(22.11.2021) Beim Finalkonzert des Deutschen Chordirigentenpreis am 20. November 2021 in der Berliner Sophienkirche kürte die Jury John Lidfors (Foto Mitte) als Gewinner des Wettbewerbs. Franziska Kuba (rechts) erhielt den Publikumspreis, weitere Finalistin war Julia Selina Blank (links). Der Deutsche Chordirigentenpreis wurde zum vierten Mal vom Deutschen Musikrat vergeben. Das Finalkonzert war Höhepunkt und Abschluss einer einwöchigen Arbeitswoche, in der die Dirigentinnen und der Dirigent intensiv mit dem RIAS Kammerchor Berlin arbeiten konnten. Die Jury unter Vorsitz von Justin Doyle bewertete unter anderem die Partiturkenntnisse, Leitungs- und Kommunikationsfähigkeiten und das Konzertdirigat der Kandidaten. Die Sängerinnen und Sänger des RIAS Kammerchors entschieden mit: Das Gesamtvotum des Chors floss als Jurystimme in die Bewertung ein.

(21.11.2021) Die Preise beim 3. Internationalen Kurt-Boßler-Orgelwettbewerb vom 2. bis 6. November 2021 in Freiburg, der nach dem Komponisten und Organisten Kurt Boßler benannt ist, sind vergeben. Die Jury unter Vorsitz von David Franke, Leiter des Instituts für Kirchenmusik der Hochschule für Musik Freiburg, vergab den 1. Preis in der Wertung „Orgel solo“ an Johannes Krahl (Leipzig, auch Sonderpreis der Gesellschaft der Orgelfreunde, Foto), den 2. Preis an Pierre-François Purson (Caen/Frankreich, auch Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werks von Kurt Boßler) und den 3. Preis an Lukas Euler (Leipzig). Den Sonderpreis für Kammermusik erhielt das Duo Antigoni Chalkia (Sopran) und Clara Ernst (Orgel).

(20.11.21) Die Ernst-Pepping-Gesellschaft Berlin möchte künftig Aufführungshinweise zu Werken Ernst Peppings (1901–1981, Foto) auf ihrer Homepage www.pepping-gesellschaft.de veröffentlichen. Meldungen können per E-Mail bei Oliver Schmidt unter der Adresse kantor@rellingerkirche.de oder per Post an die Geschäftsstelle der Ernst-Pepping-Gesellschaft eingereicht werden (Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, c/o KMD Helmut Hoeft, Lietzenburger Str. 39, 10789 Berlin).

(21.11.2021) Am 20. November 2021 wurde Ullrich Böhme nach fast 36 Jahren als Organist der Thomaskirche Leipzig verabschiedet. In der Motette am Samstagnachmittag sangen der Thomanerchor und Solisten unter Leitung des neuen Thomaskantors Andreas Reize die Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Ullrich Böhme (* 1956), aus dem Vogtland stammend, studierte an der Kirchenmusikschule in Dresden und an der Hochschule für Musik in Leipzig. Nach seinem Studium war er bis 1986 Kantor und Organist an der Kreuzkirche in Karl-Marx-Stadt. 1985 wurde er zum Leipziger Thomasorganisten gewählt und trat das Amt 1986 an. Zu seinen Aufgaben gehört das Orgelspiel in den Gottesdiensten und Motetten ebenso wie das Basso-continuo-Spiel bei Kantaten, Oratorien und Passionen. Er gab den Anstoß zur Restaurierung der Sauer-Orgel in der Thomaskirche und entwarf das Konzept für eine neue barocke „Bach-Orgel“ (2000). 1994 wurde Böhme Honorarprofessor für Orgel am Kirchenmusikalischen Institut der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. Bei der Verabschiedung trug Christfried Brödel eine Würdigung vor, die hier zu lesen ist.

(16.11.2021) Hans-Jürgen Wulf ist neuer Präsident der Direktorenkonferenz Kirchenmusik. Die Konferenz wählte den Landeskirchenmusikdirektor der Nordkirche auf ihrer Tagung in Berlin für fünf Jahre zu ihrem Vorsitzenden. Wulf ist Nachfolger von LKMD Kord Michaelis, der die Konferenz über zehn Jahre geleitet hat. Die Direktorenkonferenz ist das Spitzengremium der Evangelischen Kirchenmusik in Deutschland. In ihr sind die Landeskirchenmusikdirektorinnen und -direktoren aller Landeskirchen sowie die Leiterinnen und Leiter der sechs Hochschulen, neunzehn Hochschulabteilungen und Ausbildungsstätten für Kirchenmusik vertreten. Das überregionale Fachgremium für die Ausbildung, Prüfung und Anstellung evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker erarbeitet EKD-weite Rahmenordnungen und Empfehlungen. Zuletzt erschien 2021 unter dem Titel „Alles im Fluss“ eine umfangreiche Tagungsdokumentation zum Berufsbild Kirchenmusik. Als Vizepräsident wurde Stephan Lennig (Dresden) wieder gewählt. Ebenfalls bestätigt wurden die Vorstandsmitglieder Stefan Viegelahn (Frankfurt/M.) sowie LKMD Christa Kirschbaum (Hessen-Nassau) und LKMD Hans-Joachim Rolf (Hannover). – Foto (v. l. n. r.): Stephan Lennig, Daniel Viegelahn, Christa Kirschbaum, Hans-Jürgen Wulf, Hans-Joachim Rolf

(4.11.2021) In seinem neuen Handbuch Bach vocal (Carus-Verlag, 272 Seiten, € 29,90, auch als E-Book erhältlich) hat der renommierte Bach-Forscher Christoph Wolff Basisinformationen zu sämtlichen Vokalwerken Johann Sebastian Bachs zusammengestellt. Neben Titeln, Entstehungszeit, Textdichtern und Besetzung finden sich z. B. für jeden Einzelsatz Besetzung, Textanfang und Taktarten. Verschiedene Fassungen werden ebenso berücksichtigt wie die Beziehungen der Werke untereinander (Parodievorlagen). Dargestellt sind alle Werkgruppen und Gattungen in systematischer Gliederung: Neben den Kirchenkantaten, Oratorien, Passionen, Motetten und der lateinischen Kirchenmusik auch die weltlichen Kantaten und verwandte Werke, die mit dem geistlichen Œuvre in vielfacher Wechselbeziehung stehen. Einleitende Kapitel führen in die jeweilige Gattung ein und verankern sie musikgeschichtlich wie biographisch.

