu Burghausen.

(14.11.2018) Der Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg 2019 wird an den Göttinger Musikwissenschaftler Klaus Hofmann verliehen. Magdeburg würdigt mit der Auszeichnung das umfangreiche und besondere Engagement Hofmanns bei der wissenschaftlichen Erschließung und Aufarbeitung der Werke Georg Philipp Telemanns. Über ein halbes Jahrhundert hinweg hat Hofmann mehr als einhundert Kompositionen Telemanns herausgegeben, darunter viele Entdeckungen und Erstveröffentlichungen. Diese zielen in besonderer Weise auf die Musikpraxis und widmen sich insbesondere dem umfangreichen Bestand von Telemanns Kirchenmusik. Im Zentrum der Studien Klaus Hofmanns stehen Fragen der Überlieferung und Echtheit von Telemanns Kompositionen. Der Preis wird am 3. März 2019 von Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper überreicht.
Der 1939 in Würzburg geborene Wissenschaftler arbeitete von 1978 bis 2006 am Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen, ab 1981 als stellvertretender Direktor und hauptamtlicher Leiter sowie von 2004 bis 2006 als Leitender Direktor. Eine Lehrtätigkeit an der Georg-August-Universität Göttingen übte er zwischen 1990 und 2004 aus. Über lange Jahre hinweg war Klaus Hofmann Mitglied zunächst des Direktoriums und später des Verwaltungsrats der Neuen Bachgesellschaft sowie des Herausgebergremiums der „Neuen Bach-Ausgabe“. Er zählt zu den Gründungsmitgliedern der 1991 ins Leben gerufenen Internationalen Telemann-Gesellschaft. 2003 ist bei Bärenreiter seine Werkeinführung zu Bachs Motetten erschienen.

(5.11.2018) Am Reformationstag trafen sich 70 Fachleute aus Deutschland und benachbarten Ländern im Michaeliskloster Hildesheim, um unter dem Thema „Was singen wir morgen?“ über erste Schritte auf dem Weg zu einem neuen evangelischen Gesangbuch nachzudenken. Kooperationspartner des Michaelisklosters waren die EKD und der Deutsche Evangelische Kirchentag, vertreten durch Kirchentagspastor Arnd Schomerus. Begrüßt und eingestimmt wurden die Teilnehmer durch den Hausherrn, Jochen Arnold, und Thies Gundlach, Vizepräsident des Kirchenamts der EKD. Die Teilnehmer erlebten ein abwechslungsreiches Tagungsprogramm mit Fachvorträgen, Workshops und Konzert. Dabei kamen auch Gäste aus der Ökumene und Fachleute von den Universitäten zu Wort. Zwischendurch wurde viel gesungen. Im Mittelpunkt stand dabei das von Kirchentag und EKD herausgegebene Liederbuch „freiTöne“ (2017), das die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers als ergänzendes Beiheft zum 1994 eingeführten EG gewählt hat. Dabei wurde auch ein durch das Michaeliskloster produzierter USB-Stick präsentiert, auf dem über 500 Dateien mit Audio- und Videomaterial zu allen neuen Wochenliedern und dem Liederbuch „freiTöne“ enthalten sind. Kirchenmusikalisch und theologisch Verantwortliche und andere interessierte Personen können damit neue Lieder anhören, sich einstimmen lassen und sie im Playback einsetzen. Gegenstand der Beratungen waren Umfang, Adressaten, Funktion, Inhalt und Form eines neuen Gesangbuchs, wobei die musikalische Stilistik und das theologisch-spirituelle Profil eine zentrale Rolle spielen. Zunehmend verdichtete sich die Aufmerksamkeit auch auf das Thema der Digitalisierung. Viele Fragen zum kommenden Prozess, der von den leitenden Gremien der EKD gesteuert wird, sind noch offen. Und doch ist deutlich: Das neue Gesangbuch soll viel können: Christen im Gesang und Glauben vereinen und zugleich für ganz verschiedene Frömmigkeitsstile ein Repertoire bieten. Lieder aus aller Welt, aber auch Lieder aus der langen (deutschen) Tradition sollen enthalten sein. Viele wünschen sich Lieder in Gerechter und in Leichter Sprache, so dass niemand ausgeschlossen ist. Der Vorbereitungskreis, zu dem auch LKMD Beate Besser (Oldenburg), Stephan Goldschmidt (Hildesheim) und LKMD Gunter Kennel (Berlin) gehören, zeigte sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. OKR Martin Evang sprach dezidiert von einer ersten „Wegmarke“ zum neuen Gesangbuch. (Foto v. l. n. r. Jochen Arnold, Stephan Goldschmidt, Beate Besser, Gunter Kennel, Arnd Schomerus)

(2.11.2018) Der Verein „Kinder an die Orgel“ und die Musik-Akademie Basel/Hochschule für Musik FNHW vergeben gemeinsam Werkaufträge für Orgelkompositionen für Kinder. Zum Erarbeitungs- und Auswahlprozess gehört ein gemeinsamer Workshop mit Orgelschülern. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Februar 2019. Die Uraufführung der Werke findet im Herbst 2020 in Basel statt. Ausschreibung: www.kinderandieorgel.ch

(30.10.2018) Unter dem Titel „im teil ist das ganze verborgen“ erschien im September eine umfassende, 680 Seiten umfassende Dokumentation zum Werk des Komponisten Jörg Herchet und seines Textautors Jörg Milbradt. Anlass ist der 75. Geburtstag des Komponisten und des gleichaltrigen Textautors. Den Schwerpunkt bildet der Kantaten-Zyklus Das geistliche Jahr, der mit den Kantatentexten, Werkeinführungen, Partiturauszügen und analytischen Betrachtungen ausführlich dargestellt wird. In gleicher Weise werden zwei Musiktheaterwerke Herchets dokumentiert. Darüber hinaus enthält der Band grundsätzliche Aufsätze zu seinem Gesamtwerk sowie Texte von Herchet und Milbradt über deren eigenes Schaffensverständnis. Zudem sind bildkünstlerische Arbeiten abgedruckt, die von Herchets Werken angeregt wurden. Über 30 Autoren haben an dem hervorragend ausgestatteten Buch (€ 49,80) mitgearbeitet, das, von Christoph Sramek herausgegeben, im Kamprad-Verlag erschienen ist.

