(15.9.2021) Richtigstellung – Im Artikel „Organistenmacher. Vor 400 Jahren starb Jan Pieterszoon Sweelinck“ von Matthias Schneider in MuK 5/2021, S. 312–314“ hat sich ein irreführender Fehler eingeschlichen: Auf S. 314, 2. Absatz muss es heißen: „Der Magnificat-Zyklus von Hieronymus Praetorius, komponiert vielleicht schon vor der Wende zum 17. Jahrhundert …“ und im folgenden Absatz „ein Magnificat Germanicae seines Lehrers Jacob Praetorius …“ Die Redaktion bittet, den Fehler zu entschuldigen. Komplettes PDF des korrigierten Artikels.

(10.9.2021) Der Deutsche Musikrat, die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben  gemeinsam das Kompendium Orgelmusik in Zeiten von Corona veröffentlicht. Es enthält 17 Neukompositionen, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts entstanden sind. Die Werke wurden im Frühling 2021 komponiert und bieten – als künstlerische Reflexionen der Corona-Zeit – ein vielfältiges Panorama an Stimmungsbildern und Assoziationen. Ziel ist es, das Musikleben nach der Krise wieder aktiv zu befördern und die Zuhörenden zu einer Auseinandersetzung mit den Pandemie-Erfahrungen anzuregen. Deshalb sollen die Stücke im Herbst 2021 bundesweit in Gottesdiensten und Konzerten erklingen. Die im Carus-Verlag erschienene Publikation wurde vom Deutschen Musikrat unter Mitarbeit von Richard Mailänder und LKMD Kord Michaelis herausgegeben. Sie ist als Print- und Onlinepublikation hier erhältlich. Organistinnen und Organisten sowie Veranstalter, die im Rahmen des Projekts eine Aufführung von Werken aus dem Band planen, erhalten den Sammelband kostenfrei nach einer Registrierung auf der Projektwebsite. Mehr Informationen zum Projekt und den 17 Kompositionen gibt es auf www.orgel-corona.de.

(2.9.2021) Der V. Internationale „Young Organist“ Wettbewerb 2022 wird vom 31. Januar bis 6. Februar 2022 online stattfinden. Daran können in drei Altersklassen junge Organistinnen und Organisten jeder Nationalität teilnehmen, die bei Wettbewerbsanfang nicht älter als 22 Jahre sind. Die Jury besteht aus Natalia Vedernikova-Gureeva (Vorsitzende), Christoph Schoener (Stellvertreter), Zuzana Ferjencikova, Daniel Zaretsky, Rubin Abdullin, Lyubov Shishkhanova, Galina Semenova, Natalia Uzhvi. – Info: www.youngorganist.com

(30.8.2021) Am 28. August 2021 feierte der Bundesjugendchor sein Debüt in der Philharmonie Berlin im Rahmen des Musikfests Berlin. Der erste Auftritt dieses jungen Ensembles zog das Publikum im großen Saal der Philharmonie auch durch seinen warmen homogenen Klang, die Ausgewogenheit der Stimmgruppen und die Intonationsreinheit, gerade auch bei den Werken den Neuen Musik, in seinen Bann. 42 Sängerinnen und Sänger im Alter von 18 bis 26 Jahren bilden das neue Ensemble in der Trägerschaft des Deutschen Musikrates. Die künstlerische Leiterin Anne Kohler hatte mit dem Ensemble ein Programm von der Renaissance über die Romantik bis hin zur Gegenwart erarbeitet, mit Werken von Orlando di Lasso bis zu der Uraufführung der Auftragskomposition „Innen“ von Kathrin A. Denner. Der Bundesjugendchor wird, wie alle anderen Jugendprojekte des Deutschen Musikrates, durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. (Foto: Peter Adamik)

(28.8.2021) Vom 13. bis 21. September 2022 findet in Wien der 9. Internationale Franz-Schmidt-Orgelwettbewerb statt. Der Wettbewerb verlangt von den internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein breites Repertoire von Barock bis zur Gegenwart, das sie in drei Runden auf drei stilistisch unterschiedlichen Orgeln der Wiener Innenstadt (St. Ursula, Kalvarienbergkirche und Schottenkirche) interpretieren werden. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2022. Info: www.orgelwettbewerb.at

(25.8.2021) Für seine CD „Berlin! – Orgelwerke Berliner Komponisten“ (MDG) erhält der Berliner Domorganist Andreas Sieling (Foto: Boris Streubel) den diesjährigen „Opus Klassik“-Preis in der Kategorie „Solistische Einspielung Instrument des Jahres“. Erstmals zeichnet der Verein zur Förderung der Klassischen Musik damit einen aktiven Kirchenmusiker aus. Der Preis wird seit vier Jahren vergeben und ist der Nachfolger des „Echo Klassik“, der 2017 eingestellt wurde. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober 2021 im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt statt und wird ab 22:15 Uhr im ZDF übertragen. Für die prämierte CD „Berlin! – Orgelwerke Berliner Komponisten“ hat Andreas Sieling auf der Großen Sauer-Orgel im Berliner Dom Werke Berliner Komponisten aufgenommen, darunter Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Ersteinspielungen Berliner Spätromantiker.

(24.8.2021) Vom 20. bis 27. März 2022 wird an St. Andreas in Korschenbroich der 13. Internationale Orgelwettbewerb durchgeführt. Daran können Organisten und Organistinnen aller Staatsangehörigkeiten ohne Alterbeschränkung teilnehmen. Anmeldeschluss ist der 1. Januar 2022. In der Jury arbeiten zusammen: Hans Leenders, Franz-Josef Stoiber, Daniel Beckmann und Martin Sonnen. Info/Anmeldung: Stadt Korschenbroich, Kulturamt, Christina Nierwetberg, Tel.: 02161 /613-107 , kultur@korschenbroich.de, www.korschenbroich.de/freizeit_tourismus/Orgelwettbewerb.php

(27.7.2021) Martin Lehmann, der seit 2002 Chorleiter des Windsbacher Knabenchors, soll nach der Entscheidung der Findungskommission zum neuen Kantor des Dresdner Kreuzchores berufen werden. Die vom Dresdner Stadtrat eingesetzte Kommission hat den 47-Jährigen einstimmig als 29. Kreuzkantor vorgeschlagen. Der Stadtrat muss der Personalie nach der Sommerpause noch zustimmen, eine Entscheidung wird für den Herbst erwartet. Die Berufung als Kreuzkantor hat im Einvernehmen mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zu erfolgen. Lehmann (Foto Mila Pavan), der selbst im Kreuzchor gesungen hat, setzte sich gegen am Ende zwei Mitbewerber durch. Die Berufung als Kreuzkantor hat im Einvernehmen mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zu erfolgen. Lehmann wird, wenn der Stadtrat so entscheidet, im Sommer 2022 auf Roderich Kreile folgen, der den Knabenchor seit 1997 leitet und nun in den Ruhestand geht.

(14.7.2021) Denis Pisarevskiy aus Moskau hat den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis beim internationalen Orgelwettbewerb in der Mannheimer Christuskirche gewonnen, außerdem gab es zwei weitere zweite Preise zu je 2.500 Euro für Adrian Brech (Herxheim) und Hannes von Bargen (Stuttgart). Zusätzlich haben das Max-Reger-Institut und die Karg-Ehlert-Gesellschaft zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 1.000 € gestiftet. Den Max-Reger-Preis gewann Denis Pisarevskiy, und der Karg-Ehlert-Preis wurde geteilt und mit jeweils 500 € an Julian Beutmiller und Johannes Krahl vergeben. (Foto [Natascha Busbach]: hintere Reihe v. l.: Matthias Maierhofer, KMD Johannes Michel, Hermann J. Wilske, Markus Eichenlaub, Ludger Lohmann, Alexander Becker MdL)

(13.7.2021) Unter dem Titel „Nie zu alt fürs Singen“ findet vom 13. bis 17. Oktober 2021 in der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel ein Intensivkurs zur Chorarbeit mit Senioren statt. Die Leitung des Kurses teilen sich die Chorleiterin und Kirchenmusikerin Christiane Hrasky und Kai Koch, Professor für Musikpädagogik an der Universität Vechta. – Info: www.bundesakademie.de

(12.7.2021) Zwei neue Orgelprofessoren werden zukünftig in der Nachfolge Ben van Oostens an der Codarts University Rotterdam unterrichten: Zuzana Ferjencíková und Christian Schmitt. Die slowakische Konzertorganistin, Pianistin und Komponistin Zuzana Ferjencíková (Foto) studierte sie bei J. V. Michalko und Peter Planyavsky. Besonders geprägt hat sie ihr Studium bei Jean Guillou. Ihr Hauptinteresse gilt der Musik der Romantik des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie ist Exklusivkünstlerin beim Label Dabringhaus und Grimm. – Christian Schmitt studierte Orgel bei Daniel Roth, Leo Krämer und James David Christie. Seit 2014 ist er Principal Organist der Bamberger Symphoniker. Seine Spezialität ist das symphonische Orgelrepertoire. Schmitt hat mehr als 40 CDs eingespielt. 2021/22 ist er „Artist in Fokus“ des Tonhalle Orchesters Zürich sowie Kurator der dortigen „Internationalen Orgeltage“.

(22.6.2021) Mit einem Festakt ist am 21. Juni das Deutsche Chorzentrum in der Karl-Marx-Straße 145 in Berlin-Neukölln durch den Präsidenten des Deutschen Chorverbands, Christian Wulff, eröffnet worden. In Anwesenheit von Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, sowie dem Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Martin Hikel, wurde das Haus als neuer Ort des Austauschs für die Chor- und Vokalmusikszene in Deutschland präsentiert und allen Förderern und Partnern für ihr Engagement gedankt. Neben dem Deutschen Chorverband sind im Deutschen Chorzentrum der Chorverband Berlin, der Landesmusikrat Berlin, die Deutsche Chorjugend und die „Vokalhelden“, das Chorprogramm der Berliner Philharmoniker, ansässig. Wichtiger Bestandteil wird zudem eine Musik-Kita mit 70 Plätzen. – www.deutscher-chorverband.de

(9.6.2021) Neues von der VG Musikedition – Die VG Musikedition und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben erstmals einen Gesamtvertrag zum Vervielfältigen von Noten und Liedtexten in Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen der EKD unterzeichnet. Zwischen der EKD und der VG Musikedition besteht seit vielen Jahren ein Pauschalvertrag über Vervielfältigungen für den Gemeindegesang im Gottesdienst. Dazu zählen auch – zunächst befristet bis Ende 2022 – Liedtexteinblendungen bei der Übertragung von Gottesdiensten im Internet. Mit dem im Mai 2021 neu unterzeichneten Gesamtvertrag haben Gemeinden und sonstige Einrichtungen der EKD nach Abschluss eines verwaltungseinfachen und kostengünstigen Lizenzvertrages die Möglichkeit, (auch digitale) Vervielfältigungen von Noten (und Liedtexten) zu weiteren Zwecken anzufertigen und zu verwenden. Dies gilt zum Beispiel für Kinderbetreuungseinrichtungen, Familienbildungsstätten, sonstige Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung, der Altenpflege oder in Kirchenmusikschulen bzw. für den Einzelinstrumentalunterricht durch Kirchenmusiker.

Bereits seit einigen Jahren können Musikschulen (auch Kirchenmusikschulen) mit der VG Musikedition einen Lizenzvertrag abschließen, der es ermöglicht, Kopien (Vervielfältigungen) von Noten und Songtexten für den Unterricht und für Aufführungen in bestimmtem Umfang herzustellen und zu verwenden. Seit diesem Jahr bietet die VG Musikedition auch privat unterrichtenden oder freiberuflichen Musikpädagogen eine vergleichbare Lizenz an, mit der Vervielfältigungen von Noten/Songtexten für Unterricht und Aufführungen angefertigt werden können. Dieses Angebot richtet sich ausdrücklich auch an diejenigen Kirchenmusiker, die im Rahmen ihrer Dienstverpflichtungen als Instrumentallehrer tätig sind. Aufgrund eines neuen Gesamtvertrages mit der EKD erhalten Kirchenmusiker im Dienst der EKD auf die Normaltarife einen Nachlass von 20 %.  /  www.vg-musikedition.de

(4.6.2021) Das Rätsel um das Grab Joachim Neanders ist gelöst. Die Beisetzung des Dichters von „Lobe den Herren“ fand am 3. Juni 1680, drei Tage nach seinem Tod, auf dem Kirchhof der Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen statt. Alle bisherigen Biographen wussten von keiner Ruhestätte oder vermuteten sie in St. Martini, wo der Dichter das letzte Jahr seines nur 29-jährigen Lebens als Hilfsprediger beschäftigt war. Den entsprechenden Eintrag „Neander Joachimus“  fand Ulrich Kaiser (Foto), seit 2018 Kirchenmusiker und Leiter des Knabenchores an Unser Lieben Frauen, im Staatsarchiv des Stadtstaates.

(31.5.2021) Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, der in diesem Jahr wegen der Pandemie digital stattfand, wurde auch in der Solowertung Orgel ausgetragen. In den vier Altersgruppen errangen insgesamt 14 junge Musikerinnen und Musiker den ersten Preis mit 25 oder 24 Punkten: AG III: Johanna Rist (Reutlingen), Theodor Karl Schubert, Wiebke Thaller (Schlammersdorf); AG IV: Julian Becker (Hannover), Jan Liebermann (Liederbach/Ts.), Sarah Perarnaud Aramendi (San Sebastián, Spanien), Georg Schäfer (Karlsruhe), Luise Künzl (Ingolstadt), Silvan Meschke (Düsseldorf); AG V: Thorsten Grasmück (Walsheim), Simon Markus Forberg (Renningen), Philipp Hennig (Karlsruhe), Junhui Oskar Liao (Leverkusen); AG VI: Felix Wunderle (Todtnau-Aftersteg).

(22.5.2021) Nachdem einige Bundesländer das Singen unter konkreten Auflagen wieder erlauben, hat der Deutsche Chorverband den neuen Leitfaden für Chorproben in Pandemie-Zeiten (SARS-CoV-2) erarbeitet. Mit ihm und einer zusätzlichen Checkliste soll der verantwortungsvolle und risikoarme Wiedereinstieg in das Chorsingen mit konkreten Handlungsempfehlungen unterstützt werden. Darüber hinaus beantwortet auch das Kompetenznetzwerk „Neustart Amateurmusik“ Fragen rund und um das Musizieren unter Pandemie-Bedingungen: per Mail unter info@frag-amu.de sowie telefonisch unter 030 / 609 8078139 (Mo.–Fr. von 11–13 Uhr sowie Mo.–Do. von 19–21 Uhr). – Link zum Leitfaden

(20.5.2021) Ab sofort ist für Fachteilnehmer eine Anmeldung für die chor.com vom 23. bis 26. September 2021 in Hannover möglich. Für Chorleiter und -leiterinnen, Komponisten, Musikpädagogen, Kirchenmusiker, Chormanager, ambitionierte Sänger und Sängerinnen sowie alle anderen an Vokalmusik Interessierten bieten die über 200 Workshops, Reading Sessions und Masterclasses sowie mehr als 20 Konzerte und das Forum mit Ausstellermesse die Gelegenheit, in die Welt der Vokalmusik einzutauchen, sich fachlich weiterzubilden und Neues auszuprobieren. Ein besonderer thematischer Fokus wird in diesem Jahr unter anderem auf der nordischen Chormusik liegen. – www.chor.com

(20.5.2021) Auf seiner Internetseite www.deutscher-orgelbau.de (Rubrik „Orgelbau“) hat der Bund Deutscher Orgelbaumeister (BDO) ein Lexikon der Stimmungen veröffentlicht, verfasst von Hans Eugen Frischknecht und Jakob Schmid. Neben Wissensgrundlagen sind damit Daten zu mehr als 300 Stimmungsarten leicht zugänglich. In der Einführung werden die akustischen Grundlagen der Temperierung und die Systematik des Lexikons aufgezeigt. Einige Tonbeispiele verdeutlichen die teils großen Unterschiede der Temperierungen. Bei jeder Stimmung werden die Abweichungen von der zugrunde gelegten gleichstufigen Stimmung nicht nur in Cent-Werten angegeben, sie sind dank der grafischen Darstellung auch sehr gut überschaubar und – sobald man einen Akkord anklickt – sogar hörbar. Darüber hinaus gibt es auch noch ein freies System, in dem eigene neue Stimmungen entwickelt werden können.

(19.5.2021) Thomas Sorger wird neuer Diözesanreferent für Kirchenmusik im Bistum Trier und Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Trier. Er folgt zum 1. Juli Matthias Balzer, der am 30. Juni 2021 in den Ruhestand geht. Thomas Sorger (* 1962) hat ein Studium der Kirchenmusik in Köln sowie ein Studium als Musikschullehrer für Klavier und Gesang an der Universität in Koblenz absolviert. Er war Kirchenmusiker in Neuwied und Düren und freiberuflich als Ensemblesänger, Liedbegleiter, Continuospieler und Chorleiter tätig. Seit 2014 ist er Regionalkantor im Bistum Trier und leitet die Fachstelle für Kirchenmusik Neuwied. Er ist als Dozent bei den Kirchenmusikwerkwochen und in der Mitarbeit bei der Fortbildungswoche Kirchenmusik für Priester der Weltkirche im Bistum Trier aktiv. Im Zusammenhang mit der Synodenumsetzung hat Sorger in der Teilprozessgruppe Geistliche Zentren und im Entwicklungsprozess Kirchenmusik sowie in der Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Ergebnisse des Entwicklungsprozesses Kirchenmusik mitgearbeitet.

(3.5.2021) Corona hat die Chormusik aus dem Takt gebracht, mit rückläufigen Mitgliederzahlen, finanziellen Sorgen und Nachwuchsproblemen. Erstmals beschreibt eine Studie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die im März 2021 bei über 4.300 Chören in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt wurde, systematisch die Auswirkungen der Pandemie auf die Chorlandschaft. Die sogenannte ChoCo-Studie unter Leitung von Kathrin Schlemmer (Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Eichstätt-Ingolstadt) dokumentiert nicht nur die kritische Lage der Chöre in allen wesentlichen Aspekten der Chorarbeit, sondern sie zeigt auch Förderbedarfe auf, um weiteren Schaden abzuwenden. Ko-Autoren der Erhebung sind KMD Tobias Brommann (Berlin), Jan Schumacher (Universitätsmusikdirektor, Goethe-Universität Frankfurt/Main) sowie Ester Petri und Johannes Graulich (Carus-Verlag Stuttgart). Erste Studienergebnisse sind hier abrufbar.

(28.4.2021) Am 18. April verstarb im Alter von 93 Jahren der Komponist Helmut Barbe. Geboren 1927 in Halle (Saale) gehörte er jener Generation an, in deren Jugend Krieg und Barbarei unauslöschliche Bilder hinterließen, die aber andererseits ein großes Interesse an innovativen Konzepten entwickelte. Nach seinem Studium an der Berliner Kirchenmusikschule bei Gottfried Grote und Ernst Pepping wurde Helmut Barbe Kantor an der St. Nikolai-Kirche in Berlin Spandau, ein Amt, das er von 1952 bis 1975 innehatte. Daneben wirkte er von 1955 bis 1975 als Dozent an der Kirchenmusikschule. Die von ihm geleiteten Aufführungen seiner Kompositionen in St. Nikolai waren für die Spandauer Studierenden absolut ungewöhnliche Ereignisse. Schlagartig überregional bekannt wurde Barbe 1956 mit seinem anlässlich des Kirchentages in Frankfurt/Main aufgeführten Musical Halleluja, Billy. Den in diesem Werk eingeschlagenen Weg im Tonfall etwa eines Kurt Weill ging er allerdings in der Folge nicht weiter. 1972 wurde Helmut Barbe zum Berliner LKMD ernannt. Ab 1975 lehrte er an der Hochschule der Künste als Professor für Musiktheorie und Komposition. Er verstand es wie nur wenige, den musikalischen Horizont seiner Studenten abseits ausgetretener Pfade zu weiten. In den beiden letzten Jahrzehnten entwickelte sich eine Beziehung zur Heidelberger Hochschule für Kirchenmusik. In seiner Musik geht es immer wieder um die Verankerung des menschlichen Daseins in einen übergeordneten, dem Auge verborgenen Zusammenhang. Barbes umfangreicher Werkkatalog enthält ganz überwiegend Chormusik. Sein Canticum Simeonis von 1958  verankerte sich über die Jahrzehnte fest in den Konzertprogrammen, und die drei Bände Deutsche Volkslieder haben eine Art Kultstatus erlangt. Fast alle Kompositionen Barbes zeichnet eine ganz eigene Klangaura aus. Sie resultiert aus einem eigenständigen, vertikal orientierten Umgang mit der Zwölftönigkeit. Barbe erzeugt auf diese Weise fast „magisch“ zu nennende Klanglandschaften. In ihnen scheint er immer wieder das Unaussprechliche von Texten und Musik beschwören zu wollen. (Bernd Stegmann)

(27.4.2021) Rudolf Lutz, dem musikalischen Leiter der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen, ist die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen worden. Die theologische Fakultät würdigt „damit seine Verdienste um die Vermittlung von Musik und Wort in der Gesamtaufführung des Vokalwerks von Johann Sebastian Bach und in innovativen Werkeinführungen sowie seinen langjährigen Einsatz zur Vermittlung geistlicher Musik in der Schweiz und im Ausland“. Rudolf Lutz hat zusammen mit Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung und zahlreichen international renommierten Solistinnen und Solisten bereits über 140 der rund 220 Vokalwerke des Thomaskantors aufgeführt und in Ton und Bild eingespielt. Das Projekt der Gesamtaufnahme wird bis etwa 2027 dauern. Die Aufnahmen können kostenlos über die Plattform bachipedia.org abgerufen werden, ebenso Werkeinführungen sowie umfangreiches weiteres Hintergrundmaterial zu den einzelnen Kompositionen Bachs. (Foto: Jelena Gernert)

(22.4.2021) Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKVW) hat die Entscheidung über die Zukunft der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten und die mögliche Zusammenlegung der bisher getrennten Fachbereiche „Kirchenmusik Klassisch“ und „Kirchenmusik Popular“ vertagt. Die Kirchenleitung hat in der Sitzung vom 21. und 22. April ausführlich Alternativen der Kirchenmusikausbildung diskutiert, darunter den möglichen Umzug der beiden Hochschulstandorte Herford und Witten in einen Neubau auf dem Gelände der Evangelischen Hochschule in Bochum und die Beibehaltung und Sanierung der bisherigen Standorte. Das Gremium möchte sich angesichts der zukunftsweisenden Bedeutung der Entscheidung zusätzliche Zeit nehmen, um Chancen der Optionen und finanzielle Risiken weiter zu prüfen.