(28.10.2021) Zu einem Gedenkkonzert für ihren am 5. November 2020 plötzlich verstorbenen Rektor Helmut Fleinghaus hatte die Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten am 23. Oktober in die Kirche St. Marien Stift Berg in Herford eingeladen. Es wurde zu einer wohlgelungenen Würdigung des langjährigen Dozenten und Rektors, besonders, weil beide Ausbildungsabteilungen „Kirchenmusik klassisch“ aus Herford (Prorektor KMD Ulrich Hirtzbruch) und „Kirchenmusik popular“ (Prorektor KMD Hartmut Naumann) zusammen das Programm entwickelt hatten. Das Zusammenwirken von Studierenden und Lehrenden aus beiden Standorten gelang damit in dieser Form eines großen Konzertes zum ersten Mal und zeigte in beeindruckender Weise die neu gewonnene Vielfalt kirchenmusikalischer Ausdrucksformen, ein Erfolg der Integration der Evangelischen Pop-Akademie Witten in die Hochschule im Jahr 2016 unter dem Rektorat von Fleinghaus. Das musikalische Programm Gitarrenklänge, Orgelmusik, Blockflöten-Duo, Percussion-Trio, Kirk Franklin und Felix Mendelssohn. Im Zentrum des Konzerts standen Sätze aus der Bach-Kantate BWV 146 „Wir müssen durch viel Trübsal“. Sie umrahmten die tröstende und würdigende Ansprache von Präses Annette Kurschus. (Jochen A. Modeß / Foto: Hochschule Herford)

(27.10.2021) Am 1. September 2021 wurde der Trägerverein 3. Oktober – Deutschland singt und klingt gegründet. Der Verein hat das Ziel, die alljährlichen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit mit einer zivilgesellschaftlichen Musikaktion zu unterstützen und die politische Bedeutung des 3. Oktobers als eines bundesweiten Feiertags für die Einheit in unserem Land musikalisch zu fundieren. Für die Umsetzung soll der bisherige Fokus einer Mit-Sing-Aktion auch auf den instrumentalen Bereich ausgedehnt werden. Weitere Informationen: www.3oktober.org.

(25.10.2021) Peter Dijkstra kehrt ab der kommenden Saison 2022/23 als Künstlerischer Leiter zum Chor des Bayerischen Rundfunks zurück. Der Niederländer hatte die Position beim Chor des BR bereits von 2005 bis 2016 inne. Der aktuelle Künstlerische Leiter Howard Arman, dessen Vertrag nach sechs Spielzeiten ausläuft, bleibt dem Chor als Gastdirigent erhalten. Zur Zeit ist Peter Dijkstra Chefdirigent beim Nederlands Kamerkoor und Erster Gastdirigent beim Niederländischen Rundfunkchor. Von 2007 bis 2018 war er Chefdirigent des renommierten Schwedischen Rundfunkchores. Regelmäßig arbeitet Peter Dijkstra (Foto: Astrid Ackermann) mit hochrangigen Vokalensembles zusammen, etwa mit dem RIAS Kammerchor Berlin, dem Estonian Philharmonic Chamber Choir, dem Collegium Vocale Gent und den BBC Singers. Dijkstras Repertoire reicht von der Alten Musik bis zur Moderne, von A-cappella-Werken bis hin zur Oper.

(7.10.2021) Am Beginn des Jahres 2022 wird Johannes Lang sein Amt als Thomasorganist in Leipzig antreten. Er tritt die Nachfolge von Ullrich Böhme an, der Ende 2021 in den Ruhestand gehen wird. Seit 2016 ist Lang als Kantor an der Friedenskirche Potsdam-Sanssouci tätig. Zuvor war er drei Jahre lang Stadtkantor der ev. Kirchengemeinde Lörrach. Als Jungstudent studierte er von 2005 bis 2009 an der Freiburger Akademie zur Begabtenförderung der Hochschule für Musik. Anschließend absolvierte er sein Studium der ev. Kirchenmusik in Freiburg, welches er mit dem Bachelor und dann dem Masterabschluss mit Bestnoten sowie dem Konzertexamen Orgel mit Auszeichnung beendete. Zahlreiche Meisterkurse komplettieren seine musikalische Ausbildung. In Leipzig ist er kein Unbekannter, gewann er doch dort im Jahre 2012 den 1. Preis im Fach Orgel beim Internationalen Bach-Wettbewerb. (Foto: Philine Bunte)

(6.10.2021) Der Musikwissenschaftler Konrad Küster erhält einen der beiden Hermann-Sasse-Preise 2021, die die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) für lutherische theologische Literatur verleiht. Küster wird damit für sein Buch „Musik im Namen Luthers. Kulturtraditionen seit der Reformation“ geehrt, das er zum Reformationsjubiläum 2017 bei Bärenreiter und J.B. Metzler veröffentlicht hat. Die andere Preisträgerin ist Susanne Wegmann („Der sichtbare Glaube. Das Bild in den lutherischen Kirchen des 16. Jahrhunderts“). Die Preisverleihung findet am 9. Oktober 2021 um 15 Uhr in der St. Johanniskirche in Herford statt. Konrad Küster wird dabei einen Vortrag zum Thema „Luther als Komponist“ halten. (Foto: Ingeborg Lehmann)

(6.10.2021) Zum Liedwettbewerb, zu dem das Deutsche Liturgische Institut gemeinsam mit dem Gottesdienst-Institut der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eingeladen hatte, wurden 215 Lieder eingereicht. Die Jury hat die ersten drei Preise vergeben: 1.Preis: Du bringst meine Seele zum Leuchten (T: Florian Simson, M: Klaus Wallrath), 2. Preis: Am Sonntag wir bedenken beim ersten Morgenrot (T: Tobias Schrörs, M: Martin Kopp), 3. Preis: Nun singe, meine Seele, nach ruheloser Zeit (T: Susanne Brandt, M: J. G. Ebeling). Die Lieder eignen sich sowohl als einstimmig zu singende Gemeindelieder, besitzen aber zusätzlich einen Chorsatz oder ein vollständiges Chorarrangement. Mitschnitte der Lieder werden nach dem ersten Erklingen online gestellt. Eine Publikation der prämierten und weiterer qualitätsvoller Lieder ist für 2022 vorgesehen. Alle Infos dazu unter www.sonntag2021.liturgie.de

(23.9.2021) 26 junge Organistinnen und Organisten aus 8 Ländern nahmen am 9. Internationalen Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis im Kloster Himmerod (Eifel) und in Trier teil. Die international besetzte Jury unter der Leitung von Johannes Geffert (Köln) und zahlreiche Zuhörer in der Trierer Konstantinbasilika erlebten ein spannendes Finalkonzert auf hohem Niveau. Es wurden drei Preise sowie mehrere Förder- und Videopreise vergeben: 1. Preis: Jakub Kapała (Polen, Foto rechts), 2. Preis: Hyelin Lee (Südkorea, Mitte), 3. Preis: Hagen Heinicke (Deutschland, links), Publikumspreis: Hagen Heinicke, Förderpreis: Thibault Fajoles (Paris). Die Teilnehmer spielten Werke von Hermann Schroeder, eine frei wählbare Toccata aus dem Stilbereich des 17. Jahrhunderts, eines der großen Präludien mit Fuge von J. S. Bach sowie frei wählbare Stücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Der 1. Durchgang fand erstmals als digitaler Wettbewerb über die Einsendung von Videos statt. – Info: www.hermann-schroeder.de

(22.9.2021) Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat den derzeitigen Rektor Peter Kopp (Foto: Astrid Ackermann) einstimmig für eine weitere Amtszeit an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle berufen. Seit Oktober 2017 ist Kopp als Dozent für Chor- und Orchesterdirigieren sowie als Leiter des Hochschulchores tätig und wird die Hochschule ab Oktober 2021 weitere fünf Jahre leiten. – Mit Beginn des Wintersemesters 2021/22 wird Anna-Victoria Baltrusch als Nachfolgerin von Ulrich Lamberti neue Dozentin für Künstlerisches und Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule. Anna-Victoria Baltrusch (* 1989) ist 2016 als Organistin des Neumünsters Zürich tätig und leitet den Kammerchor TonArt Zürich.