(26.10.2018) Unter dem Titel „Musica Sacra Nova” findet 2019 wieder eine internationaler Wettbewerb für junge Komponistinnen und Komponisten statt. Bis zum 15. Januar 2019 können eingereicht werden: eine Komposition für unbegleiteten gemischten Chor bis 16 Stimmen zu einem lateinischen christlichen Text oder eine liturgische Komposition für gemischten Chor mit 4–6 Stimmen zu einem lateinischen Text. Die Altersbegernzung liegt bei 35 Jahren. Alle Informationen unter www.musicasacranova.com.

(23.10.2018) Die Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth lädt am 26. und 27. Januar 2019 Interessenten an einem Kirchenmusikstudium zu einem Infowochenende ein. Geboten werden Besichtigung, Probeunterricht und Beratung über Studienmöglichkeiten, Abschlüsse und Berufsbilder. Bewerbungsschluss für das Sommersemester ist der 1. Februar 2019, die Eignungsprüfungen finden am 16. Februar 2019 statt.Info: www.hfk-bayreuth.de

(18.10.2018) Mit gleich zwei Festkonzerten in Stuttgart am 18. Oktober und am 4. November 2018 sowie zwei neuen CDs, die im September und im Oktober bei Carus erschienen sind, startet der Kammerchor Stuttgart (Foto: Jens Meisert) in die Jubiläumssaison anlässlich seines 50-jährigen Bestehens. Als gerade einmal 20-jähriger Musikstudent gründete Frieder Bernius 1968 den Chor und formte ihn zu einem hochrenommierten Vokalensemble. Bis heute steht das Ensemble unter der künstlerischen Leitung seines Gründers. Von den über 75 Aufnahmen des Kammerchors wurden viele davon mit renommierten CD-Preisen wie dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem ICMA. International Classical Music Award oder dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr der Kammerchor Stuttgart mit seiner Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Über 250.000 einzelne Tonträger wurden bisher verkauft. – www.musikpodium.de

(17.10.2018) Der Tübinger Jazzpianist Patrick Bebelaar, seit 2013 Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen (HKM), wird auf Beschluss des Senates der Hochschule zum außerplanmäßigen Professor (apl. Professor) der Hochschule ernannt. Gleichzeitig wird der Organist Johannes Mayr (Foto), seit 2004 Lehrbeauftragter im Fach Orgel/Orgelimprovisation an der HKM, zum Honorarprofessor der Hochschule ernannt.

(15.10.2018) Meinrad Walter, Mitherausgeber von Musik & Kirche, hat für die Internetseiten des Deutschen Musikinformationszentrums MIZ (www.miz.org) einen großen Grundsatzartikel „Musik in der Kirche“ geschrieben, der nun in aktualisierter Form hochgeladen wurde. Darin beschreibt Walter u. a. die Kirchenmusiklandschaft beider großer Konfessionen, die Stellensituation, Strukturen und Verbände, kirchliches Amateurmusizieren und Fragen der Ausbildung von haupt- und nebenberuflichen Kirchenmusikern. Die kompakte, mit Tabellen angereicherte Darstellung endet mit einer Formulierung von „Spannungsfeldern und Perspektiven“.

(8.10.2018) Zum Themenheft 5 / 2018 „Kirchenmusiker – Beruf mit Zukunft!“ hat der Remscheider Kirchenmusiker JM Kirschnereit eine kritische Wortmeldung geschrieben, die im Forum veröffentlicht ist:  „Ich … stehe 2 ½ Jahre vor der Pensionierung und kann den Beruf des Kantors nicht empfehlen! …“ Weitere Diskussionsbeiträge erwünscht!

(4.10.2018) Seit Oktober 2018 ist Edoardo Bellotti Professor für Historische Orgel an der Hochschule für Künste Bremen. Mit ihrer ersten Stiftungsprofessur schärft die HfK Bremen ihr Profil als Ausbildungsstätte für Alte Musik. Ermöglicht wird die Stiftungsprofessur durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung. Edoardo Bellotti ist Experte für Renaissance- und Barockmusik, italienische Orgelliteratur und Generalbass sowie Improvisation. An der Universität Pavia wurde er in Orgel und Cembalo ausgebildet, bevor er Humanwissenschaft und Theologie studierte. Seine Tätigkeit als Pädagoge zieht sich durch Italien und Deutschland bis in die USA, wo er von 2013 bis 2018 Professor für Orgel, Cembalo und Improvisation an der renommierten Eastman School of Music war.

(2.10.2018) Vom 17. bis 24. März 2019 wird an St. Andreas Korschenbroich der 11. Internationale Orgelwettbewerb durchgeführt. Info/Anmeldung (bis 1.1.2019) kultur@korschenbroich.de, www.korschenbroich.de/freizeit_tourismus/Orgelwettbewerb.php. Der Jury gehören Winfried Bönig, Hayo Boerema, Michael Hoppe und Martin Sonnen an. Die drei Preise sind mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. (Foto: Olaf D. Hennig)

(1.10.2018) Der fünfte Internationale Buxtehude-Orgelwettbewerb, der vom 21. bis zum 29. September in Lübeck und Hamburg ausgetragen wurde, ist entschieden. Den ersten, mit 8.000 Euro dotierten Preis hat sich der italienische Organist Nicola Procaccini (Foto Mitte) erspielt. Lars Schwarze (r.), Orgelstudent an der Musikhochschule Lübeck (MHL) und Jochem Schuurman (l.) teilen sich den zweiten, mit jeweils 4.000 Euro dotierten Preis, ein dritter Preis wurde nicht vergeben. 17 junge Organistinnen und Organisten aus elf Nationen wetteiferten in drei Runden um die hochdotierten Preise. Zur internationalen Jury gehörten neben dem Norweger Jon Laukvik als Vorsitzendem weitere renommierte Organisten wie Michel Bouvard (Frankreich), Pieter van Dijk (Niederlande), Ja-Kyung Oh (Südkorea), Wolfgang Zerer (Deutschland) und die beiden Lübecker Professoren Arvid Gast und Franz Danksagmüller. (Foto: Christine Rudolf)

(21.9.2018) Der altehrwürdigen Cappella Musicale Pontificia Sistina, kurz Cappella Sistina, dem päpstlichen Knabenchor an St. Peter in Rom, droht Ungemach. Gegen ihren Leiter Massimo Palombella und gegen den Treuhänder der Institution, Michelangelo Nardello, wird wegen Geldwäsche, Betrugs, Unterschriftenfälschung und Unterschlagung ermittelt. Für weitere Unruhe sorgte ein Auftritt der Knaben bei der Ausstellung „Heavenly bodies“ in New York, in der extravagante (weite und knappe) kirchliche Mode gezeigt wurde. Maestro Palombella, dem außerdem Mobbing und rabiates Vorgehen in Proben vorgeworfen wird, ließ sich bei dem New Yorker Ereignis zudem auf einem Foto mit Popstar Rihanna fotografieren, was zwar die Jungs toll fanden, weniger aber ihre in Rom gebliebenen Eltern.