(22.4.2021) Die Corona-Pandemie hat Chöre und Orchester in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß getroffen. 14,3 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in ihrer Freizeit. Seit Beginn der Pandemie musste ein Großteil dieser Ensembles ihre Aktivitäten einstellen oder digital fortführen. Obwohl viele Musikverbände auf Basis einzelner Studien Leitfäden für Hygienekonzepte erarbeiten konnten, fehlte bisher jedoch eine vollständige Übersicht über die bisherigen Forschungen und Studienergebnisse zum Spannungsfeld Musizieren unter Pandemiebedingungen. Das Cluster „Wissenschaftliche Grundlagen“ des Kompetenznetzwerks „Neustart Amateurmusik“ hat den aktuellen Forschungsstand zum Thema Musizieren in Pandemiezeiten aufgearbeitet und die aktuellen Forschungsergebnisse für diverse musikalische Formen in einer Publikation zusammengestellt. Die kostenlos einsehbare Publikation Grundlagen für das Musizieren unter Pandemiebedingungen bündelt Forschungsergebnisse führender Forschungsinstitute in Deutschland zu diesem Thema und bietet mit dieser Übersicht eine Basis für die Erarbeitung von Hygienekonzepten sowie eine Grundlage für kulturpolitische Entscheidungen. – https://bundesmusikverband.de/grundlagen/

(10.4.2021) Lucas Pohle, zuletzt als Kantor an der Leipziger Nikolai-Kirche tätig, wurde zum 1. April 2021 als Nachfolger von Mareile Krumbholz auf die Orgelprofessur mit dem Schwerpunkt Improvisation/Gottesdienstliches Orgelspiel an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth berufen. Pohle studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden sowie an der Universität der Künste in Berlin, wo er auch die Studiengänge Konzertexamen Orgel-Literaturspiel und Konzertexamen Orgelimprovisation absolvierte. Er unterrichtete in Dresden an der Hochschule für Kirchenmusik sowie an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber. Pohle ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe und konzertiert im In- und Ausland. – Eine weitere Personalie: LKMD Ulrich Knörr zum Honorarprofessor an die Bayreuther Hochschule bestellt.

(1.4.2021) Unter dem Titel „Landmusik“ startet der Deutsche Musikrat ein neues Förderprogramm. Ziel ist die Stärkung des Musiklebens im ländlichen Raum, um so einen Beitrag zur qualitativen Annäherung von urbanen und ländlichen Regionen zu leisten. Es werden Konzerte und Initiativen gefördert, die Musik erlebbar machen und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat festigen. Die Ausschreibungen sind am 1. April 2021 veröffentlicht worden. Die Projektförderung richtet sich an Profis und Laien: Antragsberechtigt sind Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern oder Einzelpersonen, Kultur- und Bildungsinstitutionen (Musikschule, Kirche, Kulturverein, Schule, usw.) und kommunal oder bürgerschaftlich getragene Einrichtungen. Ein weiterer Bestandteil des Programms ist die Auszeichnung „Landmusikort des Jahres“. mit der einmal im Jahr 13 Kommunen und Landkreise aus dem ländlichen Raum für bereits laufende, kreative Ideen ausgezeichnet werden. Alle Infos landmusik.musikrat.org (Foto: Nikolaj Lund)

(22.3.2021) Der Organist und Komponist Dominik Susteck verlässt Ende Juni die Kunststation St. Peter in Köln. In der gotischen Kirche in der Kölner Innenstadt hat er seit 2007 die Arbeit seines Vorgängers Peter Bares fortgeführt und maßgeblich dazu beigetragen, den Ort als Zentrum der zeitgenössischen Kunst und Musik zu bewahren. In den 14 Jahren hat Susteck mehr als 600 Konzerte veranstaltet und zum Teil selbst gespielt, darunter fünfzehn Mal das von Peter Bares übernommene Festival „orgel-mixturen“. An der Orgel (Orgelbau Peter 2006) entstanden 15 CDs mit zeitgenössischer Orgelmusik. Ab dem 1. Juli 2021 wird Dominik Susteck (Foto: Michael Muck Kremtz und Boris Heinrich) Leiter des Fachbereichs Kirchenmusik des Erzbistums Paderborn und damit Nachfolger von Paul Thissen, der in den Ruhestand geht.

(18.3.2021) Am 12. März ist Wolfgang Bretschneider im Alter von 79 Jahren gestorben. Er war viel mehr als ein die Kirchenmusik im Hier und Jetzt lebendig erklingen lassender, zukunftsfroh die Hoffnung nicht verlierender, menschenfreundlicher Seelsorger. Bis zu seinem Tod blieb er ein wacher, alle aktuellen Tagesereignisse sehr differenziert betrachtender Geist – und dazu ein überaus humorvoller Mensch. Als Priester am Bonner Münster lag ihm immer an einer gelingenden „Konzelebration“ zwischen Altar und Orgelempore, vor allem, um der Gemeinde diese Symbiose als Geschenk mit auf den Weg zu geben. Ob mit seiner Münsterschola, als Begleiter des Münsterchores oder als Interpret des Chemin de la Croix von Marcel Dupré: als Kirchenmusiker war er auch am Bonner Münster eine Institution. Qualitativ hochwertige und spirituell neue Formen unterstützte er begeistert und verlor nie die Freude daran, bei deren Umsetzung aktiv mitzuwirken. Kirchenhierarchische Demütigungen, die seinen Lebensweg torpedierten, konnten seinem positiven Wesen nicht nachhaltig schaden. Er liebte seine Kirche – und er litt an ihr, ganz besonders in den vergangenen zehn Jahren. Große Hoffnung setzte er auf die Jugend, die er als Professor für Liturgie und Kirchenmusik an vielen verschiedenen Hochschulen und Priesterseminaren ausgebildet und begeistert hatte. Sie sollte der Kirche neue Kraft und ein den Nächsten liebendes Antlitz geben. In unzähligen Gremien und Institutionen war es sein Ziel, in möglichst vielen Menschen das Feuer des Heiligen Geistes zu entflammen. Die katholische Kirchenmusik in Deutschland hat er – nicht nur als Präsident des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes – über Jahrzehnte gemeindenah erneuert und ins 21. Jahrhundert geführt. Als Mensch und als Priester blieb er stets bescheiden: Nie sah man ihn in klerikaler Kleidung oder mit angesteckten Ehrensymbolen. Nein, der österliche Mensch Wolfgang Bretschneider schöpfte aus einer tiefen mystischen Quelle lebendigen Wassers, die keinerlei Äußerlichkeiten bedurfte.(Markus Karas)

(17.3.2021) Zum Sommersemester beginnt Marius Mack als neu gewählter Professor für Chor- und Orchesterleitung mit einem Dienstumfang von 50 % an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen. Marius Mack, Bezirkskantor in Villingen, bleibt der Praxis als Kirchenmusiker dort mit einer halben Stelle verbunden. Marius Mack stammt aus Herrenberg, errang mehrere Preise an der Orgel und mit Vokalensemble, war vor seiner Stelle in Villingen Kirchenmusiker in Sulzburg und zuletzt auch Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Freiburg. Info: www.kirchenmusikhochschule.de

(16.3.2021) Anfang März 2020 fand in der Evangelischen Akademie Frankfurt/M. die Tagung „Alles im Fluss – Berufsbild Kirchenmusik im 21. Jahrhundert“  mit fast 100 Teilnehmenden statt. Inzwischen ist die Tagungsdokumentation erschienen. Sie ist auf den Internetseiten http://direktorenkonferenz.org bereitgestellt. Die „Frankfurter Thesen“ sind das Ergebnis der Tagung.

(15.3.2021) Vom 15. bis 18. September 2021 findet in der Abtei Himmerod (Eifel) und in der Konstantin-Basilika Trier der 9. Internationale Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis statt, der für junge Organisten und Organistinnen bis zum 35. Lebensjahr ausgeschrieben wird. Verliehen werden drei Preise (4000/2000/1000 Euro) sowie bis zu vier Sonderpreise. Für den Orgelwettbewerb liegt eine aktualisierte Ausschreibung vor, der 1. Durchgang wird über Videoeinsendungen durchgeführt. Anmeldeschluss ist der 1. Juli 2021. Info: www.hermann-schroeder.de und www.moselmusikfestival.de

(4.3.2021) Mit der ChoCo-Studie 2021: Chormusik in Coronazeiten soll die Situation der Chöre in Deutschland, Österreich und der Schweiz während der Corona-Pandemie wissenschaftlich untersucht werden. Schwerpunkt der Befragung sind Chöre im Amateur- und semiprofessionellen Bereich; auch professionelle Chöre können teilnehmen. Die Umfrage, die bis Ende März 2021 erreichbar ist, richtet sich primär an Chorleiter und -leiterinnen, Chorvorstände und Chor-Verantwortliche. Um die Umfrage für einen Chor auszufüllen, werden ca. 10 Minuten benötigt. Die ChoCo-Studie findet unter der wissenschaftlichen Leitung von Kathrin Schlemmer (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) statt. Co-Autoren der Studie sind Domkantor KMD Tobias Brommann (Berliner Dom), UMD Jan Schumacher (Goethe Universität Frankfurt/Main), Ester Petri und Johannes Graulich (Carus-Verlag). – Link: www.soscisurvey.de/ChoCo2021

(3.3.3021) „Ich bin dabei“ – mit diesem vielstimmigen Votum endete die Gründungstagung für das neue Netzwerk Kirchenmusikvermittlung mit 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Internet am 22. und 23. Februar 2021. Anstoß dazu gab der Verband evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland (VEM). Christoph Bogon, Präsident des VEM bis 2020, erwähnte in seiner Begrüßung einige zentrale Punkte in der Genese der „Musikvermittlung im kirchlichen Bereich“: Als erste Angebote die überkonfessionell ausgeschriebenen Fortbildungen der Bundesakademien in Trossingen und Wolfenbüttel, das Symposion „Vermittlungsdimensionen der Kirchenmusik“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg 2017 und nun die Idee, die vielfältigen und bundesweit im Crescendo begriffenen Aktivitäten in die Gestaltung einer noch zu entwickelnden Plattform für kollegialen Austausch und Qualitätsentwicklung einzubringen. Info und Anmeldung zum Netzwerk

(22.2.2021) Der 3. Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt findet pandemiebedingt digital und dezentral statt. Die Uraufführung des Oratoriums „EINS“ von Eugen Eckert und Helmut Schlegel (Text) und Bernhard Kießig und Peter Reulein (Musik) wird jedoch zentral platziert sein. Das Werk ist eine Auftragsarbeit der Kirchenmusikdirektoren der gastgebenden Kirchen. Deren Vision war es, im Frankfurter WM-Stadion den „größten ökumenischen Chor der Welt“ mit vielen tausend Sängern und Musizierenden zu präsentieren. Im Rahmen des geänderten Gesamtkonzepts für den ÖKT wird „EINS“ nun als kultureller Schwerpunkt nach dem Festakt zur Eröffnung des ÖKT am Freitagabend, 14. Mai 2021, gestreamt. Die Besetzung wurde den Hygieneauflagen angepasst: Ein Bühnenensemble wird seinen Part vorproduzieren. Um den ursprünglichen Charakter des „Oratoriums zum Mitsingen“ zu erhalten, sind Virtual-Choir-Einspielungen eines Kinderchores, eines Chores aus hauptamtlichen Kirchenmusikern und eines Bläserensembles geplant. „EINS“ bündelt den biblischen Aufruf zur Einheit aus dem 4. Kapitel des Epheserbriefes. Der evangelische Pfarrer Eugen Eckert und Pater Helmut Schlegel haben um diesen Text eine Geschichte entwickelt. Die Komposition von Bernhard Kießig und Peter Reulein verbindet Gregorianik, Choral, Klassik, Kleszmer und Jazz-Pop. – www.oekt.de

(8.2.2021) Ein ungewöhnliches Projekt im sonst eher holzlastigen Orgelbau ist auf der Suche nach Unterstützern: Ein Modell einer Norddeutschen Barockorgel aus Lego-Steinen. Das von Christoph Ruge konstruierte Modell verfügt über zwei Manuale und Pedal, insgesamt 186 Pfeifen in 14 Registern, Windkanäle, Abstrakten sowie eine bewegliche Balganlage. Sie lässt sich leicht zerlegen, so dass auch das Innere zu sehen ist. Finden sich genügend Stimmen für das Modell, könnte es bei Lego in Produktion gehen. Zu finden ist die Abstimmung bei Lego Ideas (https://ideas.lego.com/) unter dem Suchbegriff „Arp Schnitger“.

(1.2.2021) Online-Gottesdienste und -Konzerte verlangen nach einer rechtlichen Absicherung bei der Verwendung von urheberrechtlich geschützten Musikwerken und Texten. Näheres dazu bei der VG Musikedition und der GEMA.

(12.1.2021) Wegen der nicht vorhersehbaren Pandemielage im Mai 2021 wird das Format des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt (13.–16.5.2021) grundlegend geändert. Er wird konzentrierter, dezentraler, digitaler. Um der Verantwortung für den Gesundheitsschutz nachzukommen, aber gleichzeitig der Aufgabe als christliche Plattform gerecht zu werden, setzt der 3. ÖKT nun verstärkt auf digitale Beteiligung und Mitwirkungsmöglichkeiten auch jenseits der Frankfurter Stadtgrenzen. Das Event erhält dadurch ein neues Gesicht:  Ein stark konzentriertes und volldigitales Programm am Samstag, bei dem der Fokus auf den aktuellen und großen Herausforderungen und Aufgaben im kirchlichen und gesellschaftlichen Bereich liegen wird. Es soll auch ohne Massenveranstaltungen vor Ort so partizipativ und interaktiv wie möglich gestaltet werden. Den Rahmen des 3. ÖKT bilden der Gottesdienst an Christi Himmelfahrt und der Schlussgottesdienst am Sonntag. Zusammen mit konfessionellen Gottesdiensten am Samstagabend, die ökumenisch sensibel gestaltet werden, stellen sie wichtige Ankerpunkte auf dem gemeinsamen Weg der Konfessionen in unserem Land dar und sollen bundesweit übertragen und mitgefeiert werden. Thomas Sternberg, Präsident des 3. ÖKT macht die mit der medialen Verbreitung des Programms verbundene Hoffnung auf ein starkes ökumenisches Signal deutlich: „Da die Menschen nicht nach Frankfurt kommen können, kommt der 3. ÖKT zu ihnen nach Hause. Wir laden alle dazu ein, den ÖKT in der Kirchengemeinde, im Verband oder im Freundeskreis mitzuerleben und mitzugestalten.“
Das konkrete Programm des neu gedachten 3. ÖKT und die Teilnahmebedingungen werden im Frühjahr vorgestellt. – www.oekt.de

(11.1.2021) Die Bach-Medaille 2021 der Stadt Leipzig wird in diesem Jahr erstmals an zwei Personen zugleich verliehen: an die beiden Musikwissenschaftler Hans-Joachim Schulze und Christoph Wolff. Der 1934 in Leipzig geborene Hans-Joachim Schulze (* 1934) und der Christoph Wolff (* 1940) sind ehemalige Direktoren des Leipziger Bach-Archivs. Beide prägten die Bach-Forschung seit 60 Jahren auf beeindruckende Weise. Die Auszeichnung soll am 17. Juni im Rahmen des Leipziger Bach-Festes 2021 übergeben werden. Sowohl Schulze als auch Wolff haben nicht nur zahlreiche Veröffentlichungen bei Bärenreiter und anderen Verlagen, Quellenfunde und Noteneditionen zu Johann Sebastian Bach vorgelegt, sie setzten sich auch für „eine kontinuierliche Zusammenarbeit der Bach-Forschung über den eisernen Vorhang hinweg“ ein. Beide Musikwissenschaftler haben bereits eine Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz erfahren, Wolff hat außerdem mehrere Ehrendoktorwürden inne.

(15.12.2020) Die Orgel ist das Instrument des Jahres 2021. Dies beschlossen die Landesmusikräte Deutschlands, die seit 2008 jedes Jahr gemeinsam ein Instrument des Jahres küren. Jedes Bundesland beruft eigene Schirmherrinnen und Schirmherren und hat seine eigene Vorgehensweise, um das länderübergreifende Ziel zu erreichen: Neugier und Aufmerksamkeit auf die vielen Facetten der Orgel zu lenken.

(7.12.2020) Peter Ammer wird ab Januar 2021 den Verband Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland (VEM) leiten. Auf der Zentralratstagung im Oktober wurde er damit zum Nachfolger von Christoph Bogon gewählt, der das Amt zwölf Jahre lang innehatte. Peter Ammer, bisher schon Vizepräsident des VEM und einer der beiden Vorsitzenden des Verbandes Evangelische Kirchenmusik in Württemberg, ist Kirchenmusiker in Nagold.

(5.12.2020) LKMD Frank Dittmer wurde auf den Lehrstuhl für Kirchenmusik mit Schwerpunkt Chorleitung am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Universität Greifswald berufen. In dieser Funktion wird er zugleich künstlerischer Leiter der Greifswalder Bachwoche und des Greifswalder Domchores sein. Dittmer wird die neue Stelle zum 1. April 2021 antreten. Damit endet eine über zweijährige Vakanz. Er ist nicht nur ein erfahrener Chorleiter und ausgewiesener Orgelvirtuose, wie er es in seiner vormaligen Stelle als Domkantor an St. Nikolai Greifswald unter Beweis gestellt hat, sondern er ist durch seine Arbeit als Landeskirchenmusikdirektor seit 2000 in der Nordkirche bestens bekannt als leidenschaftlicher Kirchenmusiker, der Menschen und Chöre zu motivieren versteht und sich auf ganzer Breite für die Belange der Kirchenmusik in unseren Gemeinden engagiert.

(24.11.2020) Die Auswahlkommission im Verfahren zur Nachfolge im Thomaskantorat Leipzig schlägt Andreas Reize aus Solothurn zur Berufung zum Thomaskantor vor. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung wird diese Wahl dem Stadtrat in dessen Sitzung am 16. Dezember 2020 zur Entscheidung vorlegen. Andreas Reize wurde 1975 im schweizerischen Solothurn geboren. Er studierte Kirchenmusik an den Musikhochschulen in Bern und Winterthur-Zürich und absolvierte ein Studium der historischen Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis sowie ein Aufbaustudium Orchesterleitung an der Musikhochschule Luzern. Außerdem legte er ein Konzertdiplom im Fach Orgel, ein Lehrdiplom Klavier sowie ein Postgraduate-Studium im Fach Chor-Dirigieren ab. Zur Zeit leitet Reize das „Cantus Firmus Vokalensemble“ sowie das „Cantus Firmus Consort-Orchester“ auf historischen Instrumenten, ist Musikdirektor der Oper Waldegg, seit 2007 Leiter der Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn, seit 2011 Leiter des Gabrielichors Bern und Chordirektor des Zürcher Bach-Chores sowie seit 2019 Erster Gastdirigent am Theater Biel-Solothurn für den Bereich Alte Musik. Gastdirigate führten ihn zu verschiedenen namhaften Ensembles, u. a. an das Nationaltheater Mannheim. Reize soll die Nachfolge von Thomaskantor Gotthold Schwarz antreten, dessen Vertrag mit der Stadt Leipzig vereinbarungsgemäß am 30. Juni 2021 endet. Der Amtsantritt ist für September 2021 geplant.