(15.9.2021) Richtigstellung – Im Artikel „Organistenmacher. Vor 400 Jahren starb Jan Pieterszoon Sweelinck“ von Matthias Schneider in MuK 5/2021, S. 312–314“ hat sich ein irreführender Fehler eingeschlichen: Auf S. 314, 2. Absatz muss es heißen: „Der Magnificat-Zyklus von Hieronymus Praetorius, komponiert vielleicht schon vor der Wende zum 17. Jahrhundert …“ und im folgenden Absatz „ein Magnificat Germanicae seines Lehrers Jacob Praetorius …“ Die Redaktion bittet, den Fehler zu entschuldigen. Komplettes PDF des korrigierten Artikels.

(10.9.2021) Der Deutsche Musikrat, die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben  gemeinsam das Kompendium Orgelmusik in Zeiten von Corona veröffentlicht. Es enthält 17 Neukompositionen, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts entstanden sind. Die Werke wurden im Frühling 2021 komponiert und bieten – als künstlerische Reflexionen der Corona-Zeit – ein vielfältiges Panorama an Stimmungsbildern und Assoziationen. Ziel ist es, das Musikleben nach der Krise wieder aktiv zu befördern und die Zuhörenden zu einer Auseinandersetzung mit den Pandemie-Erfahrungen anzuregen. Deshalb sollen die Stücke im Herbst 2021 bundesweit in Gottesdiensten und Konzerten erklingen. Die im Carus-Verlag erschienene Publikation wurde vom Deutschen Musikrat unter Mitarbeit von Richard Mailänder und LKMD Kord Michaelis herausgegeben. Sie ist als Print- und Onlinepublikation hier erhältlich. Organistinnen und Organisten sowie Veranstalter, die im Rahmen des Projekts eine Aufführung von Werken aus dem Band planen, erhalten den Sammelband kostenfrei nach einer Registrierung auf der Projektwebsite. Mehr Informationen zum Projekt und den 17 Kompositionen gibt es auf www.orgel-corona.de.

(2.9.2021) Der V. Internationale „Young Organist“ Wettbewerb 2022 wird vom 31. Januar bis 6. Februar 2022 online stattfinden. Daran können in drei Altersklassen junge Organistinnen und Organisten jeder Nationalität teilnehmen, die bei Wettbewerbsanfang nicht älter als 22 Jahre sind. Die Jury besteht aus Natalia Vedernikova-Gureeva (Vorsitzende), Christoph Schoener (Stellvertreter), Zuzana Ferjencikova, Daniel Zaretsky, Rubin Abdullin, Lyubov Shishkhanova, Galina Semenova, Natalia Uzhvi. – Info: www.youngorganist.com

(1.9.2021) Am 23. August verstarb in Berlin Elke Axmacher im Alter von 78 Jahren. Die auch als Sopranistin aktive, von 1994 bis 2006 an der Universität Bielefeld lehrende Theologin hat mit ihrer 1984 publizierten Dissertation „Aus Liebe will mein Heyland sterben“ zum Libretto der Matthäus-Passion (Neuauflage 2005) einen Markstein in der Bach-Forschung gesetzt. In die Arbeitsgemeinschaft für Theologische Bachforschung brachte sie sich vielfach ein. Als Habilitation präsentierte sie dann eine große Studie zu Martin Moller (1547–1606). Weitere Einzelstudien zur Frömmigkeitstheologie im Rahmen der lutherischen Orthodoxie folgten (darunter drei Beiträge in MuK). 2001 erschien der Sammelband Johann Arndt und Paul Gerhardt. Studien zur Theologie, Frömmigkeit und geistlichen Dichtung des 17. Jahrhunderts Vieles davon floss in ihre zahlreichen Liedkommentare zu Gerhardt-Liedern in der Liederkunde zum EG ein. Die Paul-Gerhardt-Gesellschaft, wo sie sich ebenfalls sehr engagierte, verlieh ihr 2013 den Ehrenbrief. (Konrad Klek)

(30.8.2021) Am 28. August 2021 feierte der Bundesjugendchor sein Debüt in der Philharmonie Berlin im Rahmen des Musikfests Berlin. Der erste Auftritt dieses jungen Ensembles zog das Publikum im großen Saal der Philharmonie auch durch seinen warmen homogenen Klang, die Ausgewogenheit der Stimmgruppen und die Intonationsreinheit, gerade auch bei den Werken den Neuen Musik, in seinen Bann. 42 Sängerinnen und Sänger im Alter von 18 bis 26 Jahren bilden das neue Ensemble in der Trägerschaft des Deutschen Musikrates. Die künstlerische Leiterin Anne Kohler hatte mit dem Ensemble ein Programm von der Renaissance über die Romantik bis hin zur Gegenwart erarbeitet, mit Werken von Orlando di Lasso bis zu der Uraufführung der Auftragskomposition „Innen“ von Kathrin A. Denner. Der Bundesjugendchor wird, wie alle anderen Jugendprojekte des Deutschen Musikrates, durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. (Foto: Peter Adamik)

(28.8.2021) Vom 13. bis 21. September 2022 findet in Wien der 9. Internationale Franz-Schmidt-Orgelwettbewerb statt. Der Wettbewerb verlangt von den internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein breites Repertoire von Barock bis zur Gegenwart, das sie in drei Runden auf drei stilistisch unterschiedlichen Orgeln der Wiener Innenstadt (St. Ursula, Kalvarienbergkirche und Schottenkirche) interpretieren werden. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2022. Info: www.orgelwettbewerb.at

(25.8.2021) Für seine CD „Berlin! – Orgelwerke Berliner Komponisten“ (MDG) erhält der Berliner Domorganist Andreas Sieling (Foto: Boris Streubel) den diesjährigen „Opus Klassik“-Preis in der Kategorie „Solistische Einspielung Instrument des Jahres“. Erstmals zeichnet der Verein zur Förderung der Klassischen Musik damit einen aktiven Kirchenmusiker aus. Der Preis wird seit vier Jahren vergeben und ist der Nachfolger des „Echo Klassik“, der 2017 eingestellt wurde. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober 2021 im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt statt und wird ab 22:15 Uhr im ZDF übertragen. Für die prämierte CD „Berlin! – Orgelwerke Berliner Komponisten“ hat Andreas Sieling auf der Großen Sauer-Orgel im Berliner Dom Werke Berliner Komponisten aufgenommen, darunter Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Ersteinspielungen Berliner Spätromantiker.