(17.9.2018) Hans-Christoph Rademann, Akademieleiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart, ist der erste Preisträger des Ehrenpreises des Heinrich Schütz Musikfests. Mit dem Preis würdigt das Heinrich Schütz Musikfest Rademanns überragendes Engagement für das Werk von Heinrich Schütz, dessen klingende Bewahrung, überzeugende Interpretation und lebendige Vermittlung. Beispielhaft für dieses langjährige Wirken steht die Einspielung des Gesamtwerks von Heinrich Schütz beim Carus-Verlag Stuttgart mit dem von ihm gegründeten und bis heute geleiteten Dresdner Kammerchor, die in diesem Jahr ihren Abschluss finden wird. Der Preis wird ihm am 14. Oktober 2018 in Dresden im Rahmen des festlichen Abschlusskonzerts des Heinrich Schütz Musikfests, das der Dresdner Kammerchor unter Leitung von Hans-Christoph Rademann (Foto: Martin Förster) gestalten wird, überreicht.

(30.8.2018) Jörg Herchet (Foto: privat), geboren 1943 in Dresden, begeht am 20. September seinen 75. Geburtstag. Er studierte von 1962 bis 1965 an der Dresdner Musikhochschule, danach von 1967 bis 1969 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Eine musikwissenschaftliche Ausbildung erhielt er an der Berliner Humboldt-Universität. Seine Examensarbeit wurde aus ideologischen Gründen abgelehnt; Herchet verweigerte sich der Mitgliedschaft im Komponistenverband der DDR wegen dessen ideologischer Ausrichtung. Dennoch wurde er von 1970 bis 1974 Meisterschüler von Paul Dessau an der Akademie der Künste Berlin. Danach arbeitete der freischaffend als Komponist. Ab 1981 erhielt er Lehraufträge an der Dresdner Musikhochschule und an der Kirchenmusikschule Halle. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Herchet zum Professor für Komposition und Analyse an die Musikhochschule Dresden berufen, die er bis zu seiner Emeritierung wahrnahm. Herchets kompositorisches Werk ist sehr vielfältig. Er schrieb drei Opern, große Orchesterwerke, Kammermusik in verschiedensten Besetzungen, instrumentale Solowerke. Einen zentralen Platz in seinem Schaffen nehmen zwei Zyklen ein:  Das geistliche Jahr ist ein ökumenischer Kantatenzyklus der Kompositionen für jeden Sonntag und jeden kirchlichen Feiertag (evangelisch und katholisch) enthalten soll. Die Texte von Jörg Milbradt beziehen sich auf den Introituspsalm und die tagesbezogene Evangelienlesung. Hinsichtlich der Besetzung weisen die bisher vorliegenden über 30 Kantaten eine große Variationsbreite auf: vom kleinen Kammerensemble bis hin zu groß besetztem Orchester und fünf vokalen Ensembles. Herausragend sind die Pfingstkantate, das Weihnachtsoratorium und die Reformationskantate, die ihre Uraufführung in der Dresdner Frauenkirche erlebte. Texte von, um und über Jörg Herchet und seine Werke finden sich in drei gewichtigen Bänden, deren dritter zum 75. Geburtstag des Komponisten im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad erscheint. (Christfried Brödel)

(27.8.2018) Am 9. September 2018 findet in Deutschland, zeitgleich zum „Tag des offenen Denkmals“, der 8. Deutsche Orgeltag statt. In Kirchen, Konzertsälen, Orgelbauwerkstätten und Privathäusern überall in Deutschland werden Pfeifenorgeln erklingen und erklärt werden. Alle Informationen zum Orgeltag, der von der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands initiiert wurde: www.orgeltag.de (Foto: die Wiegleb-Orgel in St. Gumbertus, Ansbach)

(20.8.2018) Am 3. September feiert Hans Darmstadt (Foto: Rosenthal) seinen 75. Geburtstag. Er wurde 1943 in Halle/Saale geboren. In den fünfziger Jahren übersiedelte die Familie in die Bundesrepublik Deutschland, wo er Erziehungswissenschaften, Theologie und Kirchenmusik (A-Prüfung) studierte. 1967 übernahm Darmstadt seine erste Kirchenmusikerstelle in Griesheim bei Darmstadt. 1973 wechselte er als Nachfolger von Johannes Piersig nach Hamburg-Blankenese. 1994 trat er in Kassel St. Martin die Nachfolge von Klaus Martin Ziegler an, wo er bis zu seiner Emeritierung tätig war. Bis dahin nahm er auch nebenberuflich einen Lehrauftrag für Musiktheorie, Analyse und Komposition an der Musikhochschule Lübeck wahr. In Blankenese initiierte Hans Darmstadt die „Nordelbischen Wochen für Neue Musik und Theologie“, in Kassel setzte er die von Ziegler begründeten Wochen „neue musik in der kirche“ fort.   Darmstadt schrieb Werke für die kirchenmusikalische Praxis (Blankeneser Chorbuch), aber auch für professionelle Vokal- und Instrumentalsolisten und -ensembles. Herausragend ist seine Missa hebraica, in der hebräische Texte des Alten Testaments und deutsche Lyrik und Prosa des 20. Jahrhunderts die Grundlage für eine Messe mit den traditionellen Sätzen bilden. Gegenwärtig komponiert Hans Darmstadt eine Missa choraliter in adventu Domini Jesu Christi, in der die fünf Messsätze Choralmotetten zu Adventschorälen darstellen. Bei beiden genannten Werken wie auch anderen arbeitet Darmstadt mit Corinna Dahlgrün zusammen, von der die theologische Konzeption und die Textauswahl stammen.
Neben seinen Kompositionen veröffentlichte Hans Darmstadt tiefgründige Analysen zu Bachs Johannes-Passion, Matthäus-Passion und h-Moll Messe. (Christfried Brödel)

