(5.11.2018) Am Reformationstag trafen sich 70 Fachleute aus Deutschland und benachbarten Ländern im Michaeliskloster Hildesheim, um unter dem Thema „Was singen wir morgen?“ über erste Schritte auf dem Weg zu einem neuen evangelischen Gesangbuch nachzudenken. Kooperationspartner des Michaelisklosters waren die EKD und der Deutsche Evangelische Kirchentag, vertreten durch Kirchentagspastor Arnd Schomerus. Begrüßt und eingestimmt wurden die Teilnehmer durch den Hausherrn, Jochen Arnold, und Thies Gundlach, Vizepräsident des Kirchenamts der EKD. Die Teilnehmer erlebten ein abwechslungsreiches Tagungsprogramm mit Fachvorträgen, Workshops und Konzert. Dabei kamen auch Gäste aus der Ökumene und Fachleute von den Universitäten zu Wort. Zwischendurch wurde viel gesungen. Im Mittelpunkt stand dabei das von Kirchentag und EKD herausgegebene Liederbuch „freiTöne“ (2017), das die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers als ergänzendes Beiheft zum 1994 eingeführten EG gewählt hat. Dabei wurde auch ein durch das Michaeliskloster produzierter USB-Stick präsentiert, auf dem über 500 Dateien mit Audio- und Videomaterial zu allen neuen Wochenliedern und dem Liederbuch „freiTöne“ enthalten sind. Kirchenmusikalisch und theologisch Verantwortliche und andere interessierte Personen können damit neue Lieder anhören, sich einstimmen lassen und sie im Playback einsetzen. Gegenstand der Beratungen waren Umfang, Adressaten, Funktion, Inhalt und Form eines neuen Gesangbuchs, wobei die musikalische Stilistik und das theologisch-spirituelle Profil eine zentrale Rolle spielt. Zunehmend verdichtete sich die Aufmerksamkeit auch auf das Thema der Digitalisierung. Viele Fragen zum kommenden Prozess, der von den leitenden Gremien der EKD gesteuert wird, sind noch offen. Und doch ist deutlich: Das neue Gesangbuch soll viel können: Christen im Gesang und Glauben vereinen und zugleich für ganz verschiedene Frömmigkeitsstile ein Repertoire bieten. Lieder aus aller Welt, aber auch Lieder aus der langen (deutschen) Tradition sollen enthalten sein. Viele wünschen sich Lieder in Gerechter und in Leichter Sprache, so dass niemand ausgeschlossen ist. Der Vorbereitungskreis, zu dem auch LKMD Beate Besser (Oldenburg), Stephan Goldschmidt (Hildesheim) und LKMD Gunter Kennel (Berlin) gehören, zeigte sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. OKR Martin Evang sprach dezidiert von einer ersten „Wegmarke“ zum neuen Gesangbuch. (Foto v. l. n. r. Jochen Arnold, Stephan Goldschmidt, Beate Besser, Gunter Kennel, Arnd Schomerus)

(2.11.2018) Der Verein „Kinder an die Orgel“ und die Musik-Akademie Basel/Hochschule für Musik FNHW vergeben gemeinsam Werkaufträge für Orgelkompositionen für Kinder. Zur Erarbeitungs- und Auswahlprozess gehört ein gemeinsamer Workshop mit Orgelschülern. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Februar 2019. Die Uraufführung des Werke findet im Herbst 2020 in Basel statt. Ausschreibung: www.kinderandieorgel.ch