(24.8.2021) Vom 20. bis 27. März 2022 wird an St. Andreas in Korschenbroich der 13. Internationale Orgelwettbewerb durchgeführt. Daran können Organisten und Organistinnen aller Staatsangehörigkeiten ohne Altersbeschränkung teilnehmen. Anmeldeschluss ist der 1. Januar 2022. In der Jury arbeiten zusammen: Hans Leenders, Franz-Josef Stoiber, Daniel Beckmann und Martin Sonnen. Info/Anmeldung: Stadt Korschenbroich, Kulturamt, Christina Nierwetberg, Tel.: 02161 /613-107 , kultur@korschenbroich.de, www.korschenbroich.de/freizeit_tourismus/Orgelwettbewerb.php

(27.7.2021) Martin Lehmann, der seit 2002 Chorleiter des Windsbacher Knabenchors, soll nach der Entscheidung der Findungskommission zum neuen Kantor des Dresdner Kreuzchores berufen werden. Die vom Dresdner Stadtrat eingesetzte Kommission hat den 47-Jährigen einstimmig als 29. Kreuzkantor vorgeschlagen. Der Stadtrat muss der Personalie nach der Sommerpause noch zustimmen, eine Entscheidung wird für den Herbst erwartet. Die Berufung als Kreuzkantor hat im Einvernehmen mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zu erfolgen. Lehmann (Foto Mila Pavan), der selbst im Kreuzchor gesungen hat, setzte sich gegen am Ende zwei Mitbewerber durch. Die Berufung als Kreuzkantor hat im Einvernehmen mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zu erfolgen. Lehmann wird, wenn der Stadtrat so entscheidet, im Sommer 2022 auf Roderich Kreile folgen, der den Knabenchor seit 1997 leitet und nun in den Ruhestand geht.

(14.7.2021) Denis Pisarevskiy aus Moskau hat den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis beim internationalen Orgelwettbewerb in der Mannheimer Christuskirche gewonnen, außerdem gab es zwei weitere zweite Preise zu je 2.500 Euro für Adrian Brech (Herxheim) und Hannes von Bargen (Stuttgart). Zusätzlich haben das Max-Reger-Institut und die Karg-Ehlert-Gesellschaft zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 1.000 € gestiftet. Den Max-Reger-Preis gewann Denis Pisarevskiy, und der Karg-Ehlert-Preis wurde geteilt und mit jeweils 500 € an Julian Beutmiller und Johannes Krahl vergeben. (Foto [Natascha Busbach]: hintere Reihe v. l.: Matthias Maierhofer, KMD Johannes Michel, Hermann J. Wilske, Markus Eichenlaub, Ludger Lohmann, Alexander Becker MdL)

(13.7.2021) Unter dem Titel „Nie zu alt fürs Singen“ findet vom 13. bis 17. Oktober 2021 in der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel ein Intensivkurs zur Chorarbeit mit Senioren statt. Die Leitung des Kurses teilen sich die Chorleiterin und Kirchenmusikerin Christiane Hrasky und Kai Koch, Professor für Musikpädagogik an der Universität Vechta. – Info: www.bundesakademie.de

(12.7.2021) Zwei neue Orgelprofessoren werden zukünftig in der Nachfolge Ben van Oostens an der Codarts University Rotterdam unterrichten: Zuzana Ferjencíková und Christian Schmitt. Die slowakische Konzertorganistin, Pianistin und Komponistin Zuzana Ferjencíková (Foto) studierte sie bei J. V. Michalko und Peter Planyavsky. Besonders geprägt hat sie ihr Studium bei Jean Guillou. Ihr Hauptinteresse gilt der Musik der Romantik des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie ist Exklusivkünstlerin beim Label Dabringhaus und Grimm. – Christian Schmitt studierte Orgel bei Daniel Roth, Leo Krämer und James David Christie. Seit 2014 ist er Principal Organist der Bamberger Symphoniker. Seine Spezialität ist das symphonische Orgelrepertoire. Schmitt hat mehr als 40 CDs eingespielt. 2021/22 ist er „Artist in Fokus“ des Tonhalle Orchesters Zürich sowie Kurator der dortigen „Internationalen Orgeltage“.

(22.6.2021) Mit einem Festakt ist am 21. Juni das Deutsche Chorzentrum in der Karl-Marx-Straße 145 in Berlin-Neukölln durch den Präsidenten des Deutschen Chorverbands, Christian Wulff, eröffnet worden. In Anwesenheit von Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, sowie dem Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Martin Hikel, wurde das Haus als neuer Ort des Austauschs für die Chor- und Vokalmusikszene in Deutschland präsentiert und allen Förderern und Partnern für ihr Engagement gedankt. Neben dem Deutschen Chorverband sind im Deutschen Chorzentrum der Chorverband Berlin, der Landesmusikrat Berlin, die Deutsche Chorjugend und die „Vokalhelden“, das Chorprogramm der Berliner Philharmoniker, ansässig. Wichtiger Bestandteil wird zudem eine Musik-Kita mit 70 Plätzen. – www.deutscher-chorverband.de

(9.6.2021) Neues von der VG Musikedition – Die VG Musikedition und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben erstmals einen Gesamtvertrag zum Vervielfältigen von Noten und Liedtexten in Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen der EKD unterzeichnet. Zwischen der EKD und der VG Musikedition besteht seit vielen Jahren ein Pauschalvertrag über Vervielfältigungen für den Gemeindegesang im Gottesdienst. Dazu zählen auch – zunächst befristet bis Ende 2022 – Liedtexteinblendungen bei der Übertragung von Gottesdiensten im Internet. Mit dem im Mai 2021 neu unterzeichneten Gesamtvertrag haben Gemeinden und sonstige Einrichtungen der EKD nach Abschluss eines verwaltungseinfachen und kostengünstigen Lizenzvertrages die Möglichkeit, (auch digitale) Vervielfältigungen von Noten (und Liedtexten) zu weiteren Zwecken anzufertigen und zu verwenden. Dies gilt zum Beispiel für Kinderbetreuungseinrichtungen, Familienbildungsstätten, sonstige Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung, der Altenpflege oder in Kirchenmusikschulen bzw. für den Einzelinstrumentalunterricht durch Kirchenmusiker.