(3.8.2018) Bis zum 29. März 2019 können Komponisten beim International Composition Award for the Six Historic Organs of Mafra neue Orgelstücke einreichen. Dies kann in zwei Kategorien geschehen: 1. Originalwerk für die sechs historischen Orgeln der Basilika in der portugiesischen Stadt und 2. Bearbeitung eines bestehenden Werks für sechs Orgeln, alle Infos unter www.cm-mafra.pt/pt/municipio/premio-internacional-de-composicao-orgaos-do-palacio-nacional-de-mafra

(30.7.2018) In einem wohl einmaligen Vorgang wurde die Uraufführung eines Werks des Komponisten Robert M. Helmschrott in Ingolstadt abgesagt. Am 28. Juli sollte im dortigen Münster Salamu für Orgel, Schlagwerk, Trompete und Violine erstmals erklingen. In einem Interview mit dem Donau-Kurier hatte sich der Komponist kritisch zur Politik der CSU geäußert („Herr Söder wird, sofern er gewählt wird, bald einen ,neuen Nürnberger Parteitag‘ ausrufen … ,Beten hilft nicht mehr‘ meint, man muss handeln.“). Außerdem war die Verlesung eines Gedichts von Friedrich Ani angekündigt worden, in dem der Schriftsteller kritische Worte zur Flüchtlingspolitik von Bundesinnenminister Horst Seehofer findet, dessen Heimatstadt Ingolstadt ist. Daraufhin sagte Franz-Josef Paefgen, Vorsitzender des Vereins Freunde der Musik am Münster, nach Rücksprache mit Münsterpfarrer Bernhard Oswald die Uraufführung ab. Helmschrott protestierte am folgenden Sonntag zusammen mit einigen Mitstreitern öffentlich mit einem Transparent vor dem Münster (Foto).

Interview aus der „Süddeutschen Zeitung“ vom 30. Juli 2018

(25.7.2018) Bei Bärenreiter ist ein wertvolles Faksimile der Handschrift von Bachs „Weihnachts-Oratorium“ erschienen (€ 348,–). Gleich beim ersten Choreinsatz „verrät“ sich Bach, wie im Autograph zu sehen ist: Als Text unterlegte er zunächst die ursprüngliche, aus einer Glückwunschkantate stammende Fassung „Tönet ihr Pauken“, die er dann durchstrich und durch das berühmte „Jauchzet, frohlocket“ ersetzte. Das Autograph des Oratoriums zeigt auch an weiteren Stellen Spuren solcher Übernahmen. Andere Korrekturen lassen den Leser quasi dem Komponisten über die Schulter schauen, wie er eine Arie schrittweise in die heutige Form brachte und auch bei kleinen Rezitativen um ihre endgültige Fassung rang. Daneben finden sich Seiten in ebenmäßiger Reinschrift. Das Faksimile gibt das Autograph des „WO“ erstmals im hochwertigen Vierfarbdruck wieder. Der Bach-Spezialist Christoph Wolff führt in die Entstehung des Werkes und die Charakteristika der Handschrift ein. Martina Rebmann (Staatsbibliothek zu Berlin) beschreibt die weitere Geschichte des Autographs.

(13.7.2018) Zur Förderung der zeitgenössischen Orgelmusik schreibt die Stiftsmusik Stuttgart erstmals einen Kompositionswettbewerb für Orgel aus: Gesucht wird ein Werk für Orgel solo von maximal 10 Minuten Dauer, dem ein Cantus firmus freier Wahl zugrunde liegt. Der Preis ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert, die Entscheidung trifft eine unabhängige Jury. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2019. Die prämierten Werke werden am Samstag, 29. Juni 2019, im Rahmen des großen Stiftsmusikfests 2019 an der Mühleisen-Orgel (IV/P, 81) in der Stiftskirche Stuttgart uraufgeführt. Info: Stiftsmusik Stuttgart, Tel. 0711 / 2265581, kompositionspreis@stiftsmusik-stuttgart.de, www.stiftsmusik-stuttgart.de

(11.7.2018) Vom 11. bis 18. Juli 2020 findet in Auckland (Neuseeland) das 12. Weltsymposium für Chormusik statt. Es findet einmal in drei Jahren in einem unverwechselbaren und aufregenden Reiseziel statt und vereint die weltweit führenden Chöre, Dirigenten, Komponisten und Administratoren für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis, Seminare, Meisterkurse und Workshops. Info http://www.wscm2020.com/call-for-choirs-presenters/

(3.7.2018) Dominik Susteck, der Kölner Organist und Komponist der Kunst-Station Sankt Peter erhält den Schneider-Schott-Musikpreis der Stadt Mainz. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 14. September 2018 im Rahmen eines Konzertes an der Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg- Universität in Mainz verliehen. Die Begründung der Jury: „Mit dem Orgelvirtuosen Dominik Susteck erhält ein Interpret und Komponist den Schneider-Schott-Musikpreis, der seinem Instrument und dessen lebendiger Neu-Erfindung vielfältige und nachhaltige Impulse verleiht. Als Komponist und Organist an der Kunst-Station Sankt Peter Köln hat er dort ebenso durch Improvisationskonzerte auf sich aufmerksam gemacht wie durch seine konsequente Programmgestaltung auf dem Gebiet der zeitgenössischen Orgelmusik; dazu gehörten und gehören zahlreiche Uraufführungen. … Dominik Susteck hat die große spirituelle und künstlerische Tradition der Musica sacra neu interpretiert und mit vielfältigem Ertrag bereichert. Er öffnet uns die Ohren zu bisher ungehörten Erlebnissen und Erkenntnissen im Zusammenklang seines Instruments mit dem kirchlichen Raum.“

(1.7.2018) Der Allgemeine Cäcilien-Verband für Deutschland (ACV) unternimmt eine neue Initiative, um die Komposition neuer geistlicher und liturgischer Chormusik für Laienchöre zu fördern. Dazu haben der ACV, das Erzbistum Köln und die Hochschule für Musik und Tanz Köln vereinbart, eine Masterclass Chorkomposition einzurichten (Foto vom Vorjahr: Richard Mailänder). Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde im April unterzeichnet. Das Angebot zielt ebenso auf angehende wie auf bereits im Dienst befindliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker und will diese dazu befähigen, vokale Kompositionstechniken anzuwenden. Die Ausschreibung gilt bundesweit und ist überkonfessionell. Einschlägige Vorerfahrungen, insbesondere bereits vorhandene Kompositionen, sind Teilnahmevoraussetzung. Die Kooperation ist zunächst auf drei Jahre angelegt und startet im Herbst: vom 10. bis 12. September 2018 in der HfMT in Köln. Die künstlerische Leitung übernimmt zu Beginn mit der Komponist Enjott Schneider. Jeder der drei Kooperationspartner kann zwei Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer benennen. Die Masterclass verspricht also mit nur sechs aktiven Schülerinnen und Schülern eine wirklich intensive Förderung. Wer sich für das Angebot interessiert, kann sich unter anderem an den ACV (info@acv-deutschland.de) oder auch an Richard Mailänder, Kirchenmusikdirektor des Erzbistums Köln, wenden (richard.mailaender@erzbistum-koeln.de).