(9.11.2020) Am 5. November 2020 verstarb vollkommen unerwartet Helmut Fleinghaus, seit 2007 Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen. Er wurde 62 Jahre alt. Mit Fleinghaus verliert die Hochschule einen Menschen mit „Tiefgang, Empathie und Humor“, so Prorektor Ulrich Hirtzbruch in seinem Nachruf für den Verstorbenen. „Er war ein großherziger Mensch. Seine Zuwendung zu jedem Einzelnen meinte er wirklich ernst“, so erinnert sich Prorektor Hartmut Naumann. Helmut Fleinghaus, geboren 1985 in Wuppertal, studierte in Köln Musikwissenschaft, Pädagogik, Philosophie, Schulmusik, Evangelische Kirchenmusik und Orgel. 1982 legte er sein erstes Staatsexamen für das Lehramt an der Sekundarstufe II ab, 1983 folgten das A-Examen für Ev. Kirchenmusik, die Künstlerische Reifeprüfung im Fach Orgel sowie seine Dissertation über Die Musikanschauung des Erasmus von Rotterdam. 1985 wurde er Lehrbeauftragter an der damaligen Landeskirchenmusikschule und kurz darauf Dozent in Festanstellung. 1995 wurde er zum Prorektor berufen, 2007 zum Rektor. Helmut Fleinghaus hat insbesondere in den zurückliegenden zehn Jahren Weichen gestellt, die der Hochschule Wege in die Zukunft eröffnen. Maßgeblich dazu gehört sein Beitrag zur Einrichtung der Studiengänge Bachelor und Master „Evangelische Kirchenmusik Popular“ an dem seit 2016 – in Verbindung mit der Evangelischen Pop-Akademie – in Witten bestehenden Zweitstandort. 2016 brachte er gemeinsam mit KMD Hartmut Naumann auf EKD-Ebene den Entwurf der Curricula für BA und MA Kirchenmusik Popular in die Direktorenkonferenz ein. Grundvoraussetzung seiner Weitsicht und Offenheit waren eine umfassende Bildung und eine ganzheitliche Musikauffassung, die keinen Raum für fachliche Engstirnigkeit bot. (Hochschule Herford – Foto: Stephan Schütze/HfKM)

(9.11.2020) Am 5. November 2020 ist im 86. Lebensjahr Kirchenmusikdirektor Professor Helmut Gleim (Foto: Gert Richter) in Halle (Saale) gestorben. Ein Leben lang hat er sich der Kirchenmusik gewidmet, hat sich ihr voll und ganz verschrieben. Am 3. Juli 1935 kam er in Lüdenscheid zur Welt, verbrachte Kindheit und frühe Jugend im thüringischen Mühlhausen und kam 1953 zum Studium an die Kirchenmusikschule nach Halle. 1957 wurde er Kantor in Schönebeck an der Elbe. Als 24-Jähriger wurde Helmut Gleim 1959 an der Moritzkirche in Halle Nachfolger seines Lehrers Heinz Wunderlich, der 1959 nach Hamburg an die Hauptkirche St. Jakobi gewechselt hatte. 1960 bereits begann Gleim seine Lehrtätigkeit als Dozent für künstlerisches und liturgisches Orgelspiel, Chorleitung und Harmonielehre an der hallischen Kirchenmusikschule. 2005 beendete er seine Hochschullehrtätigkeit – nach 45 Jahren. Die Arbeit mit Chören rückte ab 1970 mehr und mehr in den Fokus. Gleim gründete die Hallesche Kantorei und leitete diesen großen übergemeindlichen Chor fast 40 Jahre lang. Ein weiteres Projekt war das Collegium vocale. 1978 wurde Gleim zum Direktor der Kirchenmusikschule Halle berufen. Er führte das Haus bis Ende 1999 mit Diplomatie und klugem Geschick durch die letzten Jahre der DDR und konnte die staatliche Anerkennung der nunmehr Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle (Saale) durch das Land Sachsen-Anhalt erreichen. 1993 erhielt er den Titel eines Professors. Für sein künstlerisches und pädagogisches Wirken wurde er mit dem Händelpreis der Stadt Halle und dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Der Kirchenmusikdirektor blieb in seinem langen beeindruckenden Berufsleben ein nahbarer Mensch und emphatisch gestimmter Kollege. Er wurde vielen, die er geprägt hatte, ein Freund. (Wolfgang Kupke)

(7.11.2020) Seit dem Jahr 321, also seit 1700 Jahren, gibt es den „arbeitsfreien Sonntag“. Dieses Jubiläum nehmen das Gottesdienst-Institut Nürnberg und das Deutsche Liturgische Institut Trier zum Anlass für einen Liedwettbewerb: Gesucht wird ein Lied für den sonntäglichen Gottesdienst katholischer wie evangelischer Gemeinden. Es soll inhaltlich im weiteren Sinne um die Theologie des Sonntags – als Tag der Auferstehung Christi – kreisen. Zudem soll die Relevanz des Sonntags für den Menschen von heute aufscheinen. Erwartet werden zeitgemäße Kompositionen für den Gemeindegesang – gegebenenfalls mit Chor bzw. Kantor oder Kantorin. Einsendeschluss ist der 30. April 2021. Nähere Informationen unter liturgie.bistum-wuerzburg.de/na-detail/ansicht/liedwettbewerb-1700-jahre-sonntag/

(5.11.2020) Der komplette, in der Berliner Staatsbibliothek erhaltene Briefwechsel des Komponisten Heinrich von Herzogenberg (1843–1900) mit dem Theologen Friedrich Spitta (1852–1924) ist jetzt in einer Internet-Publikation zugänglich. Auf www.herzogenberg.ch/briefwechsel.htm ist nun der bis zum Tod des Komponisten (Foto) im Oktober 1900 sich erstreckende Briefwechsel in 236 Schreiben dokumentiert und mit Kommentierungen erschlossen. Links ermöglichen das Einspielen der gescannten Originale sowie den direkten Zugriff auf im Netz verfügbare Informationen zu genannten Persönlichkeiten oder zu Fachbeiträgen auf der Herzogenberg-Homepage. Einige erhaltene Original-Fotografien veranschaulichen die Szenerie vor 125 Jahren, als es im Miteinander von Komponist und Theologe zu „sieben fruchtbaren Jahren für die Kirchenmusik“ kam. Die Entstehung etwa der Kirchenoratorien zu Weihnachten und Passion und der Erntefeier kann so im Detail nachvollzogen werden. Aus den Schreiben spricht eine faszinierende Atmosphäre von Spontaneität, Freundschaftlichkeit und Herzlichkeit, animierend und inspirierend für alle, die sich mit diesen Werken befassen. Für Transkription und Kommentierung zeichnet der Herzogenberg-Experte Konrad Klek (Erlangen) verantwortlich. Die technische Umsetzung besorgte der langjährige Geschäftsführer der Herzogenberg-Gesellschaft, Andres Stehli (Heiden).

(30.10.2020) Am 28. Oktober 2020 ist Ingeborg Stein im Alter von 86 Jahren in Weimar verstorben. Die Heinrich-Schütz-Forschung und -Pflege nicht nur Mitteldeutschlands verlieren mit ihr, die im Jubiläumsjahr 1985 Gründungsdirektorin der Forschungs- und Gedenkstätte Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz wurde und deren Leiterin bis 1990 war, eine unermüdliche und verdienstvolle Streiterin für den Sagittarius. Wie auch die anderen Gründer der Mitteldeutschen Barockmusik e. V. (MBM) arbeitete Ingeborg Stein im Bewusstsein, dass die einzigartige barocke Musikkultur Mitteldeutschlands als eine lebendige, klingende und ganz der Gegenwart verpflichtete Erlebniswelt zu sichern, zu erforschen, zu erhalten und zu stärken sei. In Bad Köstritz wurde unter ihrer Ägide die Schütz Akademie gegründet, die unter der Leitung ausgewiesener Experten der Alten Musik wie Wolfram Steude, Wolfgang Katschner, Howard Arman, Roland Wilson oder Wolfgang Helbich Arbeitstreffen und Kolloquien veranstaltete, Aufführungen und Einspielungen realisierte. Auf ihre Initiative gehen die Köstritzer Heinrich-Schütz-Tage zurück, die heute im Verbund mit dem Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels und der Dresdner Hofmusik e. V. als Heinrich Schütz Musikfest die zentrale Veranstaltung der MBM und deren Aushängeschild ist. Ebenso wie die Musik spielte für Ingeborg Stein auch die Literatur von Anfang an eine zentrale Rolle. Ihre literarischen Veröffentlichungen zeigen sie als eine sensible Schriftstellerin. Mit Heinrich Schütz im Wendelicht legte sie 2015 einen eindrucksvollen Erlebnisbericht über all die Hoffnungen, Widerstände und Widersprüche der Ehrung eines Musikers von Weltrang vor, in und nach der Wende vor.

(19.10.2020) Der Internationale Wettbewerb für Orgelimprovisation Schwäbisch Gmünd lädt junge Organistinnen und Organisten aus ganz Europa für den 31. Juli und den 1. August 2021 zur Teilnahme ein. Er findet im Heilig-Kreuz-Münster auf der 1983 erbauten Klais-Orgel statt (Foto). Die Jury 2021 bilden Karol Mossakowski (Lille), Gerben Mourik (Oudewater) und Stephan Beck (Schwäbisch Gmünd). Teilnahmeberechtigt sind Organistinnen und Organisten, die nach dem 31. Juli 1981 geboren sind. Die Anmeldung ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt. Anmeldeschluss ist der 30. April 2021. Weitere Informationen beim Kulturbüro Schwäbisch Gmünd, Telefon 07171 / 603-4114, kulturbuero@schwaebisch-gmuend.de, Ausschreibung unter www.kirchenmusik-festival.de (Festival-Wettbewerbe).

(15.10.2020) Das Liederbuch „SichtWeisen“ zum 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main verbindet mit 150 Liedern altes und neues Liedgut, pflegt Traditionen und wagt den Sprung in neue musikalische Gewässer. Viele Lieder wurden eigens zum Leitwort „schaut hin“ (Mk 6,38) oder den weiteren Bibeltexten des ÖKT neu getextet und komponiert. Einen ersten Eindruck gibt es bereits online: Auf www.oekt.de/sichtweisen gibt es das Video zur Nummer 1 „Schaut hin!“ mit Musik von Peter Hamburger und einem Text von Lothar Veit. Das Liederbuch zum 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main (Strube Verlag) steht ab sofort im Online-Shop des ÖKT und der Liederbuch-App Cantico zum Verkauf. Der 3. Ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt. Der Ticketverkauf startet am 1. Dezember 2020.

(12.10.2020) Kulturelle und musikalische Bildung versteht die Internationale Bachakademie Stuttgart als Teil ihrer gesellschaftlichen Aufgabe. Beim Musikvermittlungsprojekt „BachBewegt!Singen!“ wird sie vom dm-drogerie markt unterstützt. Im Oktober ist das Projekt „BachBewegt!Singen! ,Die Schöpfung‘“ gestartet. Mit rund tausend Schulkindern der Klassenstufen 4–6 aus verschiedenen Schulformen wird Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in einem altersgerechten Arrangement von Karsten Grundermann einstudiert. Weitere Informationen unter www.bachakademie.de

(7.10.2020) Christiane Hrasky, die Landeskantorin der Nordkirche, hat die „Chorantäne“-Zeit genutzt, um ihr bewährtes Konzept schöner singen 60plus zu digitalisieren und auch in Zeiten ausfallender Chorproben bzw. Stimmbildung für Sängerinnen und Sänger von zu Hause aus zugänglich zu machen. Auf einem YouTube-Kanal hat sie neun Videos mit unterschiedlichen stimmbildnerischen Schwerpunkten zur Verfügung gestellt, die Theorie mit Praxis bzw. der Möglichkeit zum Mitmachen kombinieren. Eine fundierte Stimmbildung wird hier mit Blick auf die Spezifika älterer Stimmen ausgerichtet, um diese durch gezielte Übungen gesund und leistungsfähig zu erhalten. Christiane Hrasky (Foto) kombiniert aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Stimmentwicklung im Alter mit ihren vielseitigen Erfahrungen als Stimmbildnerin und Chorleiterin. Es werden die komplexen Zusammenhänge und Sachverhalte verständlich erklärt, mit Grafiken visualisiert und durch das Vormachen auch klanglich veranschaulicht. Link zum Youtube-Kanal, PDF-Skript „schöner singen 60plus“: www.christiane-hrasky.de

(7.9.2020) Rudolf Ewerhart, von 1972 bis 1992 Leiter des Instituts für Katholische Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln, erhielt am 6. September aus den Händen des Trierer Bischofs Stephan Ackermann den päpstlichen Orden des heiligen Gregor des Großen im Rang eines Komtur, eine der höchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien vergeben kann. Mit dieser Ehrung wurde das verdienstvolle Lebenswerk des heute 92-Jährigen gewürdigt, der die Auszeichnung auch als Lob und Dank für die gesamte „Zunft“ der Kirchenmusiker empfindet. Ewerhart zählt zu den letzten noch lebenden Pionieren der Alten Musik und historischen Aufführungspraxis. Charakteristisch für sein Wirken ist die fruchtbare Verbindung von musikwissenschaftlicher Forschung und künstlerisch-praktischer Tätigkeit. (Foto: Franz Josef Ratte)

(5.9.2020) Die Initiative 3. Oktober - Deutschland singt lädt 2020 alle Generationen und Kulturen zum Offenen Singen und Feiern auf öffentlichen Plätzen in allen Städten und Dörfern ein und hat es sich damit zum Ziel gesetzt, den Tag der Deutschen Einheit in ganz Deutschland singend mitzufeiern und dadurch positiv zu prägen. Das gemeinsame Singen in allen Großstädten, Städten und Dörfern am 3. Oktober soll ein Zeichen der Dankbarkeit und ein Impuls für gelebte Einheit und Freiheit sein. Alle Infos: https://3oktober.org/

(15.9.2020) Die VG Musikedition hat die Vereinbarungen mit der katholischen und der evangelischen Kirche hinsichtlich der Einblendung von Liedern und Liedtexten im Rahmen von Gottesdiensten, die im Internet übertragen werden, ergänzt und verlängert. Bereits Mitte März hatte die VG Musikedition beiden Kirchen kurzfristig und ohne zusätzliche Vergütung die Möglichkeit eingeräumt, urheberrechtlich geschützte Liedtexte im Rahmen von live gestreamten Gottesdiensten sichtbar zu machen. Diese Regelung war zunächst bis zum 15. September befristet. Von der neuen Regelung umfasst sind Einblendungen von Liedern und Liedtexten u. a. bei der Übertragung von Gottesdiensten und gottesdienstähnlichen Veranstaltungen im Zusammenhang mit der zeitgleichen und nun auch zeitversetzten Übertragung. – www.vg-musikedition

(10.8.2020) Anne Kohler übernimmt ab August 2020 die künstlerische Leitung des neuen Bundesjugendchores unter dem Dach des Deutschen Musikrats. Anne Kohler ist Professorin für Chorleitung an der Hochschule für Musik Detmold. Dort leitet sie den Kammerchor sowie das Vokalensemble „Pop-Up“ und betreut eine Hauptfachklasse von Chordirigenten. Mit verschiedenen Chören hat sie mehrere renommierte Preise gewonnen.

(6.8.2020) Der Kalender „Orgeln 2021“ aus dem St. Benno-Verlag bietet Fotos von zwölf eindrucksvollen Orgeln. Namhafte Organisten (Josef Miltschitzky, Hilger Kespohl, Jens Goldhardt und Felix Friedrich u. a.) aus dem deutschsprachigen Raum stellen ihre Orgeln vor und lassen die Instrumente auf der beigefügten CD erklingen. Schöne Barockinstrumente wie die Orgel der Schlosskirche von Schloss Friedenstein in Gotha oder die Jacob-Hör-Orgel der ehemaligen Stiftskirche St. Katharina in Wolfegg treffen auf moderne Instrumente wie die Rieger-Orgel der St. Katharinenkirche in Frankfurt und machen die wertvolle Vielfalt der deutschsprachigen Orgellandschaft sichtbar. Der Kalender mit CD kostet 19,95 Euro, ohne CD 12,95 Euro.

(27.7.2020) Das Bachfest Leipzig 2021 beginnt mit einem gewaltigen Zyklus: „Bachs Messias“ erzählt vom 12. bis zum 15. Juni 2021 chronologisch das Leben des Erlösers anhand der drei Oratorien, der Matthäus-Passion und 33 ausgewählter Kantaten Johann Sebastian Bachs. Der vom Bachfest-Intendanten Michael Maul konzipierte Zyklus fußt auf der Trilogie „Jesus von Nazareth“ von Benedikt XVI., erschienen während seines Pontifikats. Der emeritierte Papst hat für das Bachfest ein Grußwort übermittelt, in dem er die zeitlose Wirkung von Bachs Musik als Botschafterin eines vielerorts erloschenen Glaubens herausstellt.

(16.7.2020) Die Kirchenmusikstudentin Julia Raasch (* 1997) erhält den mit 2.000 Euro dotierten Franz-Liszt-Preis 2020 der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Obwohl sie noch mitten im Diplomstudium bei Martin Sturm und Silvius von Kessel steckte, hat Julia Raasch (Foto: Lisa Kramer) bereits seit September 2019 eine Anstellung als Assistenzorganistin an der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg (Saale). Dort steht die weltberühmte Hildebrandt-Orgel von 1746. Von 2016 bis 2018 leitete sie Weimars größten Gospelchor. 2018 wurde ihr das Deutschland-Stipendium verliehen. Julia Raasch ist mehrfache Preisträgerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und erhielt 2015 einen Bundespreis im Fach Orgel. Zuletzt gewann sie einen Sonderpreis bei der „Northern Ireland International Organ Competition 2019“

(5.7.2020) Wie hoch ist das Risiko, sich beim Chorsingen mit dem Corona-Virus zu infizieren? Und wie lässt sich dieses Risiko minimieren? Nach Ansteckungsfällen bei Chören in den USA, Amsterdam, aber auch in Bayern und Berlin hat der Bayerische Rundfunk für seine Klangkörper gemeinsam mit dem LMU Klinikum München und in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Erlangen (FAU) selbst eine aufwändige Testreihe durchgeführt. Erste Ergebnisse gibt es hier: www.br.de/presse/inhalt/pressemitteilungen/aerosol-studie-chor-100.html

(23.6.2020) „In geschlossenen Räumen darf nicht gemeinsam gesungen werden“ … so heißt es unmissverständlich in der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin vom 23. Juni 2020. Der Protest von Opernhäusern, Chorverbänden und Chören kam postwendend.

(18.6.2020) Der Deutsche Chorverband (DCV) hat ein Positionspapier erarbeitet, das Möglichkeiten für das chorische Musizieren unter SARS-CoV-2 vorstellt. Es wurde im Kontakt mit Professor Dirk Mürbe von der Klinik für Audiologie und Phoniatrie der Charité Berlin entwickelt und basiert auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das Positionspapier will bestehenden Ängsten begegnen und Fragen beantworten, indem es wichtige Erkenntnisse und Empfehlungen der relevanten Studien zusammenfasst, auf konkrete Gefährdungen hinweist und zugleich Perspektiven aufzeigt, wie aktuell im Einklang mit den Hygieneanforderungen und regionalen Bestimmungen in Corona-Zeiten musikalisch miteinander gearbeitet werden kann. – Zum Positionspapier

(15.6.2020) Ist das die Lösung? Die Internetplattform Chorliebe.de/Sense of Unity bietet eine „Singmaske“ an, die Chören das Weiter- bzw. Wiedersingen ermöglichen könne. Eine Video zeigt, wie sie einzusetzen ist. www.chorliebe.de/produkt-kategorie/singmasken-und-zubehoer/

(9.6.2020) Der Bundesverband Musikunterricht fordert die Rückkehr zum (auch praktischen) Musikunterricht im Schuljahr 2020/21, um ein „Ensemblesterben“ zu verhindern, das in den Schulen einen massiven Flurschaden hinterlassen würde. Musik und die anderen künstlerischen Fächer seien zur Zeit wichtiger denn je. Der BMU ist ein Fachverband zur Förderung der musikalischen Bildung, insbesondere des Musikunterrichts in allen Schularten, -formen und -stufen. Er ist Interessenvertretung für Musik unterrichtende Lehrkräfte, Ausbilder, Hochschullehrer, Referendare sowie Lehramtsstudierende. – Die ganze Pressemitteilung hier

(26.5.2020) Die Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) plant für das akademische Jahr 2020/21 eine Aus- und Fortbildung für Orgelsachverständige. Der Gesamtkurs gliedert sich in mehrere Werkwochen. Er wendet sich sowohl an designierte Orgelsachverständige (Ausbildung) als auch an bereits amtierende Orgelsachverständige (Fortbildung) sowie an Dekanats- und Regionalkantoren. Restplätze werden an Studierende mit einem besonderen Interesse am Orgelbau vergeben. Die Aus- und Fortbildung der VOD wird an der Hochschule für Kirchenmusik (HfK) in Heidelberg durchgeführt und ist bei bestandenen Prüfungen als (frei wählbares) Modul in den Bachelor- und Master-Studiengängen anrechenbar. Die Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) verleiht nach zusätzlichen Ausbildungsleistungen und einer weiteren Prüfung als Gütesiegel für Mindeststandards im Orgelsachverständigenwesen das Zertifikat „Zertifizierter Orgelsachverständiger (VOD)“ / „Zertifizierte Orgelsachverständige (VOD)“. Termine und nähere Informationen unter www.orgelexperte.de.