Bereits seit einigen Jahren können Musikschulen (auch Kirchenmusikschulen) mit der VG Musikedition einen Lizenzvertrag abschließen, der es ermöglicht, Kopien (Vervielfältigungen) von Noten und Songtexten für den Unterricht und für Aufführungen in bestimmtem Umfang herzustellen und zu verwenden. Seit diesem Jahr bietet die VG Musikedition auch privat unterrichtenden oder freiberuflichen Musikpädagogen eine vergleichbare Lizenz an, mit der Vervielfältigungen von Noten/Songtexten für Unterricht und Aufführungen angefertigt werden können. Dieses Angebot richtet sich ausdrücklich auch an diejenigen Kirchenmusiker, die im Rahmen ihrer Dienstverpflichtungen als Instrumentallehrer tätig sind. Aufgrund eines neuen Gesamtvertrages mit der EKD erhalten Kirchenmusiker im Dienst der EKD auf die Normaltarife einen Nachlass von 20 %.  /  www.vg-musikedition.de

(4.6.2021) Das Rätsel um das Grab Joachim Neanders ist gelöst. Die Beisetzung des Dichters von „Lobe den Herren“ fand am 3. Juni 1680, drei Tage nach seinem Tod, auf dem Kirchhof der Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen statt. Alle bisherigen Biographen wussten von keiner Ruhestätte oder vermuteten sie in St. Martini, wo der Dichter das letzte Jahr seines nur 29-jährigen Lebens als Hilfsprediger beschäftigt war. Den entsprechenden Eintrag „Neander Joachimus“  fand Ulrich Kaiser (Foto), seit 2018 Kirchenmusiker und Leiter des Knabenchores an Unser Lieben Frauen, im Staatsarchiv des Stadtstaates.

(31.5.2021) Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, der in diesem Jahr wegen der Pandemie digital stattfand, wurde auch in der Solowertung Orgel ausgetragen. In den vier Altersgruppen errangen insgesamt 14 junge Musikerinnen und Musiker den ersten Preis mit 25 oder 24 Punkten: AG III: Johanna Rist (Reutlingen), Theodor Karl Schubert, Wiebke Thaller (Schlammersdorf); AG IV: Julian Becker (Hannover), Jan Liebermann (Liederbach/Ts.), Sarah Perarnaud Aramendi (San Sebastián, Spanien), Georg Schäfer (Karlsruhe), Luise Künzl (Ingolstadt), Silvan Meschke (Düsseldorf); AG V: Thorsten Grasmück (Walsheim), Simon Markus Forberg (Renningen), Philipp Hennig (Karlsruhe), Junhui Oskar Liao (Leverkusen); AG VI: Felix Wunderle (Todtnau-Aftersteg).

(22.5.2021) Nachdem einige Bundesländer das Singen unter konkreten Auflagen wieder erlauben, hat der Deutsche Chorverband den neuen Leitfaden für Chorproben in Pandemie-Zeiten (SARS-CoV-2) erarbeitet. Mit ihm und einer zusätzlichen Checkliste soll der verantwortungsvolle und risikoarme Wiedereinstieg in das Chorsingen mit konkreten Handlungsempfehlungen unterstützt werden. Darüber hinaus beantwortet auch das Kompetenznetzwerk „Neustart Amateurmusik“ Fragen rund und um das Musizieren unter Pandemie-Bedingungen: per Mail unter info@frag-amu.de sowie telefonisch unter 030 / 609 8078139 (Mo.–Fr. von 11–13 Uhr sowie Mo.–Do. von 19–21 Uhr). – Link zum Leitfaden

(20.5.2021) Ab sofort ist für Fachteilnehmer eine Anmeldung für die chor.com vom 23. bis 26. September 2021 in Hannover möglich. Für Chorleiter und -leiterinnen, Komponisten, Musikpädagogen, Kirchenmusiker, Chormanager, ambitionierte Sänger und Sängerinnen sowie alle anderen an Vokalmusik Interessierten bieten die über 200 Workshops, Reading Sessions und Masterclasses sowie mehr als 20 Konzerte und das Forum mit Ausstellermesse die Gelegenheit, in die Welt der Vokalmusik einzutauchen, sich fachlich weiterzubilden und Neues auszuprobieren. Ein besonderer thematischer Fokus wird in diesem Jahr unter anderem auf der nordischen Chormusik liegen. – www.chor.com

(20.5.2021) Auf seiner Internetseite www.deutscher-orgelbau.de (Rubrik „Orgelbau“) hat der Bund Deutscher Orgelbaumeister (BDO) ein Lexikon der Stimmungen veröffentlicht, verfasst von Hans Eugen Frischknecht und Jakob Schmid. Neben Wissensgrundlagen sind damit Daten zu mehr als 300 Stimmungsarten leicht zugänglich. In der Einführung werden die akustischen Grundlagen der Temperierung und die Systematik des Lexikons aufgezeigt. Einige Tonbeispiele verdeutlichen die teils großen Unterschiede der Temperierungen. Bei jeder Stimmung werden die Abweichungen von der zugrunde gelegten gleichstufigen Stimmung nicht nur in Cent-Werten angegeben, sie sind dank der grafischen Darstellung auch sehr gut überschaubar und – sobald man einen Akkord anklickt – sogar hörbar. Darüber hinaus gibt es auch noch ein freies System, in dem eigene neue Stimmungen entwickelt werden können.

(19.5.2021) Thomas Sorger wird neuer Diözesanreferent für Kirchenmusik im Bistum Trier und Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Trier. Er folgt zum 1. Juli Matthias Balzer, der am 30. Juni 2021 in den Ruhestand geht. Thomas Sorger (* 1962) hat ein Studium der Kirchenmusik in Köln sowie ein Studium als Musikschullehrer für Klavier und Gesang an der Universität in Koblenz absolviert. Er war Kirchenmusiker in Neuwied und Düren und freiberuflich als Ensemblesänger, Liedbegleiter, Continuospieler und Chorleiter tätig. Seit 2014 ist er Regionalkantor im Bistum Trier und leitet die Fachstelle für Kirchenmusik Neuwied. Er ist als Dozent bei den Kirchenmusikwerkwochen und in der Mitarbeit bei der Fortbildungswoche Kirchenmusik für Priester der Weltkirche im Bistum Trier aktiv. Im Zusammenhang mit der Synodenumsetzung hat Sorger in der Teilprozessgruppe Geistliche Zentren und im Entwicklungsprozess Kirchenmusik sowie in der Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Ergebnisse des Entwicklungsprozesses Kirchenmusik mitgearbeitet.

(3.5.2021) Corona hat die Chormusik aus dem Takt gebracht, mit rückläufigen Mitgliederzahlen, finanziellen Sorgen und Nachwuchsproblemen. Erstmals beschreibt eine Studie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die im März 2021 bei über 4.300 Chören in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt wurde, systematisch die Auswirkungen der Pandemie auf die Chorlandschaft. Die sogenannte ChoCo-Studie unter Leitung von Kathrin Schlemmer (Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Eichstätt-Ingolstadt) dokumentiert nicht nur die kritische Lage der Chöre in allen wesentlichen Aspekten der Chorarbeit, sondern sie zeigt auch Förderbedarfe auf, um weiteren Schaden abzuwenden. Ko-Autoren der Erhebung sind KMD Tobias Brommann (Berlin), Jan Schumacher (Universitätsmusikdirektor, Goethe-Universität Frankfurt/Main) sowie Ester Petri und Johannes Graulich (Carus-Verlag Stuttgart). Erste Studienergebnisse sind hier abrufbar.