(5.6.2018) Auch 2019 gibt es wieder einen schönen Orgelkalender, der jetzt schon erhältlich ist. „Orgeln 2019“ aus dem St. Benno Verlag (ohne CD € 12,95, mit CD 19,85) zeigt großformatige Fotos von zwölf Orgeln aus Deutschland und Österreich, von Speyer bis Torgau, von Salzburg bis Ganderkesee bei Oldenburg. Auf der CD stellen namhafte Organisten ihre Instrumente mit kleinen Stücken vor.

(31.5.2018) Hans Christian Martin (* 1986) ist seit dem 1. Mai 2018 neuer Organist an der berühmten Hildebrandt-Orgel von 1746 in der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg (Saale) und damit Nachfolger von Wenzelsorganist David Franke, der zum Sommersemester 2018 eine Professur für Orgel und Orgelimprovisation, verbunden mit der Leitung des Instituts für Kirchenmusik an der Hochschule, für Musik Freiburg angetreten hat. Martin studierte von 2006 bis 2014 in Dresden und Weimar Kirchenmusik. Von 2010 bis Anfang 2017 war er Kantor der Weimarer Jakobskirche und Titularorganist an der Schlosskirche Ettersburg bei Weimar. Seit dem Wintersemester 2013 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. (Foto: Alexander Stingl)

(25.5.2018) Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ vom 17. bis 24. Mai 2018 in Lübeck wurde auch in der Kategorie Orgel ausgetragen. 46 junge Organisten und Organistinnen hatten sich dafür qualifiziert. In fünf Altersklassen spielten sie um die beste Bewertung. Sechs von ihnen erreichten die Höchstpunktzahl 25 Punkte: Junhui Oskar Liao (Leverkusen),  Thorsten Grasmück (Walsheim), Adrian Brech (Dudenhofen), Jan-Aurel Dawidiuk (Hannover), Ludwig Orel (Herzogenaurach) und Bernhard Herzog (Weimar). Weitere acht Musiker erhielten einen 1. Preis mit 24 Punkten, darunter auch Christoph Philipp Preiß aus Tegernheim (Foto: Jugend musiziert / Markus Kaesler) – Alle Ergebnisse

(28.5.2018) KMD Ulrich Hirtzbruch (* 1958) ist neuer Stellvertretender Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen in Herford. Dort erwarb er die B- und A-Qualifikation, bevor er 1987 als Kirchenmusiker nach Gronau/Westf. ging. Aus seinem Wirken als Kantor und Kreiskantor gingen die von ihm 1992 und 1995 neu gegründeten Chöre Gronauer Vokalensemble und „Soulful Swinging Singers“ hervor. Nach der künstlerischen Ausbildung im Orgelliteraturspiel an der Saxion Hogeschool in Enschede legte er 1996 das Konzertexamen ab. 2005 bis 2018 war er Landeskirchenmusikdirektor der Ev. Kirche von Westfalen, ehe er 2008 zum Professor an die Herforder Hochschuleberufen wurde. Hirtzbruch legt die Schwerpunkte seiner künstlerischen Tätigkeit auf die Vermittlung von Musik und auf die Förderung stilistischer Vielfalt, die von der Alten Musik bis hin zur kirchlichen Popularmusik reicht.

(22.5.2018) Der Komponist Dieter Schnebel ist am Pfingstsonntag im Alter von 88 Jahren in Berlin gestorben. Kunst und Welt, Musik und Alltag, das waren für den im badischen Lahr geborenen Komponisten, Pfarrer, Musikwissenschaftler und Pädagogen keine Gegensätze. Oft brach er mit tradierten Hörerwartungen. So wurde bei ihm die menschliche Stimme vielfach zum entfesselten Organ. Alle Möglichkeiten der Lauthervorbringung waren erlaubt. Außerdem spielte die Gestik der Interpreten eine immer größere Rolle in Schnebels Kunst: Die frontale Konzertsituation wurde gesprengt. Musiker begannen, sich im Raum zu bewegen, Konzertanfang und Konzertende waren als solche nicht mehr zu erkennen. „Die Musik, die einmal ihre zeitliche und räumliche Umgebung einließ, die Töne und Geräusche des Alltags, geht auf die Straße und endet, wer weiß wo.“ Ein besonderes Anliegen war dem gelernten Theologen zeitlebens die Kirchenmusik. Tonkunst, das war für Schnebel stets auch ein ethisches Konzept, eine mögliche Verbindung von Innen- und Außenwelt, Individuum und Gesellschaft – und damit auch eine universelle Idee von den Möglichkeiten des Menschseins. (Ein ausführlicher Nachruf folgt in MuK 4/2018)

(4.5.2018) Die Orgelabteilungen der Hochschulen in Birmingham und Leipzig beginnen eine Kooperation. Henry Fairs, Professor für Orgel am Royal Birmingham Conservatoire of Music und Martin Schmeding, Orgelprofessor an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig, werden im Rahmen wechselseitiger Gastprofessuren regelmäßig mit den Studierenden beider Orgelabteilungen arbeiten. Im April wurde Fairs während seines Konzertes im Großen Saal der HMT Leipzig die Ernennungsurkunde durch Rektor Martin Kürschner überreicht. Martin Schmeding erhielt das Dokument im Rahmen seiner Antrittsvorlesung im Mai durch Rektor Prof. Julian Lloyd Webber. Diese Kooperation bringt Tradition und Bedeutung der Orgelausbildung in beiden Städten zum Ausdruck. – (Martin Schmeding (rechts) mit dem Birminghamer Rektor  Julian Lloyd Weber.