(19.5.2020) Für das „Handbuch Seniorenchorleitung“ (2019, Bosse Verlag), hrsg. von Kai Koch, hat Franz Josef Ratte einen Beitrag zu den Kriterien geeigneter Literatur für Seniorenchöre veröffentlicht. Er kontaktierte viele Leiterinnen und Leiter von Seniorenchören und fragte nach empfehlenswerten Chorbüchern oder Einzelwerken. Das Ergebnis ist nun in Form einer PDF-Datei auf der Seite www.singen-im-alter.de zugänglich (s. Anhang bzw. www.singen-im-alter.de/praxismaterial.html). Hier soll eine Sammlung lohnender (gerprüfter) Literaturhinweise für Chorleitende von Seniorenchören entstehen. Kriterien für die Aufnahme sind einerseits die Empfehlung aus der Praxis und andererseits die Erfüllung einiger Gütekriterien (z. B. Stimmumfänge, Komplexität etc.).

(17.5.2020) Beim 9. Saarlouiser Orgel-Kompositionswettbewerb, veranstaltet vom Kulturamt der Kreisstadt Saarlouis und dem Förderverein „Klingende Kirche“ der Kath. Kirchengemeinde Lisdorf, hat die Jury unter Vorsitz von Thomas Daniel Schlee folgende Werke prämiert: Erster Preis für „Les mots de la lumière“ für Orgel und Flöte von Gorka Cuesta (* 1969) aus San Sebastián/Donostia (Spanien); zweiter Preis für „Annäherung“ für Orgel und Violoncello von Matthias Wamser (*1968) aus Rheinfelden (Deutschland), dritter Preis für „Piece for Violin and Organ“ für Orgel und Violine von Jean François de Guise (* 1970) aus Aken/Elbe (Deutschland). Wenn es der weitere Verlauf der Corona-Pandemie ermöglicht, finden Preisverleihung und Preisträgerkonzert mit der Uraufführung der Siegerkomposition am 27. September 2020 statt.

(13.5.2020) Die Folgen von Corona mildern … In der Zeitschrift Chorzeit 5/2020 ist unter dem Titel „Investition in  die Zukunft“ ein Artikel von Sara Walther erschienen, der sich mit Möglichkeiten beschäftigt, wie sich Chöre gegen den Stillstand in der Krise wehren können: Link zum Artikel

Von Orgeln geht keine Gefahr aus! Das meldet der Bund Deutscher Orgelbaumeister (BDO) und gibt Organistinnen und Organisten Handreichungen für den Umgang mit ihrehn Instrumenten während der Corona-Krise. Näheres in der Pressemitteilung.

(29.4.2020) Das Verfahren für die Nachfolge von Thomaskantor Gotthold Schwarz, dessen Vertrag mit der Stadt Leipzig vereinbarungsgemäß am 30. Juni 2021 endet, nimmt Gestalt an. Bereits Anfang März fand die konstituierende Sitzung der 17-köpfigen Auswahlkommission zur Nachfolge im Thomaskantorat im Neuen Rathaus statt. Unter der Leitung des Oberbürgermeisters Burkhard Jung wird ein mehrstufiges Berufungsverfahren durchgeführt, bei dem es zwei Möglichkeiten gibt, am Verfahren beteiligt zu werden: Zum einen schlagen Mitglieder der berufenen Expertenkommission sowie der Auswahlkommission Kandidateninnen bzw. Kandidaten vor, die sie für fachlich geeignet halten. Zum anderen wird interessierten Personen die Möglichkeit eingeräumt, das eigene Interesse an der Teilnahme am Auswahlverfahren zu bekunden. Zu den Modalitäten der Abgabe von Interessensbekundungen wird die Stadt Leipzig zeitnah eine gesonderte Information veröffentlichen. – www.thomanerchor.de/de/neuigkeiten.html

(28.4.2020) Das Beethoven-Jubiläum geht coronabedingt in die Verlängerung. Die Feierlichkeiten in Bonn zu Ehren von Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag werden bis September 2021 weitergeführt. Dies hat der Aufsichtsrat der Beethoven Jubiläums GmbH entschieden. Damit kann sich das kreative Potenzial von „BTHVN2020“ trotz der Einschränkungen durch die Pandemie weiter entfalten. So soll Beethovens 250. Tauftag, der 17. Dezember 2020, nicht das Finale, sondern einen Höhepunkt der Feierlichkeiten des in Bonn geborenen Komponisten markieren. Der Veranstalter hält weiterhin an dem für diesen Tag geplanten Konzert mit Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchester in Anwesenheit des Bundespräsidenten als Schirmherr des Jubiläums fest. Das vielfältige Programm BTHVN2020 steht unter dem Motto „Beethoven neu entdecken“ und umfasst 300 Projekte. Alle aktuellen Informationen unter www.bthvn.de. (Foto: „Unser Ludwig“ aus der Kunstinstallation „Ode an die Freude“ von Ottmar Hörl 2019 auf dem Münsterplatz Bonn (Foto: Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn)

(23.4.2020) Coronakrise und keine Chorproben. Wie können die Sängerinnen und Sänger stimmlich fit bleiben? In ihrem kleinen Buch „StimmErfolg, 49 Alltagstipps“ bietet Miriam Meyer Material Übungen für den häuslichen Gebrauch. € 10,–) Das Buch kann für 12 Euro unter stimmerfolg@miriam-meyer.de bestellt werden. Eine Rezension von Mathias Michaely (Helmstedt) veröffentlichen wir hier vorab.

(20.4.2020) Der Pianist und Arrangeur Martin Drazek tritt am 1. Mai 2020 eine Professur an der Pop-Akademie der Hochschule für Kirchenmusik in Witten an. Martin Drazek (* 1982) studierte Klavier an derFolkwang Hochschule Essen. Sein Studium schloss er 2006 mit einem Diplom in Jazz-Klavier und dem Nebenfach Schlagzeug ab. Als freischaffender Pianist in Bereich Jazz, Pop und Rock spielte und tourte er mit vielen Musikern und ist immer wieder als musikalischer Leiter für große Veranstaltungen wie für das „Christmas Soul“ im Colloseum Theater Essen gefragt.Von 2002 bis 2013 arbeitete er intensiv mit der gospelacademy Krefeld zusammen. Von 2018 bis 2020 war Drazek beim Bistum Essen als „Popkantor“ beschäftigt, mit der Aufgabe, „Praise & Worship“-Musik im katholischen Kontext einzupflegen.

(3./6.4.2020) Am Karfreitag, dem 10. April 2020, erklingt zur Todesstunde Jesu (15 Uhr) eine kammermusikalische Fassung von Johann Sebastian Bachs berühmter Johannes-Passion an dessen Grab in der Leipziger Thomaskirche, und die globale Bach-Gemeinde ist zum Mitsingen eingeladen. Die Übertragung erfolgt im Livestream auf dem Facebook-Kanal des Bach-Archivs. MDR KULTUR und MDR KLASSIK übertragen das besondere Konzert im Netz ab 15 Uhr im Video-Livestream, zusätzlich auf Facebook und zeitversetzt im Radio um 19 Uhr sowie um Mitternacht im MDR-Fernsehen. Im Anschluss ist das Konzert in der ARD-Mediathek abrufbar. Auch auf ARTE Concert wird das Konzert übertragen. Prominente Musiker u. a. aus Malaysia, Kanada, den USA, Österreich und den Niederlanden werden zugeschaltet. (Foto: Krzysztof Golik)

Das Bachfest Leipzig 2020, das vom 11. bis 21. Juni 2020 unter dem Motto „Bach – We are FAMILY!“ stattfinden sollte, wurde allerdings wegen der Corona-Krise abgesagt. Das Programm wird auf das Jahr 2022 übertragen. Das Bachfest 2021 („Erlösung“) findet vom 10. bis 20. Juni 2021 statt. Im Zentrum wird ein großangelegter Zyklus mit geistlichen Werken Bachs stehen.

(20.3.2020) „Appell“ ist das Werk für gemischen Chor a cappella von Jens Klimek überschrieben, dem die Jury des diesjährigen Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd den 1. Preis des 15. Internationalen Kompositionswettbewerbs Zeitgenössische Geistliche Musik zuerkannt hat. Es bezieht sich auf das Gedicht „Gemeinsam“ von Rosa Ausländer. Die Jury teilte mit: „Jens Klimek hat eine klug disponierte Komposition geschaffen, die sich intensiv und musikalisch innovativ mit der Textvorlage auseinandersetzt. Statt oberflächlicher Effekte setzt das Werk auf Zurückhaltung und Detailarbeit und ist klanglich und rhythmisch raffiniert gebaut.“ Die Uraufführung ist für den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst des Festivals am 17. Juli 2020 im Heilig-Kreuz-Münster Schwäbisch Gmünd geplant. Klimek wurde 1984 in Magdeburg geboren. Heute unterrichtet er Musik am Landesgymnasium für Musik in Wernigerode. Neben seiner Lehrtätigkeit leitete Jens Klimek von 2005 bis 2015 verschiedene Chor- und Orchesterformierungen und erhielt Kompositionsunterricht bei Bernhard Schneyer (Magdeburg) und Thomas Buchholz (Halle/Saale). Zahlreiche Uraufführungen und Wettbewerbserfolge belegen seitdem die kontinuierliche kompositorische Arbeit.

(15.2.2020) Nicolas Berndt ist seit dem 1. Februar 2020 neuer Organist an der Hildebrandt-Orgel in der Naumburger Stadtkirche St. Wenzel. Der gebürtige Bonner hat an den Musikhochschulen in Leipzig und Freiburg/Br. studiert und ist als Preisträger aus einer Vielzahl von internationalen Wettbewerben hervorgegangen. Neben einer regen Konzerttätigkeit war er zuletzt als Assistenzorganist an der Leipziger Thomaskirche tätig und wirkt darüber hinaus auch als Orgelpädagoge beim Thomanerchor. Ab 2021 wird Berndt die künstlerische Leitung der „Hildebrandt-Tage“ und des „Internationaler Orgelsommer“ übernehmen. Das Amt des Wenzelsorganisten gilt als eines der traditionsreichsten in der evangelischen Kirche. Schon Bach hatte dafür seinen Schwiegersohn und Schüler empfohlen. Die weltberühmte Orgel ist als einzige authentische erhaltene große Bach-Orgel von herausragender Bedeutung für die Musikwelt. Johann Sebastian Bach war sowohl an ihrer Konzeption als auch an ihrer Abnahme im Jahr 1746 maßgeblich beteiligt.

(31.1.2020) Der US-amerikanische Musikwissenschaftler, Dirigent, Cembalist und Pianist Joshua Rifkin (* 1944) erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2020. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt ihn mit dieser Auszeichnung für seine großen Verdienste um die geistliche Musik. Rifkin zählt international zu den bedeutendsten Alte-Musik-Interpreten mit Schwerpunkt Johann Sebastian Bach. Für Joshua Rifkin steht die historische Wahrhaftigkeit im Mittelpunkt seiner Forschung und Aufführungspraxis. 1981 war er der erste Musikwissenschaftler, der die These aufstellte, dass die Vokalmusik Johann Sebastian Bachs für eine Besetzung mit Einzelstimmen gedacht und geschrieben wurde. Oberbürgermeister Richard Arnold verleiht die Auszeichnung im Rahmen des Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd (15.7–9.8.2020) am 25. Juli 2020 in der Augustinuskirche. (Foto: Jan Kobel)

(15.1.2020) Nach dem, wie Gründer und Organisator Martin Lutz es einschätzt, qualitätsvollsten Orgelwettbewerb um den Bachpreis der Stadt Wiesbaden hat die Jury im Januar ihre Entscheidung gefällt. Erster Preisträger wurde Johannes Krahl aus Leipzig, zweiter Preisträger Stephan Pollhammer aus Österreich und dritter Preisträger Frederic James (Großbritannien/Basel). (Foto: Martin Lutz (ganz links) mit den  Jurymitgliedern Wolfgang Capek, Bine Bryndorf, Stefan Viegelahn und Guy Bovet (hinten, von links) und (vorne) den Preisträgern Frederick James, Stephan Pollhammer und Johannes Krahl)

(15.1.2020) Das 98. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft wird vom 22. September bis zum 1. Oktober 2023 in Eutin und Plön (Schleswig-Holstein) stattfinden.  Konzeption und künstlerische Leitung liegen in den Händen von Kantorin Antje Wissemann (Eutin, Foto) und Kantor KMD Henrich Schwerk (Plön, Foto). Das Motto „Bach pendelt…“ weist nicht nur darauf hin, dass die Bachfest-Besucher zwischen beiden Orten pendeln werden, sondern findet sich auch in Bachs Biographie wieder: Bach zwischen Hof und Kirche, Weltlichem und Geistlichem – entsprechend werden geistliche und weltliche Werke des bedeutenden Thomaskantors zu hören sein. In beiden Städten spielt die Kultur in vielfältiger Form eine besondere Rolle. Die nächsten Bachfeste werden 2020 in Leipzig und 2021 in Gotha und Ohrdruf gefeiert.

(7.1.2020) Am 6. Januar 2020 fand in einem festlichen Gottesdienst in der Heidelberger Peterskirche die Stabübergabe der Leitung des badischen „Hauses der Kirchenmusik“ statt. KMD Carsten Klomp, der das Haus als südbadischer Landeskantor im Auftrag der Landeskirche gegründet  hat, übergab die Leitung und damit die Verantwortung für die badische C- und D-Ausbildung an KMD Achim Plagge. Plagge, bisher Bezirkskantor in Eberbach, wird seine neue Tätigkeit zusammen mit dem neu geschaffenen Amt des badischen Landessingwarts wahrnehmen. Klomp wechselt ganz an die Hochschule. Das Haus der Kirchenmusik wurde als Reaktion auf die nachlassenden Teilnehmerzahlen der nebenberuflichen kirchenmusikalischen Ausbildung in Baden 2006 im südbadischen Schloss Beuggen errichtet. Die Kurse finden nach dem Verkauf des Schlosses 2016 in der Heidelberger Hochschule statt. (Foto v. l. n. r.: Martin Mautner (HfK), Carsten Klomp, Achim Plagge, Pfarrerin Susanne Labsch, OKR Matthias Kreplin)

(2.1.2020) Am 20. Dezember 2019 verstarb in Wiesbaden der Kirchenmusiker Klaus Uwe Ludwig. 1978 wurde er an die Lutherkirche berufen. In den anschließenden drei Jahrzehnten seiner Tätigkeit an der Lutherkirche gründete und leitete er den Bachchor, das Bachorchester, die „Kleine Kantorei“ und verschiedene Instrumentalensembles. Außerdem trat er als Komponist von Instrumental- und Vokalmusik hervor. Ein Nachruf folgt in MuK 2/2020.

(18.12.2019) Vom 26. Juni bis 6. Juli 2020 findet in Nürnberg der Internationale Orgel-Interpretationswettbewerb um den
Johann-Pachelbel-Preis
im 69. Musikfest ION statt. Am Wettbewerb können Organisten jeder Nationalität teilnehmen, die am oder nach dem 2. Juli 1990 geboren sind. Die Anmeldefrist endet am 1. Februar 2020. Alle Informationen: musikfest-ion.de/orgelwettbewerb.html (Foto: Orgel in St. Sebald, Nürnberg)

(26.11.2019) Für seinen Song „Lord give us your faith“ (Text: Sabine Scherer) erhielt der Kirchenmusiker Hubert Zaindl (auf dem Foto mit Sabine Scherer) aus Burglengenfeld den ersten Preis beim  Gospel-Kompositionswettbewerb „Write and Spread!“ der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth. Der zweite Preis ging an den Regensburger Gospelchorleiter Andreas Schmidt für sein Lied „When you need somebody“, den dritten Preis sprach die Jury Daniel Kosmalski aus Hannover für „We stand strong“ zu. 39 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren eingegangen. (Foto: Wolfgang Böhm)

(21.11.2019) Die neue Orgel in der Aula der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle an der Saale, erbaut von Hermann Eule Orgelbau aus Bautzen, wurde am 15. November 2019 in einem Festgottesdienst geweiht. Mit diesem Instrumente verbessern sich die Ausbildungsbedingungen für die Studenten dieser traditionsreichen Hochschule erheblich. Die dreimanualige Orgel, die der Tradition des mitteldeutschen Orgelbaus des 18. und 19. Jahrhunderts verpflichtet ist, ermöglicht auch die Darstellung symphonischer Orgelmusik späterer Epochen.

(21.11.2019) Lutz Brenner wird zum 1. Januar 2020 neuer Diözesankirchenmusikdirektor des Bistums Mainz. Brenner, der derzeit noch Bezirkskantor in Bad Ems (Bistum Limburg) ist, tritt die Nachfolge von Thomas Drescher an, der im Dezember 2018 in den Ruhestand getreten war.

(18.11.2019) Das Programm der Deutschen Chorjugend soll die Gründung von Kinderchören auf dem Lande anstoßen und unterstützen. Dazu schickt die Chorjugend ab Frühsommer 2020 einen „SingBus“ durch alle Bundesländer. Für die Route werden ab sofort Personen und Chöre gesucht, die einen Kinderchor gründen möchten oder die Lust dazu haben, als Patenchor bei diesem Programm mitzuwirken. Interessierte können sich direkt bei Programmleiterin Clara Schürle melden (clara.schuerle@deutsche-chorjugend.de) oder online bewerben. Info: www.deutsche-chorjugend.de

(17.11.2019) Der Senat der Hochschule hat Wolfgang Döberlein (* 1962) zum neuen Rektor der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth gewählt. Zu Prorektoren wurden Thomas Albus, der die Hochschule in den vergangenen acht Jahren geleitet hat, sowie Marko Zdralek gewählt. Nach der Bestätigung durch den Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern begann die Amtszeit der neuen Hochschulleitung am 1. Oktober 2019. Nach beruflichen Stationen in Würzburg lehrt Döberlein seit 1989 Klavier und Kammermusik an der Bayreuther Hochschule und war seit 2003 auch deren Prorektor. Als Konzertpianist trat er unter anderem bei zahlreichen Festivals im In- und Ausland auf und ist Jury bei einer Reihe von Musikwettbewerben. Daneben widmet er sich besonders der Förderung begabter junger Musikerinnen und Musiker.

(15.11.2019) Der Bundesmusikverband Chor & Orchester hat unter dem Titel „MusikVorOrt“ ein Förderprogramm für Modellprojekte im ländlichen Raum ausgeschrieben. Sowohl Einzelpersonen als auch Institutionen können sich ab sofort für Projekte, die im Zeitraum vom 31. März 2020 bis 31. März 2021 stattfinden, auf Förderungen in Höhe von 5.000 bis 25.000 Euro bewerben. Ob für die Neugründung eines Ensembles oder für ein neues Projekt einer bereits bestehenden Gruppe, ob im Jugendbereich oder mit Erwachsenen – einzige Voraussetzungen ist, dass das Projekt das gemeinsame Singen und Musizieren im ländlichen Raum (Gemeinden bis 20.000 Einwohner) in Deutschland fördert und einen neuen Aspekt aufweist. Ende der Antragsfrist ist der 12. Januar 2020. Info: www.bundesmusikverband.de

(8.11.2019) Der 12. Internationale Mikael Tariverdiev Orgelwettbewerb findet vom 3. bis 9. September 2021 in Königsberg (Kaliningrad) statt. Vorausscheidungen sind vom 8.–10.4.2020 in Lawrence (Kansas, USA), vom 19.–23.4.2020 in Hamburg  und vom 29.–31.8.2021 in Moskau geplant. Winfried Bönig  (Köln) ist Vorsitzender der Jury. Alle weiteren Informationen: www.organcompetition.ru (Foto: Schuke-Orgel im Dom von Königsberg)

(4.11.2019) Jochen Arnold, Mitherausgeber von „Musik & Kirche“, ist zum neuen Vorsitzenden der Liturgischen Konferenz gewählt worden. Er ist evangelischer Pfarrer, habilitierter Theologe und A-Kirchenmusiker. Seit 2004 leitet er das Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers am Michaeliskloster Hildesheim. Daneben ist er an der Universität Leipzig als Privatdozent für Systematische Theologie und Praktische Theologie sowie an der Universität Hildesheim als Honorarprofessor für Musik tätig. Arnold leitet drei musikalische Ensembles, darunterdas renommierte Barockensemble „Gli Scarlattisti“. Als Vorsitzender löst Arnold Michael Meyer-Blanck ab, der in dreizehn Jahre lang die Arbeit der Liturgischen Konferenz koordiniert und geleitet hat. Zum neuen Geschäftsführer der Liturgischen Konferenz wurde Johannes Goldenstein gewählt. Er ist Referent im Kirchenamt der EKD. In der Liturgischen Konferenz kommen über 100 Experten aus den verschiedenen evangelischen Kirchen des deutschen Sprachraums für Fragen des Gottesdienstes zusammen. In Projektausschüssen und Fachtagungen arbeiten sie zu aktuellen Themen des gottesdienstlichen Lebens in evangelischen Kirchen.