(28.4.2021) Am 18. April verstarb im Alter von 93 Jahren der Komponist Helmut Barbe. Geboren 1927 in Halle (Saale) gehörte er jener Generation an, in deren Jugend Krieg und Barbarei unauslöschliche Bilder hinterließen, die aber andererseits ein großes Interesse an innovativen Konzepten entwickelte. Nach seinem Studium an der Berliner Kirchenmusikschule bei Gottfried Grote und Ernst Pepping wurde Helmut Barbe Kantor an der St. Nikolai-Kirche in Berlin Spandau, ein Amt, das er von 1952 bis 1975 innehatte. Daneben wirkte er von 1955 bis 1975 als Dozent an der Kirchenmusikschule. Die von ihm geleiteten Aufführungen seiner Kompositionen in St. Nikolai waren für die Spandauer Studierenden absolut ungewöhnliche Ereignisse. Schlagartig überregional bekannt wurde Barbe 1956 mit seinem anlässlich des Kirchentages in Frankfurt/Main aufgeführten Musical Halleluja, Billy. Den in diesem Werk eingeschlagenen Weg im Tonfall etwa eines Kurt Weill ging er allerdings in der Folge nicht weiter. 1972 wurde Helmut Barbe zum Berliner LKMD ernannt. Ab 1975 lehrte er an der Hochschule der Künste als Professor für Musiktheorie und Komposition. Er verstand es wie nur wenige, den musikalischen Horizont seiner Studenten abseits ausgetretener Pfade zu weiten. In den beiden letzten Jahrzehnten entwickelte sich eine Beziehung zur Heidelberger Hochschule für Kirchenmusik. In seiner Musik geht es immer wieder um die Verankerung des menschlichen Daseins in einen übergeordneten, dem Auge verborgenen Zusammenhang. Barbes umfangreicher Werkkatalog enthält ganz überwiegend Chormusik. Sein Canticum Simeonis von 1958  verankerte sich über die Jahrzehnte fest in den Konzertprogrammen, und die drei Bände Deutsche Volkslieder haben eine Art Kultstatus erlangt. Fast alle Kompositionen Barbes zeichnet eine ganz eigene Klangaura aus. Sie resultiert aus einem eigenständigen, vertikal orientierten Umgang mit der Zwölftönigkeit. Barbe erzeugt auf diese Weise fast „magisch“ zu nennende Klanglandschaften. In ihnen scheint er immer wieder das Unaussprechliche von Texten und Musik beschwören zu wollen. (Bernd Stegmann)

(27.4.2021) Rudolf Lutz, dem musikalischen Leiter der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen, ist die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen worden. Die theologische Fakultät würdigt „damit seine Verdienste um die Vermittlung von Musik und Wort in der Gesamtaufführung des Vokalwerks von Johann Sebastian Bach und in innovativen Werkeinführungen sowie seinen langjährigen Einsatz zur Vermittlung geistlicher Musik in der Schweiz und im Ausland“. Rudolf Lutz hat zusammen mit Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung und zahlreichen international renommierten Solistinnen und Solisten bereits über 140 der rund 220 Vokalwerke des Thomaskantors aufgeführt und in Ton und Bild eingespielt. Das Projekt der Gesamtaufnahme wird bis etwa 2027 dauern. Die Aufnahmen können kostenlos über die Plattform bachipedia.org abgerufen werden, ebenso Werkeinführungen sowie umfangreiches weiteres Hintergrundmaterial zu den einzelnen Kompositionen Bachs. (Foto: Jelena Gernert)

(22.4.2021) Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKVW) hat die Entscheidung über die Zukunft der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten und die mögliche Zusammenlegung der bisher getrennten Fachbereiche „Kirchenmusik Klassisch“ und „Kirchenmusik Popular“ vertagt. Die Kirchenleitung hat in der Sitzung vom 21. und 22. April ausführlich Alternativen der Kirchenmusikausbildung diskutiert, darunter den möglichen Umzug der beiden Hochschulstandorte Herford und Witten in einen Neubau auf dem Gelände der Evangelischen Hochschule in Bochum und die Beibehaltung und Sanierung der bisherigen Standorte. Das Gremium möchte sich angesichts der zukunftsweisenden Bedeutung der Entscheidung zusätzliche Zeit nehmen, um Chancen der Optionen und finanzielle Risiken weiter zu prüfen.

(22.4.2021) Die Corona-Pandemie hat Chöre und Orchester in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß getroffen. 14,3 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in ihrer Freizeit. Seit Beginn der Pandemie musste ein Großteil dieser Ensembles ihre Aktivitäten einstellen oder digital fortführen. Obwohl viele Musikverbände auf Basis einzelner Studien Leitfäden für Hygienekonzepte erarbeiten konnten, fehlte bisher jedoch eine vollständige Übersicht über die bisherigen Forschungen und Studienergebnisse zum Spannungsfeld Musizieren unter Pandemiebedingungen. Das Cluster „Wissenschaftliche Grundlagen“ des Kompetenznetzwerks „Neustart Amateurmusik“ hat den aktuellen Forschungsstand zum Thema Musizieren in Pandemiezeiten aufgearbeitet und die aktuellen Forschungsergebnisse für diverse musikalische Formen in einer Publikation zusammengestellt. Die kostenlos einsehbare Publikation Grundlagen für das Musizieren unter Pandemiebedingungen bündelt Forschungsergebnisse führender Forschungsinstitute in Deutschland zu diesem Thema und bietet mit dieser Übersicht eine Basis für die Erarbeitung von Hygienekonzepten sowie eine Grundlage für kulturpolitische Entscheidungen. – https://bundesmusikverband.de/grundlagen/

(10.4.2021) Lucas Pohle, zuletzt als Kantor an der Leipziger Nikolai-Kirche tätig, wurde zum 1. April 2021 als Nachfolger von Mareile Krumbholz auf die Orgelprofessur mit dem Schwerpunkt Improvisation/Gottesdienstliches Orgelspiel an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth berufen. Pohle studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden sowie an der Universität der Künste in Berlin, wo er auch die Studiengänge Konzertexamen Orgel-Literaturspiel und Konzertexamen Orgelimprovisation absolvierte. Er unterrichtete in Dresden an der Hochschule für Kirchenmusik sowie an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber. Pohle ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe und konzertiert im In- und Ausland. – Eine weitere Personalie: LKMD Ulrich Knörr zum Honorarprofessor an die Bayreuther Hochschule bestellt.