(2.5.2018) Der Bärenreiter-Verlag erweitert sein Angebot im Bereich der Chormusik. Bei großen oratorischen Chorwerken, die auf dem Urtext der Gesamtausgaben basieren, bietet der Kasseler Musikverlag als Alternative zu den repräsentativen Leinenbänden nun auch preiswertere broschierte Dirigierpartituren an. Am Beginn der Reihe, die nach und nach fortgesetzt wird, stehen Mozarts Requiem (BA 4538-02, € 38,95) und Händel „Messias“ (BA 4012-02, € 89,–). Auch Haydns „Missa in Angustiis“ („Nelsonmesse“) ist nun in dieser Form erhältlich (BA 4660-02, € 49,95). Ebenfalls neu bei Bärenreiter sind Chorpartituren zu viel gespielten und gesungenen Chorwerken. In den letzten Wochen sind erschienen: das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (BA 9071-91, € 8,95), die „Messe de Requiem“ von Gabriel Fauré (BA 9461-91, € 4,95) und die „Petite Messe solennelle“ von Gioacchino Rossini (BA 10501-91, € 7,95). In Zukunft wird es zu allen Neueditionen mit Chor-Orchester-Werken solche Chorpartituren geben.

(24.4.2018) Der 11. Internationale Mikael-Tariverdiev-Orgelwettbewerb findet vom 3. bis 9. September 2019 in Kaliningrad (Königsberg, Russland) statt. Die Vorausscheidung (Runde 1) wird in Lawrence, Kansas (USA, 4. bis 6. April 2019), in Hamburg (13. bis 18. Mai 2019), Moskau (28. bis 31. August 2019) durchgeführt. Jeder Teilnehmer kann den Ort seiner Teilnahme an der Vorausscheidung selbst wählen. Am Wettbewerb können alle Organisten teilnehmen, die nach dem 31. Dezember 1984 geboren wurden. Vorsitzender der Jury ist Christophe Mantoux. Alle weiteren Informationen: www.organcompetition.ru (Foto: Schuke-Orgel im Dom von Königsberg)

(22.3.2018) Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig 2018 geht an den Amerikaner Robert Levin, einen der vielseitigsten und weltweit gefragtesten Pianisten unserer Zeit. Für seine preisgekrönten Einspielungen der Klavierliteratur von Bach über Beethoven bis Brahms verwendete Levin stets die angemessenen historischen Tasteninstrumente der Zeit. In seinem Spiel gehen künstlerische Gestaltungskraft und umfassende historische Kenntnisse eine vollkommene Synthese ein. Neben seiner reichen Konzerttätigkeit ist Levin auch als Wissenschaftler tätig. So bearbeitete und ergänzte er zahlreiche historische Kompositionen, darunter Mozarts Requiem. Die Auszeichnung wird im Rahmen des Bachfestes Leipzig 2018 am 14. Juni überreicht. (Foto: BAch Leipzig / Clive Barda)

(20.3.2018) – Die Komponisten Otto Wanke und Patrick Walliser haben beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd den 14. Kompositionswettbewerb Zeitgenössische Geistliche Musik der Stadt Schwäbisch Gmünd gewonnen. Zum Festivalthema 2018 „Mit allen Sinnen“ sollte eine Komposition für gemischten Chor geschaffen werden, die sich auf die Bibelverse Prediger 9, 7–10 bezieht. Die Jury zeichnete ihre Kompositionen für Chor a cappella zum Festivalthema „Mit allen Sinnen“ aus. Der zweigeteilte Preis prämiert das Werk „…durch…“ von Otto Wanke mit 1.500 Euro. „Hymne“ von Patrick Walliser (Berlin) wird mit 500 Euro geehrt. Die Komposition „…durch…“ von Otto Wanke wird am 13. Juli 2018 im ökumenischen Eröffnungsgottesdienst des Festivals im Heilig-Kreuz-Münster Schwäbisch Gmünd vom Kammerchor „figure humaine“ uraufgeführt. Otto Wanke, 1989 in Tschechien geboren, studierte Jazzkomposition am Konservatorium in Prag und klassische Komposition sowie mediale und elektroakustische Komposition an der Musikuniversität Wien. Parallel zum Studium in Wien war er als Dirigent und Tonmeister tätig. Patrick Walliser, 1951 in Aberdeen geboren, absolvierte sein Dirigierstudium an der Hochschule der Künste Berlin. Bis 1992 war er an den Kieler Bühnen, am Theater Ulm und an der Deutschen Oper Berlin tätig. Im Anschluss wurde Walliser Professor für Partitur- und Klavierauszugspiel an der Universität der Künste Berlin. – www.kirchenmusik-festival.de

(20.3.2018) Das Bach-Archiv Leipzig schenkt Johann Sebastian Bach zum 333. Geburtstag eine multimediale Online-Plattform. Die Seite jsbach.de versteht sich als digitaler Reiseführer, der den Einstieg in Bachs Welt auf verschiedenen Wissensebenen ermöglicht. Mittels historischer Quellen und audiovisueller Medien informiert die Plattform kurzweilig und mit verschiedenen Medien auf der Basis der aktuellen Bach-Forschung. Die Seite entstand in Kooperation mit der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen sowie Deutschlandfunk Kultur und wird kontinuierlich von der Forschungsabteilung des Bach-Archivs Leipzig weiterentwickelt. In den kommenden Jahren wird jsbach.de systematisch ausgebaut. Geplant sind neue Module, die beispielsweise anhand historischer Zeichnungen und Kupferstiche Bach-Orte wie Leipzig oder Köthen lebendig werden lassen. Auch eine virtuelle Ausstellung zu Bachs Instrumentarium ist in Planung. Zudem wird die Seite auf Englisch, Japanisch, Russisch und Spanisch verfügbar sein.

(14.3.2018) Die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (BDC) hat einen neuen Präsidenten und Vizepräsidenten. Bei der Sitzung des Präsidiums am 9. März 2018 wählten die bundesweit agierenden Chorverbände, die sich in der BDC zusammengeschlossen haben, Christian Finke (Foto) als Nachfolger von Hans Jaskulsky und Matthias Balzer an die Spitze ihres Dachverbandes. Christian Finke ist Kantor in Berlin-Steglitz und steht als Präsident dem Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (CEK) vor. Matthias Balzer ist Referent für Kirchenmusik in der Diözese Trier und leitet die dortige Bischöfliche Kirchenmusikschule. Seit 2007 ist er Präsident des Deutschen Chorverbandes Pueri Cantores und seit 2017 Vizepräsident der weltweiten Foederatio Internationalis Pueri Cantores (FIPC). Die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände ist die übergreifende Dachorganisation von sieben kirchlichen und weltlichen, bundesweit tätigen Chorverbänden mit rund 850.000 aktiven Sängerinnen und Sängern in 40.000 Chören.