(31.10.2019) Das Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd schreibt zur Förderung zeitgenössischer geistlicher Musik für 2020 einen Kompositionswettbewerb aus. Zum Festivalthema 2020 „Ich & Wir“ soll eine Komposition für gemischten Jugendchor a cappella (SATB) geschaffen werden, die das Gedicht „Gemeinsam“ von Rose Ausländer vertont. Die Aufführungsdauer des Werkes soll 8 bis 10 Minuten betragen. Das von der Jury prämierte Werk wird von der Christophorus-Kantorei Altensteig unter der Leitung von Michael Nonnenmann beim Eröffnungsgottesdienst des Festivals am 17. Juli 2020 uraufgeführt. Alle Infos: www.kirchenmusik-festival.de/wettbewerbe.html

(30.10.2019) Können auch Musikerinnen und Musiker ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten? Dieser Frage geht der Kirchenmusiker Bernhard König in einem langen Artikel nach, der in der „Neuen Musikzeitung“ erschienen ist. Nachzulesen ist er hier: www.nmz.de/artikel/monteverdi-und-der-klimawandel. Weitere Informationen: www.schraege-musik.de

(30.10.2019) Nicolas Fink wird mit Beginn der Spielzeit 2020/2021 Chef des WDR Rundfunkchores. Er folgt dem derzeitigen Chefdirigenten Stefan Parkman nach, der den Chor sechs Jahre lang geleitet hat. Zusätzlich wurde für den Chor Simon Halsey als Kreativdirektor für Chormusik und außergewöhnliche Projekte gewonnen. Der Schweizer Dirigent Nicolas Fink (* 1978) ist bereits seit 2011 ein Gastdirigent des Rundfunkchores. Beim Berliner Rundfunkchor war er von 2010 bis 2015 Chorassistent. Ferner ist er künstlerischer Leiter des Schweizer Jugendchores und Chordirektor beim Schleswig-Holstein Musik Festival. (Foto: Marco Kitzing)

(29.10.2019) Mit Beginn der Spielzeit 2020/21 wird Yuval Weinberg (* 1990) Chefdirigent des SWR Vokalensembles. Der in Israel geborene Dirigent übernimmt die Chefposition des SWR Vokalensembles für zunächst drei Jahre und ist damit der jüngste Künstlerische Leiter aller ARD-Klangkörper. Er folgt auf Marcus Creed, dessen Amtszeit im Sommer 2020 endet. Yuval Weinberg ist seit Sommer 2019 erster Gastdirigent vom „Det Norske Solistkor“ in Norwegen und künstlerischer Leiter des europäischen Ensembles EuroChoir. Regelmäßig arbeitet er u. a. mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks zusammen. Von 2015 bis 2017 war er Dirigent des Osloer Kammerchors NOVA und des Nationalen Jugendchors in Norwegen. Weinberg ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Dem Studium im Fach Orchesterdirigieren an der Musikhochschule Tel Aviv schloss sich ein Chordirigierstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo an. (Foto: SWR/Alexander Kluge)

(28.10.2019) Die Stiftung Mozarteum Salzburg hat eine neue Playmobil-Sonderfigur von Wolfgang Amadé Mozart vorgestellt. Die Sonderfigur, die mit einem zwölfseitigen Begleitheft in deutscher und englischer Sprache über Mozarts Leben und seine musikalischen Werke verkauft wird, bietet einen spielerischen Zugang zum Leben Mozarts und seiner Zeit in Salzburg. Die Ausstattung und Gestaltung erfolgte durch die wissenschaftliche Abteilung der Stiftung Mozarteum, um ein möglichst realistisches Abbild von Mozart zu schaffen. Die Figur ist ab dem 4. November 2019 für 3,99 € (UVP) unter www.mozarteum.at oder www.playmobil.com erhältlich.

(25.10.2019) Als neuen Professor für Orgel und Orgelimprovisation hat die Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar Martin Sturm berufen. Er unterrichtet seit Oktober 2019 in der Nachfolge von Michael Kapsner. Martin Sturm (* 1992) ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes studierte er Kirchenmusik (A-Examen) und Orgel an der Hochschule für Musik Würzburg bei Christoph Bossert. Anschließend absolvierte er von 2017 bis 2019 ein Meisterklassenstudium an der Leipziger Musikhochschule bei Martin Schmeding und Thomas Lennartz. Von 2013 bis 2017 war Martin Sturm (Foto: Guido Sturm) studentischer Assistent für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik Würzburg und war in gleicher Funktion ab 2018 an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig tätig. Seine internationale Konzerttätigkeit als Interpret und Improvisator führte Sturm zu bedeutenden Festivals, in Kirchen und Konzerthäuser. Auch als Komponist trat er hervor.

(23.10.2019) Die Hochschule für Kirchenmusik Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg bekommt am 16. Februar 2020 mit Thomas Johannes Mandl (Foto: Martin Köppl) einen neuen Rektor und Professor für Chor- und Ensembleleitung. Mandl stammt aus Penzberg/Oberbayern. Nach Studien an der Musikhochschule Stuttgart (Schulmusik) und am Tschaikowsky-Konservatorium Kiew (Dirigieren) hatte er in München, Kiew, Odessa, Ulm, Bad Reichenhall, Erl, Santa Cruz (La Palma, Salzburg) und Rosenheim verschiedenen Dirigenten- und Kapellmeisterstelle inne. Insgesamt zehn Jahre war er Dozent für Dirigieren an den Musikhochschulen Trossingen und München. Mandls eigene Kompositionen reichen in ihrer Stilistik von der Romantik bis in die Moderne und machen auch Ausflüge zu Pop und Jazz.

(22.10.2019) Wolfgang Kupke (* 1952), von 2000 bis 2017 Rektor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle und von 2004 bis 2012 Präsident des Landesmusikrates, hat am 8. Oktober 2019 aus der Hand von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt erhalten. Kupke wurde für sein besonders herausragendes Engagement im kulturellen Bereich und für sein Eintreten für nachhaltige Musikstrukturen in Sachsen-Anhalt durch die höchste Auszeichnung des Landes geehrt. „Mit Ihrem uneigennützigen, herausragenden Wirken im kulturellen Bereich haben Sie sich um Sachsen-Anhalt und seine Bevölkerung verdient gemacht“, wandte sich Haseloff bei der Verleihung an Kupke.

(10.10.2019) Der Förderverein Klingende Kirche der Katholischen Kirchengemeinde Saarlouis-Lisdorf veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Saarlouis und dem Bistum Trier im Jahre 2020 zum 9. Mal den Internationalen Orgel-Kompositionswettbewerb. Wettbewerbsberechtigt sind diesmal Kompositionen für Orgel + Solo-Instrument nach freier Wahl oder Orgel + Solo-Instrument + Solo-Gesangsstimme nach freier Wahl. Die Dauer der Komposition sollte 8 bis 10 Minuten betragen und auf die Disposition der 1987 erbauten mechanischen Mayer-Orgel in der Kath. Pfarrkirche Saarlouis-Lisdorf abgestimmt sein. Die Jury unter Vorsitz von Thomas Daniel Schlee entscheidet über den Großen Preis der Saarlouiser Orgeltage. Dieser besteht aus dem Geldbetrag von 2.000 Euro, einer Produktionsaufnahme durch den Saarländischen Rundfunk und einer Uraufführung im Rahmen der Saarlouiser Orgeltage 2017. Die Jury kann weiterhin einen zweiten Preis von 1.000 Euro und einen dritten Preis in Höhe von 500 Euro vergeben. Einsendeschluss der Kompositionen, die bisher weder veröffentlicht noch uraufgeführt sein dürfen, ist der 31. März 2020. Alle Infos unter www.klingende-kirche.de

(1.10.2019) Der Orgelkalender für das Jahr 2020 aus dem St. Benno-Verlag (ohne CD € 12,95, mit CD € 19,95) zeigt zwölf eindrucksvolle Orgeln für ein besonderes Seh- und Hörerlebnis. Moderne Instrumente wie die Eule-Orgel von St. Bonifatius in Gießen treffen auf musikalische Kleinode wie die Mende-Orgel von St. Nikolai zu Wismar oder die Donat-Trost-Orgel in der Schlosskapelle zu Eisenberg und machen die wertvolle Vielfalt der deutschsprachigen Orgellandschaft sichtbar.

(20.9.2019) Die Passauer Domorgel wird in den nächsten fünf Jahren von den Firmen Klais (Bonn) und Schuke (Berlin) in Kooperation mit Eisenbarth (Passau) und Casavant Frères (Kanada) für ca. 6,5 Millionen Euro saniert. Das neue Klangkonzept, das im Zuge der Sanierung umgesetzt wird, verleiht der Domorgel mehr Klangfülle und Tragfähigkeit. Dringender Handlungsbedarf im Bereich Brandschutz, Statik, Verschmutzung, Schimmel und Holzwurmbefall erfordern größere Maßnahmen an der Domorgel. Die Finanzierung kann weitgehend aus den Einnahmen der Orgelkonzerte geleistet werden. Aus den Konzerteinnahmen der letzten Jahre konnte ca. 50 % der benötigten Summe bereits angespart werden. Weitere Informationen: www.bistum-passau.de/artikel/domorgelsanierung-klangkonzept-fuer-mehr-klangfuelle-und-tragfaehigkeit

(4.9.2019) Beim Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD ist die Studie Kirche beGeistert erleben – Eine Studie zu Wirkung und Potential des Internationalen Gospelkirchentages von Jan Meyer erschienen. Sie will einerseits einen Überblick über die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Karlsruher Gospelkirchentags von 2018 geben: Was motiviert die Menschen, in einem Gospelchor zu singen und den Gospelkirchentag zu besuchen? Wer sind die Teilnehmenden des Gospelkirchentags und welche Herausforderungen und Chancen bieten sich für die Kirchen? Darüber hinaus wurden mit einem weiteren Fragebogen Mitarbeitende der Evangelischen Landeskirche in Baden zum Gospelkirchentag, zu ihrer Gemeinde und zur eigenen Person befragt. Dabei werden die erhobenen Daten mit den Daten der ersten Gospelstudie aus dem Jahr  2009 verglichen. (Petra-Angela Ahrens, BeGeisterung durch Gospelsingen – Erste bundesweite Befragung von Gospelchören, Hannover 2009). Neben der Erhebung und Interpretation wichtiger Daten zur Gospelszene in Deutschland dient die Studie in erster Linie als Evaluation des 9. Internationalen Gospelkirchentags und spricht dabei Empfehlungen für Folgeveranstaltungen aus. Bestellung im Buchhandel oder über www.siekd.de/shop

(28.8.2019) Von 2018 bis 2022 finanziert die Bundesregierung kulturelle Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche mit dem millionenschweren Programm „Kultur macht stark“. Dazu zählt auch das Förderprogramm des Bundesmusikverbands Chor & Orchester: Unter dem Titel „Musik für alle!“ werden Projekte mit Vokal- und/oder Instrumentalmusik finanziert. Und zwar nicht nur bezuschusst, sondern im Rahmen der bestehenden Regelungen sogar vollfinanziert. Die wichtigsten Infos sind unter www.musik-fuer-alle.de nachzulesen. Ein Booklet zeigt die Möglichkeiten, und ein spezieller Chorflyer ergänzt, wie und wofür insbesondere Chöre, Kantoreien, Gesang- und Musikvereine das Programm nutzen können.

(24.8.2019) Der 1. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb Wuppertal der Hochschule für Musik und Tanz Köln wurde an Marius Herb aus Augsburg verliehen, der 2. Preis an den Aachener Organisten Jannik Schroeder und der 3. Preis an Mona Rozdestvenskyte, die aus Litauen stammt und derzeit in Detmold studiert. Die jungen Musiker präsentierten sich am 23. August im Abschlusskonzert des Orgelwettbewerbs im Großen Saal der Historischen Stadthalle Wuppertal  mit Werken aus ihrem Wettbewerbsrepertoire. – Foto v. l. n. r.: Lutz-Werner Hesse (Jury), Naji Hakim (Jury), Jannik Schroeder, Mona Rozdestvenskyte, Marius Herb, Heinz Geuen (HfMT Köln), Wolfgang Kläsener (Orgelkustos HSW). (Foto: Andreas Fischer)

(19.8.2019) Die Mutter eines zehnjährigen Mädchens ist vor dem Berliner Verwaltungsgericht mit dem Versuch gescheitert, ihrer Tochter einen Platz im Berliner Staats- und Domchor (Foto: Johannes Jost) zu erstreiten. Das Gericht sah in der Ablehnung durch den traditionsreichen Knabenchor keine geschlechtsbezogene Diskriminierung. Kai-Uwe Jirka, Leiter des Chors, hatte argumentiert, dass die Klangfarben der Stimme des Mädchens nicht in den Knabenchor passe, dass er also das Mädchen nichts seines Geschlechts wegen ablehnt habe, sondern aus künstlerischen Gründen. Auch einen Jungen mit denselben Klangfarben hätte er abgelehnt, könne sich aber vorstellen, ein Mädchen aufzunehmen, dessen Stimme die gewünschten Klangfarben enthalte. Dieser Argumentation folgte das Gericht und setzte damit die Freiheit der Kunst an die erste Stelle seiner Entscheidung. Das Mädchen wurde auch beim Mädchenchor der Universität der Künste Berlin abgelehnt. Unter Berücksichtigung des Berliner Urteils hat inzwischen auch der Leipziger Thomanerchor erstmals ein Mädchen zum Vorsingen eingeladen.

(9.8.2019) Vom 11. bis 19. September 2020 findet in Wien der 8. Internationale Franz-Schmidt-Orgelwettbewerb statt. Am Wettbewerb können Organisten und Organistinnen jeder Nationalität teilnehmen, die nach dem 31. Dezember 1984 geboren sind. Die Künstlerische Leitung hat Peter Planyavsky. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2020. Alle Informationen unter www.orgelwettbewerb.at

(7.8.2019) Erstmals organisiert die Institution „Interkultur“ 2020 mit der Deutschen Chormeisterschaft einen nationalen Chorwettbewerb für deutsche Chöre. Koblenz wird vom 6. bis 8. November 2020 Gastgeberstadt für dieses nationale Chorereignis sein. Die teilnehmenden Sängerinnen und Sänger können in den Kategorien Gemischte Chöre, Männerchöre, Frauenchöre, Kinder- und Jugendchöre antreten. Dabei haben sie die Möglichkeit, sich über drei Runden bis ins Finale zu qualifizieren.Neben dem Wettbewerb sorgt ein hochkarätiges Festivalprogramm für musikalische Höhepunkte wie u. a. ein Konzert mit dem Ensemble Amarcord, ein Nachtprogramm in den Kirchen und Offene Singprojekte für das Publikum. Weitere Informationen: www.chormeisterschaft.de.

(6.8.2019) Am 11. Juli starb in Hannover der Komponist und Dirigent Siegfried Strohbach. „Für die Musik hat er gelebt – In der Musik lebt er weiter“ ist die Traueranzeige übertitelt. Strohbach wurde am 27. November 1929 in Schirgiswalde (Oberlausitz) geboren. Die Schulzeit, ein Privatstudium bei Kurt Thomas (Komposition und Dirigieren) und zwei Jahre als Korrepetitor an der Oper verbrachte er in Frankfurt/Main. 1949 wechselte er nach Hannover, wo er nach einem Gesangsstudium an der Landesmusikschule Hannover von 1951 bis 1953 Schauspielkapellmeister am Landestheater Hannover wurde. Anschließend ging er für dreizehn Jahre in den Schuldienst, eher er von 1966 bis 1994 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover unterrichtete (ab 1973 als Professor). Er gründete den Probsteichor Hannover und das Collegium Cantorum Hannover. Eine vielfältige künstlerische Tätigkeit als Chor- und Orchesterdirigent, als Pianist und Cembalist füllten sein reiches musikalisches Leben. Strohbach hinterlässt eine große Anzahl an geistlichen Kompositionen, darunter die Sechs Evangelien-Motetten (1957), die Symphonische Kantate Denn der Herr ist nahe (1956) und eine Johannes-Passion (1974), daneben zahlreiche kleinere Werke auf geistliche Texte.

(5.8.2019) Vom 15. bis 19. September 2020 findet der 9. Internationale Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis statt, der für junge Organisten bis zum 35. Lebensjahr (Stichtag: 31.12.2019) ausgeschrieben wird. Der Wettbewerb ist dem Werk des Komponisten Hermann Schroeder (1904–1984, Foto) gewidmet. Veranstalter sind das Mosel Musikfestival und die Hermann-Schroeder-Gesellschaft. Der Wettbewerb besteht aus zwei Durchgängen in der Abtei Himmerod (Eifel) und einem öffentlichen Finalkonzert in Trier, in dem die drei besten Teilnehmer um die Platzierung spielen. Das Finalkonzert findet am 19. September 2020 an der Eule-Orgel in der Konstantin-Basilika Trier statt und wird vom SWR mitgeschnitten. Die Preisgelder betragen 4.000 Euro (1. Preis), 2.000 Euro (2. Preis), 1.000 Euro (3. Preis). Außerdem werden bis zu zwei Förderpreise und ein Sonderpreis für die beste Interpretation eines Schroeder-Orgelwerkes im zweiten Durchgang vergeben (je 250 Euro). Anmeldeschluss ist der 15. Juni 2020. Info/Ausschreibung: www.hermann-schroeder.de/orgelwettbewerb

(19.7.2019) Florian Lohmann ist zum Wintersemester 2019/20 auf die Professur für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (Nachfolge Winfried Toll) berufen worden. Seine chorleiterische Ausbildung erhielt Lohmann bei Frank Löhr und Jörg Straube. Weitere Impulse gaben unter anderem Anne Kohler, Walter Nußbaum, Georg Grün, Paul van Nevel und Frieder Bernius. Er ist künstlerischer Leiter der Capella St. Crucis und des Collegium Vocale Hannover. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent unterrichtete Florian Lohmann bislang als Lehrbeauftragter für Stimmbildung und Gesang an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Chorleitung an der Hochschule für Musik Detmold.

(12.7.2019) Der Päpstliche Chor der Cappella Musicale Pontificia Sistina am Petersdom in Rom soll in einen Finanzskandal verwickelt sein. In einer ersten Reaktion hat der Vatikan Anfang Juli den bisherigen Direktor Michelangelo Nardella entlassen, wie italienische Zeitungen berichteten. Zudem wurden Konzerte sowie eine USA-Reise des weltberühmten Chores gestrichen. Laut dem Bericht offenbarte die Buchhaltung große Verluste und Missmanagement durch den Direktor. Inzwischen ist auch Massimo Palombella, der künstlerische Leiter der Cappella, zurückgetreten.

(4.7.2019) Unter dem Titel „Manufaktur des Klangs. 2000 Jahre Orgelbau und Orgelspiel“ findet vom  5. Juli bis 3. November 2019 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) eine große Ausstellung statt. Anlässlich des Arp-Schnitger-Gedenkjahrs lädt sie dazu ein, die gestalterischen, baulichen und technischen Finessen des Wunderwerks Orgel kennenzulernen. Im Mittelpunkt der Schau stehen Orgelbau und Orgelmusik. Über 30 Exponate, darunter 14 historische Instrumente und Rekonstruktionen, laden die Besucher ein, spielerisch in den Kosmos Orgel einzutauchen. An einem eigens für die Ausstellung gebauten Modell können die Gäste das Zusammenspiel von Balg, Windlade und Pfeife erproben und Klänge erzeugen. Ein Orgelsimulator bietet die Gelegenheit, Tasten und Pedale zu bedienen und das Registrieren auszuprobieren. Inspiriert von Fotografien spektakulärer Orgelbauten können Besucher mit Hilfe einer VR-Brille eine eigene Orgel entwerfen. – Info: www.mkg-hamburg.de 

(2.7.2019) Die VG Musikedition und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben ihren Gesamtvertrag zum Vervielfältigen von Noten und Liedtexten um weitere vier Jahre bis zum Ende des Jahres 2023 verlängert. Der Gesamtvertrag ermöglicht den Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen der EKD die Herstellung und Nutzung von Kopien von Noten und Liedtexten für den Gemeindegesang im Gottesdienst, in gottesdienstähnlichen und anderen kirchlichen Veranstaltungen, sofern die Gemeinden alleiniger Veranstalter sind und die Veranstaltung keinen kommerziellen Charakter hat. Ebenfalls umfasst ist die Sichtbarmachung der Noten und Liedtexte mittels Beamer (o. ä.) sowie die Herstellung von kleineren Liedheften (max. 8 Seiten) für einmalige Anlässe wie beispielsweise Hochzeiten. VG Musikedition und EKD weisen ergänzend darauf hin, dass der Vertrag die Herstellung von Kopien für Chöre, Orchester oder sonstige Instrumentalisten nicht umfasst. Diese Rechte müssen auch weiterhin direkt bei den Rechteinhabern eingeholt werden. Ebenfalls nicht vom Vertrag umfasst, aber über die VG Musikedition lizenzierbar, sind die Herstellung von Liedheften größeren Umfangs sowie Großveranstaltungen mit mehr als 10.000 Vervielfältigungsstücken.

(26.6.2019) Der 21-jährige Sebastian Heindl, Bachelor-Student  Kirchenmusik in der Orgelklasse Martin Schmedings an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, hat den mit 40 000 Dollar dotierten 1. Preis beim Longwood Gardens International Organ Competition (USA) gewonnen. Darüber hinaus erhielt er den Publikumspreis und den Sonderpreis der American Guild of Organists (AGO). Der in dreijährigem Turnus veranstaltete, weltweit höchstdotierte Orgelwettbewerb findet an der großen Aeolian-Konzertsaalorgel mit 237 Registern in Longwood Gardens bei Philadelphia (USA) statt. Heindl konnte mit Werken von J. S. Bach, César Franck, Sigfrid Karg-Elert und Transkriptionen von Modest Mussorgski und Olivier Messiaen die Jury und das Publikum überzeugen. Zu dem vom 18. bis zum 22. Juni 2019 durchgeführten Wettbewerb war Sebastian Heindl nach einer anonymen Vorauswahl als jüngster und einziger europäischer Teilnehmer zugelassen. Den zweiten Preis gewann Bryan Anderson, den dritten Colin MacKnight.