(1.4.2021) Unter dem Titel „Landmusik“ startet der Deutsche Musikrat ein neues Förderprogramm. Ziel ist die Stärkung des Musiklebens im ländlichen Raum, um so einen Beitrag zur qualitativen Annäherung von urbanen und ländlichen Regionen zu leisten. Es werden Konzerte und Initiativen gefördert, die Musik erlebbar machen und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat festigen. Die Ausschreibungen sind am 1. April 2021 veröffentlicht worden. Die Projektförderung richtet sich an Profis und Laien: Antragsberechtigt sind Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern oder Einzelpersonen, Kultur- und Bildungsinstitutionen (Musikschule, Kirche, Kulturverein, Schule, usw.) und kommunal oder bürgerschaftlich getragene Einrichtungen. Ein weiterer Bestandteil des Programms ist die Auszeichnung „Landmusikort des Jahres“. mit der einmal im Jahr 13 Kommunen und Landkreise aus dem ländlichen Raum für bereits laufende, kreative Ideen ausgezeichnet werden. Alle Infos landmusik.musikrat.org (Foto: Nikolaj Lund)

(22.3.2021) Der Organist und Komponist Dominik Susteck verlässt Ende Juni die Kunststation St. Peter in Köln. In der gotischen Kirche in der Kölner Innenstadt hat er seit 2007 die Arbeit seines Vorgängers Peter Bares fortgeführt und maßgeblich dazu beigetragen, den Ort als Zentrum der zeitgenössischen Kunst und Musik zu bewahren. In den 14 Jahren hat Susteck mehr als 600 Konzerte veranstaltet und zum Teil selbst gespielt, darunter fünfzehn Mal das von Peter Bares übernommene Festival „orgel-mixturen“. An der Orgel (Orgelbau Peter 2006) entstanden 15 CDs mit zeitgenössischer Orgelmusik. Ab dem 1. Juli 2021 wird Dominik Susteck (Foto: Michael Muck Kremtz und Boris Heinrich) Leiter des Fachbereichs Kirchenmusik des Erzbistums Paderborn und damit Nachfolger von Paul Thissen, der in den Ruhestand geht.

(18.3.2021) Am 12. März ist Wolfgang Bretschneider im Alter von 79 Jahren gestorben. Er war viel mehr als ein die Kirchenmusik im Hier und Jetzt lebendig erklingen lassender, zukunftsfroh die Hoffnung nicht verlierender, menschenfreundlicher Seelsorger. Bis zu seinem Tod blieb er ein wacher, alle aktuellen Tagesereignisse sehr differenziert betrachtender Geist – und dazu ein überaus humorvoller Mensch. Als Priester am Bonner Münster lag ihm immer an einer gelingenden „Konzelebration“ zwischen Altar und Orgelempore, vor allem, um der Gemeinde diese Symbiose als Geschenk mit auf den Weg zu geben. Ob mit seiner Münsterschola, als Begleiter des Münsterchores oder als Interpret des Chemin de la Croix von Marcel Dupré: als Kirchenmusiker war er auch am Bonner Münster eine Institution. Qualitativ hochwertige und spirituell neue Formen unterstützte er begeistert und verlor nie die Freude daran, bei deren Umsetzung aktiv mitzuwirken. Kirchenhierarchische Demütigungen, die seinen Lebensweg torpedierten, konnten seinem positiven Wesen nicht nachhaltig schaden. Er liebte seine Kirche – und er litt an ihr, ganz besonders in den vergangenen zehn Jahren. Große Hoffnung setzte er auf die Jugend, die er als Professor für Liturgie und Kirchenmusik an vielen verschiedenen Hochschulen und Priesterseminaren ausgebildet und begeistert hatte. Sie sollte der Kirche neue Kraft und ein den Nächsten liebendes Antlitz geben. In unzähligen Gremien und Institutionen war es sein Ziel, in möglichst vielen Menschen das Feuer des Heiligen Geistes zu entflammen. Die katholische Kirchenmusik in Deutschland hat er – nicht nur als Präsident des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes – über Jahrzehnte gemeindenah erneuert und ins 21. Jahrhundert geführt. Als Mensch und als Priester blieb er stets bescheiden: Nie sah man ihn in klerikaler Kleidung oder mit angesteckten Ehrensymbolen. Nein, der österliche Mensch Wolfgang Bretschneider schöpfte aus einer tiefen mystischen Quelle lebendigen Wassers, die keinerlei Äußerlichkeiten bedurfte.(Markus Karas)

(17.3.2021) Zum Sommersemester beginnt Marius Mack als neu gewählter Professor für Chor- und Orchesterleitung mit einem Dienstumfang von 50 % an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen. Marius Mack, Bezirkskantor in Villingen, bleibt der Praxis als Kirchenmusiker dort mit einer halben Stelle verbunden. Marius Mack stammt aus Herrenberg, errang mehrere Preise an der Orgel und mit Vokalensemble, war vor seiner Stelle in Villingen Kirchenmusiker in Sulzburg und zuletzt auch Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Freiburg. Info: www.kirchenmusikhochschule.de

(16.3.2021) Anfang März 2020 fand in der Evangelischen Akademie Frankfurt/M. die Tagung „Alles im Fluss – Berufsbild Kirchenmusik im 21. Jahrhundert“  mit fast 100 Teilnehmenden statt. Inzwischen ist die Tagungsdokumentation erschienen. Sie ist auf den Internetseiten http://direktorenkonferenz.org bereitgestellt. Die „Frankfurter Thesen“ sind das Ergebnis der Tagung.

(15.3.2021) Vom 15. bis 18. September 2021 findet in der Abtei Himmerod (Eifel) und in der Konstantin-Basilika Trier der 9. Internationale Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis statt, der für junge Organisten und Organistinnen bis zum 35. Lebensjahr ausgeschrieben wird. Verliehen werden drei Preise (4000/2000/1000 Euro) sowie bis zu vier Sonderpreise. Für den Orgelwettbewerb liegt eine aktualisierte Ausschreibung vor, der 1. Durchgang wird über Videoeinsendungen durchgeführt. Anmeldeschluss ist der 1. Juli 2021. Info: www.hermann-schroeder.de und www.moselmusikfestival.de

(4.3.2021) Mit der ChoCo-Studie 2021: Chormusik in Coronazeiten soll die Situation der Chöre in Deutschland, Österreich und der Schweiz während der Corona-Pandemie wissenschaftlich untersucht werden. Schwerpunkt der Befragung sind Chöre im Amateur- und semiprofessionellen Bereich; auch professionelle Chöre können teilnehmen. Die Umfrage, die bis Ende März 2021 erreichbar ist, richtet sich primär an Chorleiter und -leiterinnen, Chorvorstände und Chor-Verantwortliche. Um die Umfrage für einen Chor auszufüllen, werden ca. 10 Minuten benötigt. Die ChoCo-Studie findet unter der wissenschaftlichen Leitung von Kathrin Schlemmer (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) statt. Co-Autoren der Studie sind Domkantor KMD Tobias Brommann (Berliner Dom), UMD Jan Schumacher (Goethe Universität Frankfurt/Main), Ester Petri und Johannes Graulich (Carus-Verlag). – Link: www.soscisurvey.de/ChoCo2021