(8.3.2018) In der Karl-Marx-Straße 145 in Berlin-Neukölln, unmittelbar beim Heimathafen Neukölln, entsteht das Deutsche Chorzentrum des Deutschen Chorverbandes und damit ein neuer Ort des Austauschs und der Vernetzung für die lebendige Chor- und Vokalmusikszene. Die Baugenehmigung wurde am 7. März an den neuen Präsidenten des DCV, Christian Wulff, und DCV-Vizepräsidentin Petra Merkel überreicht. Neben dem Deutschen Chorverband wird im Deutschen Chorzentrum der Chorverband Berlin mit den Büros der hauptamtlich tätigen Mitarbeiter, seiner Bibliothek und einem Musikarchiv ansässig werden. Auch die „neue musikzeitung“ wird im Deutschen Chorzentrum ihr Hauptstadtbüro beziehen. Darüber hinaus wird eine musikalische Kita mit 70 Plätzen zukünftig das Haus mit Leben füllen. Finanziert wird das Zentrum durch Eigenmittel von rund 1 Million Euro aus dem DCV, weiterhin durch 2,1 Millionen Euro aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und durch 645.000 Euro der Lotto-Stiftung Berlin. Der verbleibende Bedarf von 3,1 Millionen Euro wird über Darlehen bereitgestellt, die in den kommenden Jahren aus den Mieteinnahmen zurückgezahlt werden. Im April 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen und im Herbst 2019 beendet sein.

(28.2.2018) Das Informationsportal „Musik und Integration“ (http://integration.miz.org) des Deutschen Musikrats führt erstmals umfassende Informationen zu musikalischen Flüchtlingsprojekten bundesweit zusammen und bietet Akteuren und Veranstaltern wertvolle Hilfestellungen sowie Möglichkeiten der Recherche, des Austauschs und der Vernetzung. Dort erzählen Porträts und Interviews die Geschichten unterschiedlicher Projekte aus ganz Deutschland. Wissenschaftliche Fachbeiträge liefern Informationen zur Fortbildung oder zu jüngsten Tendenzen der Projektpraxis und -förderung. Konkrete Hilfe gibt eine umfangreiche FAQ-Seite, die das MIZ gemeinsam mit dem Landesmusikrat NRW entwickelt hat und die Akteure des Musiklebens dabei unterstützt, ihre Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Die Themen reichen von Fragen der Projektkonzeption und Kommunikation bis hin zu Aspekten der Qualifizierung und Weiterbildung. Ein geschütztes Forum steht speziell für den Austausch zur Verfügung. (Foto: Tobias Döhner)

(27.2.2018) Christian Wulff ist neuer Präsident des Deutschen Chorverbands (DCV). Der ehemalige Bundespräsident (Juni 2010–Februar 2012) wurde am 24. Februar von der Mitgliederversammlung des DCV ohne Gegenstimmen für die nächsten vier Jahre an die Spitze des Präsidiums gewählt. Wulff (Foto links) tritt damit die Nachfolge des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Henning Scherf (Foto rechts) an, der den Verband seit 2005 geführt hat. Unter dem Dach des Deutschen Chorverbands (DCV) sind die Deutsche Chorjugend und 21 Mitgliedsverbände mit über einer Million singenden und fördernden Mitgliedern in rund 15.500 Chören organisiert. Zu den vom DCV regelmäßig organisierten und getragenen Projekten zählen das Deutsche Chorfest, die chor.com, das Hauptstadtfestival Chor@Berlin, die Initiative zum Singen in Kindertagesstätten und Kindergärten „Die Carusos“, der Deutsche Jugendkammerchor sowie das Magazin „Chorzeit“. Neben Christian Wulff wurden in das DCV-Präsidium gewählt: Claus-Peter Blaschke, Petra Merkel, Jörg Schmidt (VizepräsidentInnen), Reiner Schomburg (Vizepräsident Finanzen), Marcel Dreiling (Musikbeauftragter des DCV), Josef Offele, Hans A. Frambach (Beisitzer mit Fachaufgaben). Daneben gehören Regina van Dinther (Vertreterin der Länderversammlung), Bernhard Schmidt (Musik-Vertreter der Länderversammlung) und Kai Habermehl (Vertreter der Deutschen Chorjugend) dem Präsidium an. (Foto: Joanna Scheffel)

(26.2.2018) Am 4. März 2018 startet mit dem Kantatengottesdienst in der Meininger Stadtkirche (Foto) ein großes Chorprojekt mit bislang wenig bekannten Passionskantaten des Rudolstädter Hofkomponisten Georg Gebel (1709–1753). Kirchenmusiker der Propstei Meiningen-Suhl werden von März bis November insgesamt sechs Kantaten Gebels an verschiedenen Orten in Thüringen aufführen. Die Handschriften der Stücke lagern seit vielen Jahren im Thüringer Staatsarchiv in Rudolstadt. Mithilfe des Musikwissenschaftlers Maik Richter ist dem Zentrum für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland jetzt eine Neuedition von insgesamt zwölf Kantaten des Rudolstädter Komponisten gelungen. Bis auf wenige größere Werke wie die Johannes-Passion oder das Weihnachtsoratorium von Georg Gebel sind bisher nur wenige Einzelwerke in moderner, heute lesbarer Schreibweise herausgegeben worden. Weitere Kantatenaufführungen sind an folgenden Daten geplant: am 11. März in Rudolstadt unter der Leitung von Katja Bettenhausen, am 18. März in Bad Blankenburg, am 18. November in Arnstadt sowie am 25. November in Sonneberg. Für 2019 ist die Aufführung von sechs weiteren Passionskantaten vorgesehen.