(19.6.2019) Zum Beginn des 37. Evangelischen Kirchentags in Dortmund steht die erste Liedsammlung der neu entwickelten App „Cantico“ im AppStore sowie bei Googleplay für 7,99 Euro zum Download zur Verfügung. Es handelt sich um den ersten Schritt der Digitalisierung des Evangelischen Gesangbuches. Die App soll einen digitalen Zugang zu den Liedern des Gesangbuchs ermöglichen und ihren Einsatz etwa bei Gottesdiensten im Grünen, im Religionsunterricht oder auf Konfirmationsfreizeiten finden. Nicht nur der Notentext, sondern auch dazu synchronisierte Musikaufnahmen sind abrufbar. Für Kirchengemeinden schließt die App eine Beamer- und eine Liedplanungsfunktion ein. So kann die Liedauswahl während eines Gottesdienstes an die Wand projiziert und den Besuchern gleichzeitig kostenlos als digitales Liedblatt zur Verfügung gestellt werden. Durch ein responsives Design sind die Noten für alle mobilen Endgeräte skalierbar. Kostenloser Testzugang unter info@cantico.me, weitere Infos unter www.cantico.me (Foto: ZeFMI)

(7.6.2019) Neuer Geschäftsführender Leiter des Thomanerchores Leipzig wird Emanuel Scobel. Er tritt die Nachfolge von Stefan Altner an, der Ende Juni 2019 in den Vorruhestand wechselt. Dem geschäftsführenden Leiter des Thomanerchores obliegt unter anderem die Personal-, Finanz- und Organisationsverantwortung des Regiebetriebes am Kulturamt Leipzig. Emanuel Scobel, Jahrgang 1981, wurde in Dresden geboren. Er war Mitglied des Dresdner Kreuzchors und studierte in Mainz Musikwissenschaft, Buchwissenschaft und Privatrecht, darüber hinaus erhielt er Unterricht in Chordirigieren und Partiturspiel. 1999 gründete er das Vokal Quartett Dresden, war Mitglied des Ensembles „arcanum musicae“ und Mitbegründer des Chors „convivium musicum mainz“, den er mehrere Jahre leitete. Von 2007 bis 2016 leitete Emanuel Scobel das CD-Label des Carus-Verlags. Seit 2010 verantwortete er als Bereichsleiter Vertrieb und Auslieferung des Unternehmens. Seit 2017 ist er Geschäftsführer der Stuttgarter-Hymnus Chorknaben. Er wird voraussichtlich im Oktober 2019 nach Leipzig wechseln.

(6.6.2019) Am 8. September 2019 findet der diesjährige Deutsche Orgeltag statt: In Kirchen, Konzertsälen, Orgelbauwerkstätten und Privathäusern überall in Deutschland werden Pfeifenorgeln erklingen. Die Vereinigung der Orgelsachverständigen ruft Organisten, Orgelbauer, Gemeinden und Orgelfreunde auf, am „Deutschen Orgeltag“ eine Veranstaltung zum Thema Pfeifenorgel zu organisieren und durchzuführen. Weitere Informationen zum „Deutschen Orgeltag“ gibt es auf der offiziellen Internetseite www.orgeltag.de. Dort können alle Veranstaltungen online eingetragen und eingesehen werden.

(3.6.2019) Die Stadt Neuss schreibt für das Jahr 2020 einen Kompositionswettbewerb aus. Gefordert ist eine Komposition zum Thema „Zeit“ für einen Vokalsolisten (hohe Stimme) und Streichquartett in Form eines „geistlichen Konzertes“ oder einer Kantate (Dauer: max. 20 Minuten).  Der Umgang mit Zeit in der Musik kann als strukturelles Element in die Komposition einbezogen werden. Die Wahl der Sätze ist freigestellt. Zur Auswahl stehen folgende Texte, die wahlweise auch mit weiteren biblischen Texten oder geeigneter Literatur aus dem Themenkontext kombiniert werden können: „Der du die Zeit in Händen hast“ von Jochen Klepper (1938) oder „Alles hat seine Zeit“, Prediger 3, 1–15 (die Texte sind auf der Internetseite www.neuss-kultur.de, Bereich Musik veröffentlicht). Die Komposition soll im Rahmen der Kirchenmusikwoche 2020 in der Ev. Christuskirche aufgeführt werden. Die musikalischen, technischen und aufführungspraktischen Anforderungen sollen im Rahmen der Kirchenmusikwoche realisierbar sein. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2019. Info: www.neuss.de/kultur/kompositionswettbewerb-2020

(24.5.2019) Der Hamburger Musikwissenschaftler Sven Hiemke beginnt ein DFG-gefördertes Forschungsprojekt „Hugo Distler. Sämtliche Schriften“, an dessen Ende alle veröffentlichten Texte und selbstverfassten Libretti des Komponisten publiziert werden. Für die Kommentierung dieser Texte und für eine künftige Briefausgabe sucht Hiemke noch weitere Distler-Korrespondenz. Alle Hinweise hierzu, insbesondere auf Dokumente in Privatbesitz, sind herzlich erbeten und hochwillkommen. Kontakt: sven.hiemke@t-online.de

(14.5.2019) Die Direktorenkonferenz Kirchenmusik hat mit Stephan Lennig, Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden, einen neuen Vizepräsidenten. Er wurde in der Plenarsitzung der Konferenz am 7. Mai 2019 zum Vertreter des Präsidenten, LKMD Kord Michaelis aus Karlsruhe, gewählt. Der amtierende Vorstand (Foto v. l. n. r.) setzt sich zusammen aus LKMD Hans-Joachim Rolf, Stephan Lennig, LKMD Christa Kirschbaum, LKMD Kord Michaelis, Stefan Viegelahn.

(13.5.2019) Ton Koopman ist neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig. Der niederländische Cembalist, Organist, Dirigent und Musikwissenschaftler übernimmt damit die Rolle eines international beachteten Botschafters für die Leipziger Bach-Forschung. Koopman folgt auf John Eliot Gardiner, der die Funktion des Stiftungspräsidenten von 2014 bis 2018 ausübte. In dieser Funktion ergänzt der niederländische Bach-Spezialist ab sofort den dreiköpfigen Vorstand der Stiftung, dem zudem der Direktor des Hauses, Bach-Forscher Peter Wollny, und die Geschäftsführerin Franziska Grimm angehören. Koopman ist Gründer des renommierten Amsterdam Baroque Orchestra sowie des Amsterdam Baroque Choir und gastierte als Solist und Ensembleleiter an allen bedeutenden Konzerthäusern und Festivals der Welt. (Foto: Bach-Archiv / Gert Mothes)

(8.5.2019) Deutschland bekommt einen Bundesjugendchor. Damit wird eine Idee und Initiative der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (jetzt: Bundesmusikverband Chor & Orchester) aus dem Jahr 2011 nach mehrjähriger Denkpause realisiert. Der Auswahlchor soll analog zum Bundesjugendorchester und Bundesjazzorchester in Trägerschaft des Deutschen Musikrates gegründet werden. Er versteht sich als Exzellenzensemble mit höchstem Qualitätsanspruch. Er steht rund 50 interessierten Sängerinnen und Sängern im Alter von 16 bis 26 Jahren aus allen Landesteilen offen, die ein bundesweites Vorsingen erfolgreich absolvieren. Der Bundesjugendchor kommt mehrmals im Jahr zu Arbeitsphasen zusammen. Ein Beirat mit Chorexperten sowie Vertretern aller Chorverbände begleitet seine Arbeit und bestellt auch die künstlerische Leitung des Ensembles. Konkrete Informationen werden ab Herbst 2019 veröffentlicht.

(24.4.2019) Der Brand in der Kathedrale in Notre-Dame de Paris hat der Cavaillé-Coll-Orgel von 1868 offenbar nichts anhaben können. Zu diesem Ergebnis ist Pascal Quoirin gekommen, der das Instrument 2017 restauriert hatte. Er habe keinerlei Schäden festgestellt, die mit dem Feuer zu tun haben könnten, teilte er mit. Im Inneren der Orgel hätten am Tag des Brandes nie höhere Temperaturen geherrscht als 17 Grad Celsius, wodurch sicher sei, dass, dass weder die Elektrik noch die Orgelpfeifen beschädigt oder zerstört seien. Allerdings muss die Statik der Empore, auf der die Hauptorgel steht, noch untersucht werden. Quoirin fürchtet, dass die Orgel abgebaut werden müsse, wenn statische Probleme festgestellt würden. Die kleinere Orgel der Kirche, die vor allem zu liturgischen Zwecken genutzt wird, hatte bei dem katastrophalen Brand 15. April weniger Glück. Das Instrument mit 2.000 Pfeifen wurde fast vollständig zerstört.

(11.4.2019) Mozart hat seine Kugeln, Bach hatte die „Leipziger Bachpfeiffen“ und bekommt nun eine neue  Süßigkeit: Bachs Kaffeetafel. Die hochwertige Schokoladentafel ist in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen nur im Thomasshop und in einer Leipziger Kaffeerösterei erhältlich. Wie mitgeteilt wurde, handelt es sich um ein „Meisterwerk sächsischer Chocolatierkunst“. Seit Bachs 334. Geburtstag am 21. März 2019 sind die farbenfrohen Tafeln in den drei leckeren Sorten Vollmilch mit Kaffee, Zartbitter mit Kaffee und Zartbitter mit Kaffeekrokant zu je 5,90 Euro im Thomasshop neben der Thomaskirche und im Onlineshop (www.thomaskirche.org/shop) zu haben. Wie heißt es doch in der Kaffeekantate BWV 211: „Ei! wie schmeckt der Coffee süße / Liebliche als tausend Küsse / Milder als Muskatenwein, / Coffee, Coffee muss ich haben …“

(11.4.2019) Der Organist und Komponist Ernst-Ulrich von Kameke ist am 9. April 2019 in Großenaspe bei Neumünster gestorben. Eine Lebensreise in Dur und Moll – so der Titel seiner Autobiografie – ist damit zu Ende gegangen. 1926 geboren, trat er nach dem Studium in Berlin, Erlangen und Heidelberg und ersten Anstellungen in Eberbach und Düsseldorf 1959 das Kantoren- und Organistenamt der Hamburger  Hauptkirche St. Petri an, das er – bald als Kirchenmusikdirektor und parallel zu seiner Tätigkeit als Professor für Orgel an der Hochschule für Musik – 32 Jahre lang innehatte. In zahlreichen Konzertreisen durch Europa, Asien, Süd- und Nordamerika erwarb er sich als Organist und als Leiter des Hamburger Bachchores St. Petri auch international einen beachteten Ruf. Nach seiner Pensionierung 1991 gründete von Kameke die „Musik-Akademie für Senioren“ und organisierte für sie alljährlich rund 30 Fortbildungsseminare. Im Jahre 2000 wurde Ernst-Ulrich von Kameke mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. In seinem über 300 Kompositionen umfassenden Œuvre ragt das Oratorium In Tyrannos – Moabiter Requiem für drei Chöre und großes Orchester (UA Berlin 1998) hervor, das an den Widerstand im Dritten Reich erinnert und Passagen aus Hitlers Mein Kampf Zitate von Widerstandskämpfern und Opfern gegenüberstellt. Die Kirchenmusik sei etwas, das „das Himmlische mit dem Menschen vereint“, hat Kameke einmal gesagt. (Sven Hiemke)

(10.4.2019) Philipp Ahmann kehrt ab Januar 2020 zunächst für vier Jahre als Künstlerischer Leiter zum MDR-Rundfunkchor zurück. Der 44-Jährige folgt damit auf Risto Joost, dessen Amtszeit im Sommer 2019 endet. Dem Chor ist Ahmann schon seit Langem verbunden, denn von 2013 bis 2016 war er Erster Gastdirigent. Von 2008 bis 2018 leitete er den NDR Chor in Hamburg. Das Antrittskonzert von Philipp Ahmann ist am 24. Januar 2020 ein Nachtgesang in der Leipziger Peterskirche. (Foto: Andreas Lander / MDR)

(5.4.2019) Leipzig ist vom 30. April bis zum 3. Mai 2020 Austragungsort des Deutschen Chorfests 2020 online anmelden. Der Deutsche Chorverband lädt zu dem zentralen Großereignis der Chorszene alle vier Jahre tausende Sängerinnen und Sänger zu wechselnden Austragungsorten ein. Am Chorfest teilnehmen können Chöre und Vokalensembles aller Genres und Besetzungen – vom Kinderchor bis zum Männergesangverein, von der Kantorei bis zur Vocal Band. Alle angemeldeten Ensembles erhalten Gelegenheit, mit ihren eigenen Programmen in renommierten Konzertsälen und Kirchen der Stadt aufzutreten, und können zudem bei einem Chorwettbewerb antreten oder in sozialen Einrichtungen und Gottesdiensten singen. Eine Anmeldung zum Chorfest ist für alle Chöre und Ensembles online bis zum 31. Oktober 2019 unter www.chorfest.de möglich.

(4.4.2019) Die Hochschule für Kirchenmusik der Badischen Landeskirche in Heidelberg hat zusammen mit der Popakademie Mannheim das neue Popinstitut Kirchenmusik gegründet. Es bietet einen viersemestrigen Masterstudiengang „Master of Music – Popularkirchenmusik“ an. Der erste Studiengang startet im Herbst 2019, Bewerbungen sind bereits möglich. www.popinstitut-kirchenmusik.de

(3.4.2019) Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums hat das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, ein neues Kompendium „Musikleben in Deutschland“ herausgebracht, das auf 620 Seiten Hintergrundwissen und Daten zur Musikkultur in Deutschland bündelt. In 22 Beiträgen beschreiben Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Kulturpolitik und Musikpraxis gegenwärtige Strukturen und jüngste Entwicklungen des Musiklebens in seinen zentralen Bereichen und liefern so eine umfassende Bestandsaufnahme des Musiklands Deutschland. Den Artikel über Kirchenmusik hat Meinrad Walter (Freiburg), Mitherausgeber von Musik & Kirche, verfasst. Die Publikation ist gegen eine Versand- und Servicepauschale in Höhe von 10,– Euro (Inland) bzw. 14,50 Euro (EU-Ausland) zu bestellen. – www.miz.org

(2.4.2019) Die Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth schreibt erstmals einen Gospelsong-Wettbewerb aus. Gesucht werden Lieder mit drei- oder vierstimmigen Chorsätzen, die für Laienchöre gut umsetzbar sind. Ein theologischer Bezug im verwendeten Text ist Voraussetzung und die charakteristische Gospelstilistik muss erkennbar sein. Jeder Autor kann ein Lied einreichen. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2019, die Preisverleihung findet am 17. November 2019 im Rahmen des 4. Gospelworkshops der Hochschule in Bayreuth statt. Info: www.hfk-bayreuth.de

(2.4.2019) Vom 9. bis 11. Januar 2020 findet zum 22. Mal der Orgelwettbewerb um den Bachpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden statt. Teilnehmen können junge Organisten aller Nationen, die nach dem 1. Januar 1990 geboren wurden. Die Jury besteht aus Guy Bovet (Genf), Bine Bryndorf (Kopenhagen), Wolfgang Capek (Wien) und Stefan Viegelahn (Frankfurt). Anmeldeschluss ist der 1.11.2019, Ausschreibung: www.bach-wiesbaden.de/wettbewerb.htm (Foto: Klais-Orgel in der Lutherkirche Wiesbaden)

(30.3.2019) Beim Internationalen Kompositionswettbewerb „Musica Sacra Nova“ wurden folgende Preise vergeben: Kategorie A (Chormusik a cappella über einen geistlichen lateinischen Text bis zu 16 Stimmen): 1. Preis: Michal Malec (Polen) für O vos omnes, 2. Preis: Beata Juchniewicz (Litauen) für Lacrimosa, 3. Preis: Jakub Szafranski (Polen) für O vos omnes. In der Kategorie  B (liturgische Komposition für max. 4 bis 6 Stimmen mit Orgelbegleitung ad libitum): 1. Preis: Katarzyna Danel (Polen) für Missa simplex: pro quacumque, 2. Preis: Aleksander Jan Szopa (Polen) für De profundis, 3. Preis: Carles Prat Vives (Spanien) für Jubilate Deo. Teilgenommen haben 44 Komponistinnen und Komponisten aus acht Ländern. Die Uraufführung der Werke der Kategorie A erfolgt am 24. Mai in Tschenstochau durch den Polnischen Kammerchor, die Uraufführung der Werke der Kategorie B am 15. Juni 2019 in der Abtei Brauweiler durch den Chor „Jaunas Muzica“ aus Vilnius unter Leitung von Vaclovas Augustinas.

(29.3.2019) Wolfram Adolph, evangelischer Theologe, Musikwissenschaftler, Autor und Herausgeber, ist am 20. März 2019 überraschend im Alter von 55 Jahren in Saarbrücken verstorben. Er war Gründungsherausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift organ – Journal für die Orgel. Wolfram Adolph war ein Liebhaber vor allem des Französischen: der Musik, der Orgeln, nicht zuletzt der französischen Küche. Wolfram Adolph war Initiator und langjähriger Projektleiter diverser Orgelfestivals (Kultursommer Rheinland-Pfalz, Institut Français in Mainz, Frankfurt u. a.), er begründete die Wormser Domkonzerte sowie die Internationalen Mannheimer Schlosskonzerte. Er war ferner Präsident des Louis-Vierne-Instituts (Saarbrücken/Paris) sowie Leiter des 1994 von ihm gegründeten Labels IFO classics, auf dem bis heute rund 200 zum Teil preisgekrönte Titel mit internationalen Interpreten publiziert wurden. Mehrere Werke internationaler Komponisten sind ihm persönlich gewidmet. Als Publizist und Referent war Wolfram Adolph im In- und Ausland gefragt.

(28.3.2019) Samuel Cosandey (Foto: Angela Wagner) aus der Schweiz hat den ersten Kompositionswettbewerb Orgel der Stiftsmusik Stuttgart für seine Komposition „… Sommerzeit?“ gewonnen. Den 2. Preis erhält Günter Berger für seine „Sinfonische Rhapsodie“. Beide Werke kommen am 29. Juni 2019 beim Stiftsmusikfest zur Uraufführung. Außerdem hat die Jury drei weitere Werke ausgewählt, die ebenfalls beim Preisträgerkonzert uraufgeführt werden. Das sind: „Figment for Organ“ von Jean François de Guise, „Organum supra Te Deum“ von Jan Lehtola aus Finnland sowie „Orgelwerk II Prelude – Finale“ von Michael Phillips aus Großbritannien. Gefragt war ein Werk für Orgel solo von maximal 10 Minuten Dauer, dem ein Cantus firmus freier Wahl zugrundeliegt. Die Jurymitglieder Daniel Glaus, Jon Laukvik, Axel Ruoff und Gunnar Idenstam haben 44 Einsendungen ausgewertet.

(25.3.2019) Christian Heiß (* 1967) wird neuer Domkapellmeister in Regensburg und damit Chef der weltberühmten Regensburger Domspatzen. Er hat sich unter  40 Bewerberinnen und Bewerbern durchgesetzt. Heiß tritt im Herbst die Nachfolge von Roland Büchner an, der nach 25 Jahren in den Ruhestand tritt. Heiß ist selbst ehemaliger Domspatz und studierte nach dem Abitur die Hauptfächer Kirchenmusik und Orgel bei Franz Lehrndorfer an der Musikhochschule München. Seine Studien beendete er mit dem Kirchenmusik-A-Diplom und dem Meisterklassendiplom in Orgel. Ab 1999 war er Domorganist in Eichstätt und wechselte 2002 in der Nachfolge von Wolfram Menschick in das Amt des Eichstätter Domkapellmeisters. In dieser Funktion leitet er die Chöre der Eichstätter Dommusik (Domchor, Schola Gregoriana und Jugendkantorei). Zudem trägt er als Diözesanmusikdirektor und Leiter des Amtes für Kirchenmusik die Verantwortung für die diözesane Kirchenmusik im Bistum Eichstätt. Christian Heiß spielt regelmäßig Orgelkonzerte und komponiert Chorwerke. (Foto: Christian Klenk)

(21.3.2019) Die Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) plant für das akademische Jahr 2019/20 eine Aus- und Fortbildung für Orgelsachverständige in Heidelberg. Ein Gesamtkurs gliedert sich in vier Werkwochen zwischen September 2019 und März 2020. Der Kurs wendet sich an designierte und an bereits amtierende Orgelsachverständige sowie an Dekanats- und Regionalkantoren. Weitere Informationen unter www.orgelexperte.de

(20.3.2019) Der Knabenchor „capella vocalis“ aus Reutlingen schreibt 2019 zur Förderung der zeitgenössischen Chormusik erstmals einen Kompositionswettbewerb aus. Gesucht wird ein Werk für Chor zu drei Stimmen (SSA) oder Chor zu vier Stimmen (SATB), das Verwenden eines Begleitinstrumentes (nur Orgel oder Klavier erlaubt) ist möglich. Ebenso können solistische Passagen für Knabensopran und/oder Altus Verwendung finden. Die Nutzung eines vorgegebenen Textes ist angedacht, alternativ können aber auch andere geistliche Texte in Deutsch, Latein oder Englisch verwendet werden. Die Komposition soll einen leichten bis maximal mittleren Schwierigkeitsgrad aufweisen und eine Länge von 4 bis 5 Minuten nicht überschreiten. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2019. Ausführliche Ausschreibung: capella-vocalis.de

(26.2.2019) Martin Mautner (* 1964) ist bereits seit September 2018 neuer Rektor der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg und damit Nachfolger von Bernd Stegmann. Das Studium der Theologie schloss Mautner 1991 ab, die Promotion an der Theologischen Fakultät an der Universität Heidelberg im Bereich der Theologischen Bach-Forschung erfolgte 1995. Seit 2001 ist er Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg im Fach Hymnologie, seit 2008 lehrt er dort alle weiteren theologischen Fächer. Neben seiner Tätigkeit als Rektor ist Mautner Lehrbeauftragter der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg und Vorsitzender des Gustav-Adolf-Werks (GAW).