(30.10.2018) Unter dem Titel „im teil ist das ganze verborgen“ erschien im September eine umfassende, 680 Seiten umfassende Dokumentation zum Werk des Komponisten Jörg Herchet und seines Textautors Jörg Milbradt. Anlass ist der 75. Geburtstag des Komponisten und des gleichaltrigen Textautors. Den Schwerpunkt bildet der Kantaten-Zyklus Das geistliche Jahr, der mit den Kantatentexten, Werkeinführungen, Partiturauszügen und analytischen Betrachtungen ausführlich dargestellt wird. In gleicher Weise werden zwei Musiktheaterwerke Herchets dokumentiert. Darüber hinaus enthält der Band grundsätzliche Aufsätze zu seinem Gesamtwerk sowie Texte von Herchet und Milbradt über deren eigenes Schaffensverständnis. Zudem sind bildkünstlerische Arbeiten abgedruckt, die von Herchets Werken angeregt wurden. Über 30 Autoren haben an dem hervorragend ausgestatteten Buch (€ 49,80) mitgearbeitet, das, von Christoph Sramek herausgegeben, im Kamprad-Verlag erschienen ist.

(26.10.2018) Unter dem Titel „Musica Sacra Nova” findet 2019 wieder eine internationaler Wettbewerb für junge Komponistinnen und Komponisten statt. Bis zum 15. Januar 2019 können eingereicht werden: eine Komposition für unbegleiteten gemischten Chor bis 16 Stimmen zu einem lateinischen christlichen Text oder eine liturgische Komposition für gemischten Chor mit 4–6 Stimmen zu einem lateinischen Text. Die Altersbegernzung liegt bei 35 Jahren. Alle Informationen unter www.musicasacranova.com.

(23.10.2018) Die Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth lädt am 26. und 27. Januar 2019 Interessenten an einem Kirchenmusikstudium zu einem Infowochenende ein. Geboten werden Besichtigung, Probeunterricht und Beratung über Studienmöglichkeiten, Abschlüsse und Berufsbilder. Bewerbungsschluss für das Sommersemester ist der 1. Februar 2019, die Eignungsprüfungen finden am 16. Februar 2019 statt.Info: www.hfk-bayreuth.de

(18.10.2018) Mit gleich zwei Festkonzerten in Stuttgart am 18. Oktober und am 4. November 2018 und zwei neuen CDs, die im September und im Oktober bei Carus erschienen sind, startet der Kammerchor Stuttgart (Foto: Jens Meisert) in die Jubiläumssaison anlässlich seines 50-jährigen Bestehens. Als gerade einmal 20-jähriger Musikstudent gründete Frieder Bernius 1968 den Chor und formte ihn zu einem hochrenommierten Vokalensemble, das heute als eines der besten dieser Art gilt. Bis heute steht das Ensemble unter der künstlerischen Leitung seines Gründers. Von den über 75 Aufnahmen des Kammerchors wurden viele davon mit renommierten CD-Preisen wie dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem ICMA. International Classical Music Award oder dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr der Kammerchor Stuttgart mit seiner Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Über 250.000 einzelne Tonträger wurden bisher verkauft. – www.musikpodium.de

(17.10.2018) Der Tübinger Jazzpianist Patrick Bebelaar, seit 2013 Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen (HKM), wird auf Beschluss des Senates der Hochschule zum außerplanmäßigen Professor (apl. Professor) der Hochschule ernannt. Gleichzeitig wird der Organist Johannes Mayr (Foto), seit 2004 Lehrbeauftragter im Fach Orgel/Orgelimprovisation an der HKM, zum Honorarprofessor der Hochschule ernannt.

(15.10.2018) Meinrad Walter, Mitherausgeber von Musik & Kirche, hat für die Internetseiten des Deutschen Musikinformationszentrums MIZ (www.miz.org) einen großen Grundsatzartikel „Musik in der Kirche“ geschrieben, der nun in aktualisierter Form hochgeladen wurde. Darin beschreibt Walter u. a. die Kirchenmusiklandschaft beider großer Konfessionen, die Stellensituation, Strukturen und Verbände, kirchliches Amateurmusizieren und Fragen der Ausbildung von haupt- und nebenberuflichen Kirchenmusikern. Die kompakte, mit Tabellen angereicherte Darstellung endet mit einer Formulierung von „Spannungsfeldern und Perspektiven“.