(3.3.3021) „Ich bin dabei“ – mit diesem vielstimmigen Votum endete die Gründungstagung für das neue Netzwerk Kirchenmusikvermittlung mit 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Internet am 22. und 23. Februar 2021. Anstoß dazu gab der Verband evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland (VEM). Christoph Bogon, Präsident des VEM bis 2020, erwähnte in seiner Begrüßung einige zentrale Punkte in der Genese der „Musikvermittlung im kirchlichen Bereich“: Als erste Angebote die überkonfessionell ausgeschriebenen Fortbildungen der Bundesakademien in Trossingen und Wolfenbüttel, das Symposion „Vermittlungsdimensionen der Kirchenmusik“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg 2017 und nun die Idee, die vielfältigen und bundesweit im Crescendo begriffenen Aktivitäten in die Gestaltung einer noch zu entwickelnden Plattform für kollegialen Austausch und Qualitätsentwicklung einzubringen. Info und Anmeldung zum Netzwerk

(22.2.2021) Der 3. Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt findet pandemiebedingt digital und dezentral statt. Die Uraufführung des Oratoriums „EINS“ von Eugen Eckert und Helmut Schlegel (Text) und Bernhard Kießig und Peter Reulein (Musik) wird jedoch zentral platziert sein. Das Werk ist eine Auftragsarbeit der Kirchenmusikdirektoren der gastgebenden Kirchen. Deren Vision war es, im Frankfurter WM-Stadion den „größten ökumenischen Chor der Welt“ mit vielen tausend Sängern und Musizierenden zu präsentieren. Im Rahmen des geänderten Gesamtkonzepts für den ÖKT wird „EINS“ nun als kultureller Schwerpunkt nach dem Festakt zur Eröffnung des ÖKT am Freitagabend, 14. Mai 2021, gestreamt. Die Besetzung wurde den Hygieneauflagen angepasst: Ein Bühnenensemble wird seinen Part vorproduzieren. Um den ursprünglichen Charakter des „Oratoriums zum Mitsingen“ zu erhalten, sind Virtual-Choir-Einspielungen eines Kinderchores, eines Chores aus hauptamtlichen Kirchenmusikern und eines Bläserensembles geplant. „EINS“ bündelt den biblischen Aufruf zur Einheit aus dem 4. Kapitel des Epheserbriefes. Der evangelische Pfarrer Eugen Eckert und Pater Helmut Schlegel haben um diesen Text eine Geschichte entwickelt. Die Komposition von Bernhard Kießig und Peter Reulein verbindet Gregorianik, Choral, Klassik, Kleszmer und Jazz-Pop. – www.oekt.de

(8.2.2021) Ein ungewöhnliches Projekt im sonst eher holzlastigen Orgelbau ist auf der Suche nach Unterstützern: Ein Modell einer Norddeutschen Barockorgel aus Lego-Steinen. Das von Christoph Ruge konstruierte Modell verfügt über zwei Manuale und Pedal, insgesamt 186 Pfeifen in 14 Registern, Windkanäle, Abstrakten sowie eine bewegliche Balganlage. Sie lässt sich leicht zerlegen, so dass auch das Innere zu sehen ist. Finden sich genügend Stimmen für das Modell, könnte es bei Lego in Produktion gehen. Zu finden ist die Abstimmung bei Lego Ideas (https://ideas.lego.com/) unter dem Suchbegriff „Arp Schnitger“.

(1.2.2021) Online-Gottesdienste und -Konzerte verlangen nach einer rechtlichen Absicherung bei der Verwendung von urheberrechtlich geschützten Musikwerken und Texten. Näheres dazu bei der VG Musikedition und der GEMA.

(12.1.2021) Wegen der nicht vorhersehbaren Pandemielage im Mai 2021 wird das Format des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt (13.–16.5.2021) grundlegend geändert. Er wird konzentrierter, dezentraler, digitaler. Um der Verantwortung für den Gesundheitsschutz nachzukommen, aber gleichzeitig der Aufgabe als christliche Plattform gerecht zu werden, setzt der 3. ÖKT nun verstärkt auf digitale Beteiligung und Mitwirkungsmöglichkeiten auch jenseits der Frankfurter Stadtgrenzen. Das Event erhält dadurch ein neues Gesicht:  Ein stark konzentriertes und volldigitales Programm am Samstag, bei dem der Fokus auf den aktuellen und großen Herausforderungen und Aufgaben im kirchlichen und gesellschaftlichen Bereich liegen wird. Es soll auch ohne Massenveranstaltungen vor Ort so partizipativ und interaktiv wie möglich gestaltet werden. Den Rahmen des 3. ÖKT bilden der Gottesdienst an Christi Himmelfahrt und der Schlussgottesdienst am Sonntag. Zusammen mit konfessionellen Gottesdiensten am Samstagabend, die ökumenisch sensibel gestaltet werden, stellen sie wichtige Ankerpunkte auf dem gemeinsamen Weg der Konfessionen in unserem Land dar und sollen bundesweit übertragen und mitgefeiert werden. Thomas Sternberg, Präsident des 3. ÖKT macht die mit der medialen Verbreitung des Programms verbundene Hoffnung auf ein starkes ökumenisches Signal deutlich: „Da die Menschen nicht nach Frankfurt kommen können, kommt der 3. ÖKT zu ihnen nach Hause. Wir laden alle dazu ein, den ÖKT in der Kirchengemeinde, im Verband oder im Freundeskreis mitzuerleben und mitzugestalten.“
Das konkrete Programm des neu gedachten 3. ÖKT und die Teilnahmebedingungen werden im Frühjahr vorgestellt. – www.oekt.de

(11.1.2021) Die Bach-Medaille 2021 der Stadt Leipzig wird in diesem Jahr erstmals an zwei Personen zugleich verliehen: an die beiden Musikwissenschaftler Hans-Joachim Schulze und Christoph Wolff. Der 1934 in Leipzig geborene Hans-Joachim Schulze (* 1934) und der Christoph Wolff (* 1940) sind ehemalige Direktoren des Leipziger Bach-Archivs. Beide prägten die Bach-Forschung seit 60 Jahren auf beeindruckende Weise. Die Auszeichnung soll am 17. Juni im Rahmen des Leipziger Bach-Festes 2021 übergeben werden. Sowohl Schulze als auch Wolff haben nicht nur zahlreiche Veröffentlichungen bei Bärenreiter und anderen Verlagen, Quellenfunde und Noteneditionen zu Johann Sebastian Bach vorgelegt, sie setzten sich auch für „eine kontinuierliche Zusammenarbeit der Bach-Forschung über den eisernen Vorhang hinweg“ ein. Beide Musikwissenschaftler haben bereits eine Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz erfahren, Wolff hat außerdem mehrere Ehrendoktorwürden inne.