(25.2.2019) Am 24. Februar ist der Frankfurter Dichterpfarrer Lothar Zenetti nach langer Krankheit kurz nach seinem 93. Geburtstag in Frankfurt gestorben. Mit seinen Liedern, Gebeten und Gedichten hat er die geistliche Landschaft der vergangenen 50 Jahre nachhaltig mit geprägt. Sein musikalisches und poetisches Werk hat ihn weit bekannt gemacht. Zenettis Lieder, seine Texte zur Meditation, zum Bibelverständnis und zum politisch-sozialen Auftrag der Christen haben Generationen von deutschen Christen beeinflusst. Sie finden sich in Gesang- und Gebetbüchern: im EG die Nummern 226, 382, 551, 552, 574, 579, 651 und im „Gotteslob“ die Nummern 209, 210, 462 und 490. Einer seiner berühmtesten Texte, „Was keiner wagt, das sollt ihr wagen“, wurde von dem Sänger Konstantin Wecker gesungen. Zenetti hat fast 30 Lyrikbände veröffentlicht. Auch den niederländischen Lyriker und Theologen Huub Oosterhuis hat er übersetzt, etwa das bekannte Gedicht „Ich steh vor dir mit leeren Händen Herr“. Lothar Zenetti wurde am 6. Februar 1926 in Frankfurt geboren. Er studierte Theologie unter anderem als Kriegsgefangener im Stacheldrahtseminar bei Chartres, das von Abbé Franz Stock geleitet wurde. Dort hat er auch den Kreuzweg in der Kapelle des Seminars gestaltet, von dem heute noch einige Bilder im Original erhalten sind. Die Priesterweihe empfing Zenetti 1952 im Limburger Dom. Nach Stationen als Kaplan im Westerwald, Taunus und Wiesbaden kehrte Zenetti 1962 als Jugendpfarrer nach Frankfurt zurück. 1969 wurde er Pfarrer in St. Wendel in Sachsenhausen von 1976 bis 1982 war er Dekan im Dekanat Frankfurt-Süd. Von 1982 bis 1990 war er katholischer Rundfunkbeauftragter beim Hessischen Rundfunk.

(19.2.2019) Vom 8. bis 13. September 2019 findet an der Stahlhuth-Orgel in St. Martin Dudelange (Luxemburg, Foto) der 7° Concours international d'orgue de Dudelange statt. Er ist offen für Bewerber, die nach dem 1.9.1984 geboren wurden. Info/Anmeldung (bis 15.7.2019) unter www.orgue-dudelange.lu. Anschließend an den Wettbewerb werden Meisterkurse mit den Jurymitgliedern Bernard Foccroulle, Paul Breisch, Kay Johannsen und Monica Melcova angeboten.

(29.1.2019) Der französische Organist Jean Guillou ist im Alter von 88 Jahren in Paris verstorben. Guillou wurde am 18. April 1930 in Angers geboren. Er brachte sich das Klavier- und Orgelspielen selbst bei und wurde bereits mit zwölf Jahren Organist der Kirche Saint-Serge seiner Heimatstadt. 1945 begann er ein Studium am Pariser Konservatorium bei Marcel Dupré, Maurice Duruflé und Olivier Messiaen. Zwischen 1955 und 1958 unterrichtete er selbst als Professor für Orgel am Pontificio Instituto de Música Sacra in Lissabon. Danach lebte er für einige Jahre in Berlin. 1963 wurde Guillou zum Titularorganisten von Saint-Eustache in Paris ernannt. Zwischen 1970 und 2005 war er bei den jährlich stattfindenden Zürcher Meisterkursen als Lehrer für Künstlerisches Orgelspiel und Improvisation tätig. Er trat außerdem weltweit als Konzertorganist und Improvisator auf und gab Klavierkonzerte. Er engagierte sich im Orgelbau, erstellte Transkriptionen von Orchester- und Klavierwerken für die Orgel, darunter Werke von Händel, Liszt, Mozart, Tschaikowsky, Bach und Vivaldi. 2010 erhielt er für sein Schaffen den französischen Verdienstorden der Ritter der Ehrenlegion, jedoch lehnte er die Auszeichnung ab. 2015 wurde er Honorarprofessor der Hochschule für Musik Saar. Jean Guillou starb am 26. Januar 2019 in Paris. Ein Nachruf folgt in MuK 3/2019. (Foto: HfM Saar)

(25.1.2019) Der international erfolgreiche britische Komponist John Rutter (* 1945) erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2019. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt ihn mit dieser Auszeichnung für seine großen Verdienste um die geistliche Musik: John Rutter zählt schon seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten und populärsten Vertretern des Genres. Unverkennbar ist sein Personalstil: Ein großer melodischer Erfindungsreichtum, vielschichtige Harmonien und Rhythmen geben Rutters Kirchenmusik eine suggestive Kraft, die Profi- wie Laien-Ensembles gleichermaßen berührt. Oberbürgermeister Richard Arnold wird die Auszeichnung im Rahmen des Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd (5.7.–4.8.2019) am 18. Juli 2019 im Heilig-Kreuz-Münster an John Rutter verleihen. Das Festkonzert gestaltet der „Chamber Choir of Europe“ unter Leitung von Nicol Matt. Der Preis der Europäischen Kirchenmusik ist mit 5.000 Euro dotiert. Seit 1999 zeichnet er hochrangige Interpreten und Komponisten für wegweisende Leistungen im Bereich der geistlichen Musik aus.

(23.1.2019) Das Direktorium der Neuen Bachgesellschaft hat KMD Hartwig Eschenburg (Rostock) in Würdigung seiner herausragenden Verdienste um die Pflege der bachschen Musik zum Ehrenmitglied ernannt. Die Ehrung wurde am 22. Januar 2019 im Rahmen der Andacht zum 85. Geburtstag Eschenburgs in der Rostocker St. Johanniskirche vergeben, an der er von 1960 bis 2000 als Kirchenmusiker tätig war. „Ungezählte Aufführungen hat Hartwig Eschenburg verantwortet und damit Generationen von Hörern und Mitwirkenden geprägt“, führte Christfried Brödel, Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft, in seiner Laudatio aus und dankte Hartwig Eschenburg für sein Lebenswerk. Durch seine starke Persönlichkeit sei es dem Kirchenmusiker gelungen, die Botschaft, die hinter der Musik steht und sie in einzigartiger Weise zum Leuchten bringt, zu vermitteln.

(11.12.2018) Die Creative Kirche e. V. sucht 2.000 Sängerinnen und Sänger für die Aufführung des neuen Chormusicals Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt (Text: Andreas Malessa, Musik: Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken. Nach seiner Uraufführung am 9. und 10. Februar in Essen wird das Chormusical am 20. Juni 2019 im Rahmen des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in der Westfalenhalle Dortmund aufgeführt. Auch bei diesem Nachfolgeprojekt des Pop-Oratoriums „Luther“ aus dem Reformationsjahr 2017 steht wieder ein großer Projektchor auf der Bühne. Gemeinsam mit internationalen Musical-Solisten, einer Big-Band und einem Streichorchester nimmt er die Zuschauer mit in eine Zeit, die überraschend viele Parallelen zu unserer Gegenwart hat.

(10.12.2018) Harald Sieger (43) wird neuer Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche von Westfalen. Er tritt voraussichtlich im Februar 2019 die Nachfolge von Ulrich Hirtzbruch an, der als Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford arbeitet. Als Landeskirchenmusikdirektor wird Harald Sieger die Landeskirche in musikalischen Fragen beraten. Harald Sieger, in Bonn geboren, studierte an der Kirchenmusikschule der Evangelischen Kirche im Rheinland und anschließend, ebenfalls in Düsseldorf, an der Robert-Schumann-Hochschule, die er 2001 mit dem A-Examen abschloss. Zugleich hat er sich in vielen Bereichen wie Stimmbildung, Singen und Sprechen, Chorleitung, Orchesterleitung und Kinderchorleitung fortgebildet. Nach verschiedenen Kirchenmusikstellen im Rheinland wurde er 2004 Kantor in Bad Oeynhausen und 2009 außerdem Kreiskantor und Beauftragter für Kirchenmusik im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho.

(8.12.2018) Der Organist und Hochschullehrer Gisbert Schneider ist am 1. Dezember 2018 im Alter von 84 Jahren gestorben. Schneider, der 1934 in Wattenscheid geboren wurde, wuchs zunächst in Weimar auf, wo er bereits im Alter von 12 Jahren Orgelunterricht bei Johannes Ernst Köhler erhielt. Von 1948 bis 1956 setzte er als Schüler und Student von Siegfried Reda seine kirchenmusikalische Ausbildung an Folkwang fort, wo er u. a. bereits 1954 – mit 19 Jahren! – den Abschluss als Kantor ablegen konnte. Beide Lehrer prägten ihn nachhaltig, insbesondere bezüglich des hohen Stellenwerts, den die Improvisationskunst für ihn einnahm, aber auch hinsichtlich der Vermittlung des Erbes der Orgelbewegung, dem er sich stets verbunden fühlte. Darüber hinaus bildete er sich zu einem der führenden Interpreten der deutschen Orgelromantik aus, dem es beispielsweise gelang, die komplexen Strukturen der Orgelwerke Max Regers zu großen musikalischen Bögen zu formen. In Velbert gründete er 1954 die Velberter Kantorei, die er bis 2006 mehr als 50 Jahre lang als Dirigent leiten sollte und die er zu einem beachtlichen, auf Rundfunk- und Tonträgeraufnahmen dokumentierten Niveau führte; daneben wirkte er von 1969 bis 1975 in Mülheim an der Ruhr in der Nachfolge seines mittlerweile verstorbenen Lehrers Reda als Organist an St. Petri. Darüber hinaus war Schneider seit 1961 auch als Dozent für Orgelspiel an der  „Folkwangschule für Musik, Theater und Tanz“ angestellt. Im Jahr 1970 folgte schließlich die Ernennung zum Professor an der mittlerweile zur staatlichen Hochschule erhobenen Einrichtung, eine Position, die er trotz verschiedener Rufe an andere Institutionen bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1999 bekleidete. Seine Schüler schätzten ihn besonders für seine Liberalität im Unterricht.

(3.12.2018) Der siegreiche Chor beim Mårten Jansson Chorwettbewerb des Bärenreiter-Verlags ist in Dortmund zu Hause. Der Jugendkonzertchor Dortmund (Foto) überzeugte die prominente Jury am meisten. Den zweiten Preis bekommt der University of Denver Lamont Chorale (USA), der dritte geht geht an „Vocore“ aus der polnischen Hauptstadt Warschau. Teilnehmer aus Schweden, Polen, Deutschland und den USA hatten sich beteiligt und ein Video mit ihrer Interpretation von Janssons „Maria IV“ eingesandt. Der Jugendkonzertchor Dortmund erhält als Preis eine auf ihn zugeschnittene Komposition von Mårten Jansson mit der Möglichkeit der Uraufführung, dazu einen Notengutschein, die zweit- und drittplatzierten Chöre erhalten Notengutscheine. Mårten Jansson hat sich in der geistlichen Chormusik einen Namen gemacht. Seit 2014 erscheinen viele seiner Werke bei Bärenreiter und sind in der internationalen Chorszene weit bekannt. – Die siegreichen Videos:
1. Preis: Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund, Leiter: Felix Heitmann
2. Preis: University of Denver Lamont Chorale (USA), Leiterin: Catherine Sailer

3. Preis: Vocore (Warschau)

(1.12.2018) Die 1960 auf der Westempore gebaute, seit Langem unspielbare Orgel im Wiener Stephansdom (Foto: Wiener Dommusik) wird derzeit klanglich und technisch von Rieger Orgelbau neu konzipiert. Sie wird mit der 1991 erbauten Orgel im vorderen Teil des Domes verbunden. Nach der Weihe am 12. April 2020 werden dann beide Domorgeln mit insgesamt 185 Registern zentral mittels elektrischer Ton- und Registertraktur spielbar sein. Aus diesem Anlass schreibt die Domkirche zu St. Stephan einen Kompositionswettbewerb für eine Liturgische Suite für große (symphonische) Orgel mit vier Sätzen (Introitus, Offertorium, Communio, Postludium) aus. Die Sätze sollen so konzipiert sein, dass sie sowohl einzeln im Rahmen der Liturgie als auch als geschlossenes Werk aufführbar sind. Teilnahmeberechtigt sind Komponistinnen und Komponisten, die zum Datum des Einsendeschlusses (30.6.2019) das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Alles Infos unter www.domorgel.wien

(29.11.2018) Christian Fischer, Rektor der Tübinger Hochschule für Kirchenmusik  wechselt im Frühjahr 2019 an die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen. Er wurde vom Senat und Hochschulrat der dortigen Hochschule zum neuen Rektor gewählt. Seit 2010 war Fischer in gleicher Funktion und zusätzlich als Professor für Chordirigieren an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen tätig. Der 56-Jährige hatte zuvor siebzehn Jahre als Künstlerischer Mitarbeiter für Chordirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig gelehrt. In seine Tübinger Amtszeit fiel neben der Bologna-Reform u. a. auch der Ausbau der Popularmusik an der Hochschule, die Renovierung des Hochschulgebäudes, eine Ausweitung der Studienplätze, die Auftragsvergabe für einen Orgelneubau an die Firma Ahrend und zuletzt die Mitveranstaltung und Künstlerische Co-Leitung des Tübinger Bachfestes.

(27.11.2018) Der Nachlass des Pfarrers und Lieddichters Arno Pötzsch (1900–1956) wird als Schenkung an das Unitätsarchiv der Herrnhuter Brüdergemeine übergeben. Hinzu kommen Briefe und Dokumente, die kürzlich bei der Ev. Kirchengemeinde St. Petri in Cuxhaven wiederentdeckt wurden. Pötzsch war von 1921 bis 1928 eng mit der Brüdergemeine verbunden. Durch sie fand er den Weg zu einem schlichten Christsein aus tätigem Glauben. 14 seiner Lieder stehen heute im Gesangbuch der Herrnhuter, und in ihren Losungen erscheinen immer wieder Liedstrophen von Arno Pötzsch. Der Nachlass umfasst u. a. etwa 200 Predigten, ein Dutzend Vortragsmanuskripte, Tagebücher und Aufzeichnungen von 1918–1955, Briefe, private Fotos sowie Bücher aus Pötzschs Besitz. Im Frühjahr 2019 soll eine von Pfarrer Michael Heymel vorbereitete Edition der Briefe an das Cuxhavener Buchhändlerehepaar Neubauer mit Predigten und Vorträgen aus Pötzschs Zeit als Marinepfarrer in Holland (1940–1945) erscheinen. Nähere Auskünfte beim Unitätsarchiv der Herrnhuter Brüdergemeine, Claudia Mai, Zittauer Straße 24, 02747 Herrnhut, Tel. 035873 / 48763,: mai@ebu.de, www.archiv.ebu.de.

(19.11.2018) Der Internationale Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb in Freiberg findet vom 7. bis 15. September 2019 bereits zum 14. Mal statt. Alle zwei Jahre treten hier die besten Nachwuchsorganisten aus aller Welt an. Im Zentrum stehen die historischen Orgeln des barocken Orgelbaumeisters. Bewerbungsschluss für den Wettbewerb ist der 30. April 2019. Der Wettbewerb ist Teil der Silbermann-Tage vom 4. bis 15. September 2019. Das traditionsreiche Musikfestival steht diesmal unter dem Motto „Musik & Macht“ und spürt in seinem vielfältigen Konzertprogramm den Verbindungen von Klangkunst und Herrschaft nach. – www.silbermann.org (Foto [Otto Schröder]: Paukenengel an der großer Silbermann-Orgel im Freiberger Dom)

(17.11.2018) Beim Wettbewerb „200 Jahre Stille Nacht“ der Stadt Burghausen stehen die Gewinner fest. Johann Simon Kreuzpointner (Foto) aus Wien wurde für seine „Sonate für Orgel über Stille Nacht, heilige Nacht“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet, 2. Preisträger ist Luigi Mengoni (Florenz, „Christmas-Tryptich“) und dritter Andreas Willscher (Hamburg, „Noël Stille Nacht, Heilige Nacht avec six variations“). Uraufgeführt werden die Werke an Franz Xaver Grubers Geburtstag am 25. November um 16 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob zu Burghausen.

(14.11.2018) Der Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg 2019 wird an den Göttinger Musikwissenschaftler Klaus Hofmann verliehen. Magdeburg würdigt mit der Auszeichnung das umfangreiche und besondere Engagement Hofmanns bei der wissenschaftlichen Erschließung und Aufarbeitung der Werke Georg Philipp Telemanns. Über ein halbes Jahrhundert hinweg hat Hofmann mehr als einhundert Kompositionen Telemanns herausgegeben, darunter viele Entdeckungen und Erstveröffentlichungen. Diese zielen in besonderer Weise auf die Musikpraxis und widmen sich insbesondere dem umfangreichen Bestand von Telemanns Kirchenmusik. Im Zentrum der Studien Klaus Hofmanns stehen Fragen der Überlieferung und Echtheit von Telemanns Kompositionen. Der Preis wird am 3. März 2019 von Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper überreicht.
Der 1939 in Würzburg geborene Wissenschaftler arbeitete von 1978 bis 2006 am Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen, ab 1981 als stellvertretender Direktor und hauptamtlicher Leiter sowie von 2004 bis 2006 als Leitender Direktor. Eine Lehrtätigkeit an der Georg-August-Universität Göttingen übte er zwischen 1990 und 2004 aus. Über lange Jahre hinweg war Klaus Hofmann Mitglied zunächst des Direktoriums und später des Verwaltungsrats der Neuen Bachgesellschaft sowie des Herausgebergremiums der „Neuen Bach-Ausgabe“. Er zählt zu den Gründungsmitgliedern der 1991 ins Leben gerufenen Internationalen Telemann-Gesellschaft. 2003 ist bei Bärenreiter seine Werkeinführung zu Bachs Motetten erschienen.

(5.11.2018) Am Reformationstag trafen sich 70 Fachleute aus Deutschland und benachbarten Ländern im Michaeliskloster Hildesheim, um unter dem Thema „Was singen wir morgen?“ über erste Schritte auf dem Weg zu einem neuen evangelischen Gesangbuch nachzudenken. Kooperationspartner des Michaelisklosters waren die EKD und der Deutsche Evangelische Kirchentag, vertreten durch Kirchentagspastor Arnd Schomerus. Begrüßt und eingestimmt wurden die Teilnehmer durch den Hausherrn, Jochen Arnold, und Thies Gundlach, Vizepräsident des Kirchenamts der EKD. Die Teilnehmer erlebten ein abwechslungsreiches Tagungsprogramm mit Fachvorträgen, Workshops und Konzert. Dabei kamen auch Gäste aus der Ökumene und Fachleute von den Universitäten zu Wort. Zwischendurch wurde viel gesungen. Im Mittelpunkt stand dabei das von Kirchentag und EKD herausgegebene Liederbuch „freiTöne“ (2017), das die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers als ergänzendes Beiheft zum 1994 eingeführten EG gewählt hat. Dabei wurde auch ein durch das Michaeliskloster produzierter USB-Stick präsentiert, auf dem über 500 Dateien mit Audio- und Videomaterial zu allen neuen Wochenliedern und dem Liederbuch „freiTöne“ enthalten sind. Kirchenmusikalisch und theologisch Verantwortliche und andere interessierte Personen können damit neue Lieder anhören, sich einstimmen lassen und sie im Playback einsetzen. Gegenstand der Beratungen waren Umfang, Adressaten, Funktion, Inhalt und Form eines neuen Gesangbuchs, wobei die musikalische Stilistik und das theologisch-spirituelle Profil eine zentrale Rolle spielen. Zunehmend verdichtete sich die Aufmerksamkeit auch auf das Thema der Digitalisierung. Viele Fragen zum kommenden Prozess, der von den leitenden Gremien der EKD gesteuert wird, sind noch offen. Und doch ist deutlich: Das neue Gesangbuch soll viel können: Christen im Gesang und Glauben vereinen und zugleich für ganz verschiedene Frömmigkeitsstile ein Repertoire bieten. Lieder aus aller Welt, aber auch Lieder aus der langen (deutschen) Tradition sollen enthalten sein. Viele wünschen sich Lieder in Gerechter und in Leichter Sprache, so dass niemand ausgeschlossen ist. Der Vorbereitungskreis, zu dem auch LKMD Beate Besser (Oldenburg), Stephan Goldschmidt (Hildesheim) und LKMD Gunter Kennel (Berlin) gehören, zeigte sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. OKR Martin Evang sprach dezidiert von einer ersten „Wegmarke“ zum neuen Gesangbuch. (Foto v. l. n. r. Jochen Arnold, Stephan Goldschmidt, Beate Besser, Gunter Kennel, Arnd Schomerus)

(2.11.2018) Der Verein „Kinder an die Orgel“ und die Musik-Akademie Basel/Hochschule für Musik FNHW vergeben gemeinsam Werkaufträge für Orgelkompositionen für Kinder. Zum Erarbeitungs- und Auswahlprozess gehört ein gemeinsamer Workshop mit Orgelschülern. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Februar 2019. Die Uraufführung der Werke findet im Herbst 2020 in Basel statt. Ausschreibung: www.kinderandieorgel.ch

(30.10.2018) Unter dem Titel „im teil ist das ganze verborgen“ erschien im September eine umfassende, 680 Seiten umfassende Dokumentation zum Werk des Komponisten Jörg Herchet und seines Textautors Jörg Milbradt. Anlass ist der 75. Geburtstag des Komponisten und des gleichaltrigen Textautors. Den Schwerpunkt bildet der Kantaten-Zyklus Das geistliche Jahr, der mit den Kantatentexten, Werkeinführungen, Partiturauszügen und analytischen Betrachtungen ausführlich dargestellt wird. In gleicher Weise werden zwei Musiktheaterwerke Herchets dokumentiert. Darüber hinaus enthält der Band grundsätzliche Aufsätze zu seinem Gesamtwerk sowie Texte von Herchet und Milbradt über deren eigenes Schaffensverständnis. Zudem sind bildkünstlerische Arbeiten abgedruckt, die von Herchets Werken angeregt wurden. Über 30 Autoren haben an dem hervorragend ausgestatteten Buch (€ 49,80) mitgearbeitet, das, von Christoph Sramek herausgegeben, im Kamprad-Verlag erschienen ist.