(22.2.2018) Unter dem Namen Vox Organi hebt sich für ein neues Orgelfestival in Südniedersachsen der Vorhang. Vonm 15. April bis zum 10. Juni 2018 werden in Kirchen zwischen Göttingen, Bad Gandesheim, Höxter und Bad Harzburg erstklassige Organisten aus dem In- und Ausland zu hören sein. Die Programme werden teilweise durch Vokal- und Instrumentalmusik ergänzt. Concerto Gandersheim e. V. hat sich als Träger von „Vox Organi“ zum Ziel gesetzt, die teilweise wenig bekannten Kirchen Südniedersachens mit ihren historischen Orgeln und damit die Orgel- und Kirchenmusik allgemein einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die künstlerische Leitung haben Kirchenmusikdirektor Friedhelm Flamme (Dassel) und Martin Heubach, Intendant der Gandersheimer Dommusiken. – www.voxorgani.org (Foto: Die Johann-Patroclus-Möller-Orgel  von 1738 in der Abteikirche Marienmünster)

(14.2.2018) Ab dem Jahr 2019 wird Hannover die neue Heimat der chor.com, des alle zwei Jahre vom Deutschen Chorverband ausgerichteten Branchentreffs der Vokalmusikszene. Die chor.com findet vom 12. bis zum 15. September 2019 statt und bietet mehr als 200 einzelne Veranstaltungen mit 180 beteiligten Dozenten und Dozentinnen, über 25 mitwirkenden Chören und Ensembles und rund 100 Ausstellern aus ganz Europa – mit einem Themenspektrum, das sich von Historischer Aufführungspraxis über die Erarbeitung neuer dramaturgischer Formate bis hin zur Entwicklung von Konzepten für das Singen und Musizieren mit Geflüchteten erstreckt. Zentraler Veranstaltungsort für die chor.chom-Workshops und das Forum wird das Hannover Congress Centrum (HCC), die rund 30 Konzerte finden vor allem in den Kirchen, Konzertsälen und Clubs der hannoverschen City statt. (Foto von der chor.com 2017: Rainer Engel)

(29.1.2018) Vom 31. Juli bis 3. August 2018 leitet Ansgar Wallenhorst (Foto), Kantor und künstlerischer Leiter an St. Peter und Paul in Ratingen, beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd einen Meisterkurs Orgelimprovisation. Eine aktive oder passive Teilnahme am Meisterkurs ist möglich. Ausschreibung und weitere Informationen zur Anmeldung unter www.kirchenmusik-festival.de oder im Kulturbüro Schwäbisch Gmünd: kulturbuero@schwaebisch-gmuend.de.

(16.1.2018) Mit Beginn des Jahrgangs 2018 hat sich der Herausgeberkreis von „Musik & Kirche“ erweitert. Die Redaktion begrüßt drei neue Mitglieder:

Julia Koll (* 1975, Foto oben) ist seit 2014 Studienleiterin für Theologie und Ethik an der Ev. Akademie Loccum; Pastorin und Privatdozentin für Praktische Theologie an der Georg-August-Universität Göttingen und Mitglied der Liturgischen Konferenz in der EKD sowie des Theologischen Ausschusses des Ev. Posaunendienstes in Deutschland.

Anja Liske-Moritz (Foto Mitte) ist seit 2011 Kreiskantorin des ev. Kirchenkreises Oderbruch, seit 2014 Kreiskantorin des ev. Kirchenkreises Oderland – Spree und stellvertretende Leiterin des kirchenmusikalischen Ausbildungszentrums der EKBO in Dahme/Mark sowie stellvertretendes Mitglied im Kuratorium für Kirchenmusik der EKBO.

Carsten Zündorf (* 1968, Foto unten) ist seit 2006 Kirchenmusikdirektor an St. Marien in Osnabrück und lehrbeauftragter für Orgel an der Universität Osnabrück.

Weitere Informationen unter „Die Zeitschrift – Redaktion und Herausgeber“

(15.1.2018) Der Gregorianik-Experte Godehard Joppich erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2018. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt ihn mit dieser Auszeichnung für seine großen Verdienste um die Forschung, Lehre und Praxis des Gregorianischen Chorals. Godehard Joppich (* 1932) steht seit vielen Jahrzehnten mit charismatischer Überzeugungskraft für das Choralsingen als Verkündigung – als Form des Gebets in musikalischer Gestalt. Als Mitverfasser der deutschen Antiphonale von Münsterschwarzach und der Antiphonale zum Stundengebet widmet er sich seit 1963 intensiv der Entwicklung des deutschsprachigen Gregorianischen Chorals nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Er leistete Pionierarbeit bei der Erforschung des Gebiets der Semiologie und gilt in Europa als einer der bedeutendsten Erforscher und Interpreten des Gregorianischen Chorals. Joppich war Benediktinermönch in der Abtei Münsterschwarzach, wo er von 1970 bis 1989 als erster Kantor wirkte und später, im Jahr 1990, ausschied. Neben seiner Dozenten- und Referententätigkeit lehrte er von 1973 bis 1980 Gregorianischen Choral und Liturgik an der Musikhochschule München. 1980 bis 1993 wirkte er als erster hauptamtlicher Professor für Gregorianik an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Zeitgleich engagierte er sich in der „Internationalen Gesellschaft für Studien des Gregorianischen Chorals“ und war von 1980 bis 1984 Dozent bei den europaweit gefragten Choralkursen in Cremona (Italien). Die Auszeichnung wird Joppich am 18. Juli 2018 im Rahmen des Festivals Europäische Kirchenmusik verliehen.

(14.1.2018) Mitte Januar wurde der Bachpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden augetragen. Die Gewinner sind: 1. Preis (Bachpreis): Adriaan Hoek (Niederlande) 2. Preis: Marco Amherd (Schweiz) 3. Preis: Liubov Nosova (Russland). Der Publikumspreis ging ebenfalls an Adriaan Hoek. Der Wettbewerb wird seit 1977 an den beiden Orgeln der Lutherkiche Wiesbaden (Walcker 1911 , Klais 1978) von der J. S. Bach-Gesellschaft Wiesbaden im im Rahmen der Wiesbadener Bachwochen durchgeführt. – Foto v. l. n. r.: Juror Carsten Wiebusch, Martin Lutz,  Juror Martin Schmeding, 1. Preisträger Adriaan Hoek, Juroren Christian Schmitt und Gerhard Gnann, 2. Preisträger Marco Amherd, Vorsitzender der Bach-Gesellschaft Wiesbaden Volker von Franque, 3. Preisträgerin Liubov Nosova (RUS), Kulturdezernent Axel Imholz.

(12.1.2018) Mit dem 1. März 2018 beendet KMD Gunther Martin Göttsche seinen fünfjährigen Auslandsdienst als Kirchenmusiker der Evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem. Sein Nachfolger wird Hartmut Rohmeyer (Foto: Capella de la Torre) vormals Lübecker Domkantor.