(26.10.2018) Unter dem Titel „Musica Sacra Nova” findet 2019 wieder eine internationaler Wettbewerb für junge Komponistinnen und Komponisten statt. Bis zum 15. Januar 2019 können eingereicht werden: eine Komposition für unbegleiteten gemischten Chor bis 16 Stimmen zu einem lateinischen christlichen Text oder eine liturgische Komposition für gemischten Chor mit 4–6 Stimmen zu einem lateinischen Text. Die Altersbegernzung liegt bei 35 Jahren. Alle Informationen unter www.musicasacranova.com.

(23.10.2018) Die Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth lädt am 26. und 27. Januar 2019 Interessenten an einem Kirchenmusikstudium zu einem Infowochenende ein. Geboten werden Besichtigung, Probeunterricht und Beratung über Studienmöglichkeiten, Abschlüsse und Berufsbilder. Bewerbungsschluss für das Sommersemester ist der 1. Februar 2019, die Eignungsprüfungen finden am 16. Februar 2019 statt.Info: www.hfk-bayreuth.de

(18.10.2018) Mit gleich zwei Festkonzerten in Stuttgart am 18. Oktober und am 4. November 2018 sowie zwei neuen CDs, die im September und im Oktober bei Carus erschienen sind, startet der Kammerchor Stuttgart (Foto: Jens Meisert) in die Jubiläumssaison anlässlich seines 50-jährigen Bestehens. Als gerade einmal 20-jähriger Musikstudent gründete Frieder Bernius 1968 den Chor und formte ihn zu einem hochrenommierten Vokalensemble. Bis heute steht das Ensemble unter der künstlerischen Leitung seines Gründers. Von den über 75 Aufnahmen des Kammerchors wurden viele davon mit renommierten CD-Preisen wie dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem ICMA. International Classical Music Award oder dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr der Kammerchor Stuttgart mit seiner Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Über 250.000 einzelne Tonträger wurden bisher verkauft. – www.musikpodium.de

(17.10.2018) Der Tübinger Jazzpianist Patrick Bebelaar, seit 2013 Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen (HKM), wird auf Beschluss des Senates der Hochschule zum außerplanmäßigen Professor (apl. Professor) der Hochschule ernannt. Gleichzeitig wird der Organist Johannes Mayr (Foto), seit 2004 Lehrbeauftragter im Fach Orgel/Orgelimprovisation an der HKM, zum Honorarprofessor der Hochschule ernannt.

(15.10.2018) Meinrad Walter, Mitherausgeber von Musik & Kirche, hat für die Internetseiten des Deutschen Musikinformationszentrums MIZ (www.miz.org) einen großen Grundsatzartikel „Musik in der Kirche“ geschrieben, der nun in aktualisierter Form hochgeladen wurde. Darin beschreibt Walter u. a. die Kirchenmusiklandschaft beider großer Konfessionen, die Stellensituation, Strukturen und Verbände, kirchliches Amateurmusizieren und Fragen der Ausbildung von haupt- und nebenberuflichen Kirchenmusikern. Die kompakte, mit Tabellen angereicherte Darstellung endet mit einer Formulierung von „Spannungsfeldern und Perspektiven“.

(8.10.2018) Zum Themenheft 5 / 2018 „Kirchenmusiker – Beruf mit Zukunft!“ hat der Remscheider Kirchenmusiker JM Kirschnereit eine kritische Wortmeldung geschrieben, die im Forum veröffentlicht ist:  „Ich … stehe 2 ½ Jahre vor der Pensionierung und kann den Beruf des Kantors nicht empfehlen! …“ Weitere Diskussionsbeiträge erwünscht!

(4.10.2018) Seit Oktober 2018 ist Edoardo Bellotti Professor für Historische Orgel an der Hochschule für Künste Bremen. Mit ihrer ersten Stiftungsprofessur schärft die HfK Bremen ihr Profil als Ausbildungsstätte für Alte Musik. Ermöglicht wird die Stiftungsprofessur durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung. Edoardo Bellotti ist Experte für Renaissance- und Barockmusik, italienische Orgelliteratur und Generalbass sowie Improvisation. An der Universität Pavia wurde er in Orgel und Cembalo ausgebildet, bevor er Humanwissenschaft und Theologie studierte. Seine Tätigkeit als Pädagoge zieht sich durch Italien und Deutschland bis in die USA, wo er von 2013 bis 2018 Professor für Orgel, Cembalo und Improvisation an der renommierten Eastman School of Music war.

(2.10.2018) Vom 17. bis 24. März 2019 wird an St. Andreas Korschenbroich der 11. Internationale Orgelwettbewerb durchgeführt. Info/Anmeldung (bis 1.1.2019) kultur@korschenbroich.de, www.korschenbroich.de/freizeit_tourismus/Orgelwettbewerb.php. Der Jury gehören Winfried Bönig, Hayo Boerema, Michael Hoppe und Martin Sonnen an. Die drei Preise sind mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. (Foto: Olaf D. Hennig)

(1.10.2018) Der fünfte Internationale Buxtehude-Orgelwettbewerb, der vom 21. bis zum 29. September in Lübeck und Hamburg ausgetragen wurde, ist entschieden. Den ersten, mit 8.000 Euro dotierten Preis hat sich der italienische Organist Nicola Procaccini (Foto Mitte) erspielt. Lars Schwarze (r.), Orgelstudent an der Musikhochschule Lübeck (MHL) und Jochem Schuurman (l.) teilen sich den zweiten, mit jeweils 4.000 Euro dotierten Preis, ein dritter Preis wurde nicht vergeben. 17 junge Organistinnen und Organisten aus elf Nationen wetteiferten in drei Runden um die hochdotierten Preise. Zur internationalen Jury gehörten neben dem Norweger Jon Laukvik als Vorsitzendem weitere renommierte Organisten wie Michel Bouvard (Frankreich), Pieter van Dijk (Niederlande), Ja-Kyung Oh (Südkorea), Wolfgang Zerer (Deutschland) und die beiden Lübecker Professoren Arvid Gast und Franz Danksagmüller. (Foto: Christine Rudolf)

(21.9.2018) Der altehrwürdigen Cappella Musicale Pontificia Sistina, kurz Cappella Sistina, dem päpstlichen Knabenchor an St. Peter in Rom, droht Ungemach. Gegen ihren Leiter Massimo Palombella und gegen den Treuhänder der Institution, Michelangelo Nardello, wird wegen Geldwäsche, Betrugs, Unterschriftenfälschung und Unterschlagung ermittelt. Für weitere Unruhe sorgte ein Auftritt der Knaben bei der Ausstellung „Heavenly bodies“ in New York, in der extravagante (weite und knappe) kirchliche Mode gezeigt wurde. Maestro Palombella, dem außerdem Mobbing und rabiates Vorgehen in Proben vorgeworfen wird, ließ sich bei dem New Yorker Ereignis zudem auf einem Foto mit Popstar Rihanna fotografieren, was zwar die Jungs toll fanden, weniger aber ihre in Rom gebliebenen Eltern.

(17.9.2018) Hans-Christoph Rademann, Akademieleiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart, ist der erste Preisträger des Ehrenpreises des Heinrich Schütz Musikfests. Mit dem Preis würdigt das Heinrich Schütz Musikfest Rademanns überragendes Engagement für das Werk von Heinrich Schütz, dessen klingende Bewahrung, überzeugende Interpretation und lebendige Vermittlung. Beispielhaft für dieses langjährige Wirken steht die Einspielung des Gesamtwerks von Heinrich Schütz beim Carus-Verlag Stuttgart mit dem von ihm gegründeten und bis heute geleiteten Dresdner Kammerchor, die in diesem Jahr ihren Abschluss finden wird. Der Preis wird ihm am 14. Oktober 2018 in Dresden im Rahmen des festlichen Abschlusskonzerts des Heinrich Schütz Musikfests, das der Dresdner Kammerchor unter Leitung von Hans-Christoph Rademann (Foto: Martin Förster) gestalten wird, überreicht.

(30.8.2018) Jörg Herchet (Foto: privat), geboren 1943 in Dresden, begeht am 20. September seinen 75. Geburtstag. Er studierte von 1962 bis 1965 an der Dresdner Musikhochschule, danach von 1967 bis 1969 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Eine musikwissenschaftliche Ausbildung erhielt er an der Berliner Humboldt-Universität. Seine Examensarbeit wurde aus ideologischen Gründen abgelehnt; Herchet verweigerte sich der Mitgliedschaft im Komponistenverband der DDR wegen dessen ideologischer Ausrichtung. Dennoch wurde er von 1970 bis 1974 Meisterschüler von Paul Dessau an der Akademie der Künste Berlin. Danach arbeitete der freischaffend als Komponist. Ab 1981 erhielt er Lehraufträge an der Dresdner Musikhochschule und an der Kirchenmusikschule Halle. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Herchet zum Professor für Komposition und Analyse an die Musikhochschule Dresden berufen, die er bis zu seiner Emeritierung wahrnahm. Herchets kompositorisches Werk ist sehr vielfältig. Er schrieb drei Opern, große Orchesterwerke, Kammermusik in verschiedensten Besetzungen, instrumentale Solowerke. Einen zentralen Platz in seinem Schaffen nehmen zwei Zyklen ein:  Das geistliche Jahr ist ein ökumenischer Kantatenzyklus der Kompositionen für jeden Sonntag und jeden kirchlichen Feiertag (evangelisch und katholisch) enthalten soll. Die Texte von Jörg Milbradt beziehen sich auf den Introituspsalm und die tagesbezogene Evangelienlesung. Hinsichtlich der Besetzung weisen die bisher vorliegenden über 30 Kantaten eine große Variationsbreite auf: vom kleinen Kammerensemble bis hin zu groß besetztem Orchester und fünf vokalen Ensembles. Herausragend sind die Pfingstkantate, das Weihnachtsoratorium und die Reformationskantate, die ihre Uraufführung in der Dresdner Frauenkirche erlebte. Texte von, um und über Jörg Herchet und seine Werke finden sich in drei gewichtigen Bänden, deren dritter zum 75. Geburtstag des Komponisten im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad erscheint. (Christfried Brödel)

(27.8.2018) Am 9. September 2018 findet in Deutschland, zeitgleich zum „Tag des offenen Denkmals“, der 8. Deutsche Orgeltag statt. In Kirchen, Konzertsälen, Orgelbauwerkstätten und Privathäusern überall in Deutschland werden Pfeifenorgeln erklingen und erklärt werden. Alle Informationen zum Orgeltag, der von der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands initiiert wurde: www.orgeltag.de (Foto: die Wiegleb-Orgel in St. Gumbertus, Ansbach)

(20.8.2018) Am 3. September feiert Hans Darmstadt (Foto: Rosenthal) seinen 75. Geburtstag. Er wurde 1943 in Halle/Saale geboren. In den fünfziger Jahren übersiedelte die Familie in die Bundesrepublik Deutschland, wo er Erziehungswissenschaften, Theologie und Kirchenmusik (A-Prüfung) studierte. 1967 übernahm Darmstadt seine erste Kirchenmusikerstelle in Griesheim bei Darmstadt. 1973 wechselte er als Nachfolger von Johannes Piersig nach Hamburg-Blankenese. 1994 trat er in Kassel St. Martin die Nachfolge von Klaus Martin Ziegler an, wo er bis zu seiner Emeritierung tätig war. Bis dahin nahm er auch nebenberuflich einen Lehrauftrag für Musiktheorie, Analyse und Komposition an der Musikhochschule Lübeck wahr. In Blankenese initiierte Hans Darmstadt die „Nordelbischen Wochen für Neue Musik und Theologie“, in Kassel setzte er die von Ziegler begründeten Wochen „neue musik in der kirche“ fort.   Darmstadt schrieb Werke für die kirchenmusikalische Praxis (Blankeneser Chorbuch), aber auch für professionelle Vokal- und Instrumentalsolisten und -ensembles. Herausragend ist seine Missa hebraica, in der hebräische Texte des Alten Testaments und deutsche Lyrik und Prosa des 20. Jahrhunderts die Grundlage für eine Messe mit den traditionellen Sätzen bilden. Gegenwärtig komponiert Hans Darmstadt eine Missa choraliter in adventu Domini Jesu Christi, in der die fünf Messsätze Choralmotetten zu Adventschorälen darstellen. Bei beiden genannten Werken wie auch anderen arbeitet Darmstadt mit Corinna Dahlgrün zusammen, von der die theologische Konzeption und die Textauswahl stammen.
Neben seinen Kompositionen veröffentlichte Hans Darmstadt tiefgründige Analysen zu Bachs Johannes-Passion, Matthäus-Passion und h-Moll Messe. (Christfried Brödel)

(3.8.2018) Bis zum 29. März 2019 können Komponisten beim International Composition Award for the Six Historic Organs of Mafra neue Orgelstücke einreichen. Dies kann in zwei Kategorien geschehen: 1. Originalwerk für die sechs historischen Orgeln der Basilika in der portugiesischen Stadt und 2. Bearbeitung eines bestehenden Werks für sechs Orgeln, alle Infos unter www.cm-mafra.pt/pt/municipio/premio-internacional-de-composicao-orgaos-do-palacio-nacional-de-mafra

(30.7.2018) In einem wohl einmaligen Vorgang wurde die Uraufführung eines Werks des Komponisten Robert M. Helmschrott in Ingolstadt abgesagt. Am 28. Juli sollte im dortigen Münster Salamu für Orgel, Schlagwerk, Trompete und Violine erstmals erklingen. In einem Interview mit dem Donau-Kurier hatte sich der Komponist kritisch zur Politik der CSU geäußert („Herr Söder wird, sofern er gewählt wird, bald einen ,neuen Nürnberger Parteitag‘ ausrufen … ,Beten hilft nicht mehr‘ meint, man muss handeln.“). Außerdem war die Verlesung eines Gedichts von Friedrich Ani angekündigt worden, in dem der Schriftsteller kritische Worte zur Flüchtlingspolitik von Bundesinnenminister Horst Seehofer findet, dessen Heimatstadt Ingolstadt ist. Daraufhin sagte Franz-Josef Paefgen, Vorsitzender des Vereins Freunde der Musik am Münster, nach Rücksprache mit Münsterpfarrer Bernhard Oswald die Uraufführung ab. Helmschrott protestierte am folgenden Sonntag zusammen mit einigen Mitstreitern öffentlich mit einem Transparent vor dem Münster (Foto).

Interview aus der „Süddeutschen Zeitung“ vom 30. Juli 2018

(25.7.2018) Bei Bärenreiter ist ein wertvolles Faksimile der Handschrift von Bachs „Weihnachts-Oratorium“ erschienen (€ 348,–). Gleich beim ersten Choreinsatz „verrät“ sich Bach, wie im Autograph zu sehen ist: Als Text unterlegte er zunächst die ursprüngliche, aus einer Glückwunschkantate stammende Fassung „Tönet ihr Pauken“, die er dann durchstrich und durch das berühmte „Jauchzet, frohlocket“ ersetzte. Das Autograph des Oratoriums zeigt auch an weiteren Stellen Spuren solcher Übernahmen. Andere Korrekturen lassen den Leser quasi dem Komponisten über die Schulter schauen, wie er eine Arie schrittweise in die heutige Form brachte und auch bei kleinen Rezitativen um ihre endgültige Fassung rang. Daneben finden sich Seiten in ebenmäßiger Reinschrift. Das Faksimile gibt das Autograph des „WO“ erstmals im hochwertigen Vierfarbdruck wieder. Der Bach-Spezialist Christoph Wolff führt in die Entstehung des Werkes und die Charakteristika der Handschrift ein. Martina Rebmann (Staatsbibliothek zu Berlin) beschreibt die weitere Geschichte des Autographs.

(13.7.2018) Zur Förderung der zeitgenössischen Orgelmusik schreibt die Stiftsmusik Stuttgart erstmals einen Kompositionswettbewerb für Orgel aus: Gesucht wird ein Werk für Orgel solo von maximal 10 Minuten Dauer, dem ein Cantus firmus freier Wahl zugrunde liegt. Der Preis ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert, die Entscheidung trifft eine unabhängige Jury. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2019. Die prämierten Werke werden am Samstag, 29. Juni 2019, im Rahmen des großen Stiftsmusikfests 2019 an der Mühleisen-Orgel (IV/P, 81) in der Stiftskirche Stuttgart uraufgeführt. Info: Stiftsmusik Stuttgart, Tel. 0711 / 2265581, kompositionspreis@stiftsmusik-stuttgart.de, www.stiftsmusik-stuttgart.de

(11.7.2018) Vom 11. bis 18. Juli 2020 findet in Auckland (Neuseeland) das 12. Weltsymposium für Chormusik statt. Es findet einmal in drei Jahren in einem unverwechselbaren und aufregenden Reiseziel statt und vereint die weltweit führenden Chöre, Dirigenten, Komponisten und Administratoren für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis, Seminare, Meisterkurse und Workshops. Info http://www.wscm2020.com/call-for-choirs-presenters/

(3.7.2018) Dominik Susteck, der Kölner Organist und Komponist der Kunst-Station Sankt Peter erhält den Schneider-Schott-Musikpreis der Stadt Mainz. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 14. September 2018 im Rahmen eines Konzertes an der Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg- Universität in Mainz verliehen. Die Begründung der Jury: „Mit dem Orgelvirtuosen Dominik Susteck erhält ein Interpret und Komponist den Schneider-Schott-Musikpreis, der seinem Instrument und dessen lebendiger Neu-Erfindung vielfältige und nachhaltige Impulse verleiht. Als Komponist und Organist an der Kunst-Station Sankt Peter Köln hat er dort ebenso durch Improvisationskonzerte auf sich aufmerksam gemacht wie durch seine konsequente Programmgestaltung auf dem Gebiet der zeitgenössischen Orgelmusik; dazu gehörten und gehören zahlreiche Uraufführungen. … Dominik Susteck hat die große spirituelle und künstlerische Tradition der Musica sacra neu interpretiert und mit vielfältigem Ertrag bereichert. Er öffnet uns die Ohren zu bisher ungehörten Erlebnissen und Erkenntnissen im Zusammenklang seines Instruments mit dem kirchlichen Raum.“

(1.7.2018) Der Allgemeine Cäcilien-Verband für Deutschland (ACV) unternimmt eine neue Initiative, um die Komposition neuer geistlicher und liturgischer Chormusik für Laienchöre zu fördern. Dazu haben der ACV, das Erzbistum Köln und die Hochschule für Musik und Tanz Köln vereinbart, eine Masterclass Chorkomposition einzurichten (Foto vom Vorjahr: Richard Mailänder). Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde im April unterzeichnet. Das Angebot zielt ebenso auf angehende wie auf bereits im Dienst befindliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker und will diese dazu befähigen, vokale Kompositionstechniken anzuwenden. Die Ausschreibung gilt bundesweit und ist überkonfessionell. Einschlägige Vorerfahrungen, insbesondere bereits vorhandene Kompositionen, sind Teilnahmevoraussetzung. Die Kooperation ist zunächst auf drei Jahre angelegt und startet im Herbst: vom 10. bis 12. September 2018 in der HfMT in Köln. Die künstlerische Leitung übernimmt zu Beginn mit der Komponist Enjott Schneider. Jeder der drei Kooperationspartner kann zwei Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer benennen. Die Masterclass verspricht also mit nur sechs aktiven Schülerinnen und Schülern eine wirklich intensive Förderung. Wer sich für das Angebot interessiert, kann sich unter anderem an den ACV (info@acv-deutschland.de) oder auch an Richard Mailänder, Kirchenmusikdirektor des Erzbistums Köln, wenden (richard.mailaender@erzbistum-koeln.de).