(8.10.2018) Zum Themenheft 5 / 2018 „Kirchenmusiker – Beruf mit Zukunft!“ hat der Remscheider Kirchenmusiker JM Kirschnereit eine kritische Wortmeldung geschrieben, die im Forum veröffentlicht ist:  „Ich … stehe 2 ½ Jahre vor der Pensionierung und kann den Beruf des Kantors nicht empfehlen! …“ Weitere Diskussionsbeiträge erwünscht!

(4.10.2018) Seit Oktober 2018 ist Edoardo Bellotti Professor für Historische Orgel an der Hochschule für Künste Bremen. Mit ihrer ersten Stiftungsprofessur schärft die HfK Bremen ihr Profil als Ausbildungsstätte für Alte Musik. Ermöglicht wird die Stiftungsprofessur durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung. Edoardo Bellotti ist Experte für Renaissance- und Barockmusik, italienische Orgelliteratur und Generalbass sowie Improvisation. An der Universität Pavia wurde er in Orgel und Cembalo ausgebildet, bevor er Humanwissenschaft und Theologie studierte. Seine Tätigkeit als Pädagoge zieht sich durch Italien und Deutschland bis in die USA, wo er von 2013 bis 2018 Professor für Orgel, Cembalo und Improvisation an der renommierten Eastman School of Music war.

(2.10.2018) Vom 17. bis 24. März 2019 wird an St. Andreas Korschenbroich der 11. Internationale Orgelwettbewerb durchgeführt. Info/Anmeldung (bis 1.1.2019) kultur@korschenbroich.de, www.korschenbroich.de/freizeit_tourismus/Orgelwettbewerb.php. Der Jury gehören Winfried Bönig, Hayo Boerema, Michael Hoppe und Martin Sonnen an. Die drei Preise sind mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. (Foto: Olaf D. Hennig)

(1.10.2018) Der fünfte Internationale Buxtehude-Orgelwettbewerb, der vom 21. bis zum 29. September in Lübeck und Hamburg ausgetragen wurde, ist entschieden. Den ersten, mit 8.000 Euro dotierten Preis hat sich der italienische Organist Nicola Procaccini (Foto Mitte) erspielt. Lars Schwarze (r.), Orgelstudent an der Musikhochschule Lübeck (MHL) und Jochem Schuurman (l.) teilen sich den zweiten, mit jeweils 4.000 Euro dotierten Preis, ein dritter Preis wurde nicht vergeben. 17 junge Organistinnen und Organisten aus elf Nationen wetteiferten in drei Runden um die hochdotierten Preise. Zur internationalen Jury gehörten neben dem Norweger Jon Laukvik als Vorsitzendem weitere renommierte Organisten wie Michel Bouvard (Frankreich), Pieter van Dijk (Niederlande), Ja-Kyung Oh (Südkorea), Wolfgang Zerer (Deutschland) und die beiden Lübecker Professoren Arvid Gast und Franz Danksagmüller. (Foto: Christine Rudolf)

(21.9.2018) Der altehrwürdigen Cappella Musicale Pontificia Sistina, kurz Cappella Sistina, dem päpstlichen Knabenchor an St. Peter in Rom, droht Ungemach. Gegen ihren Leiter Massimo Palombella und gegen den Treuhänder der Institution, Michelangelo Nardello, wird wegen Geldwäsche, Betrugs, Unterschriftenfälschung und Unterschlagung ermittelt. Für weitere Unruhe sorgte ein Auftritt der Knaben bei der Ausstellung „Heavenly bodies“ in New York, in der extravagante (weite und knappe) kirchliche Mode gezeigt wurde. Maestro Palombella, dem außerdem Mobbing und rabiates Vorgehen in Proben vorgeworfen wird, ließ sich bei dem New Yorker Ereignis zudem auf einem Foto mit Popstar Rihanna fotografieren, was zwar die Jungs toll fanden, weniger aber ihre in Rom gebliebenen Eltern.

(17.9.2018) Hans-Christoph Rademann, Akademieleiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart, ist der erste Preisträger des Ehrenpreises des Heinrich Schütz Musikfests. Mit dem Preis würdigt das Heinrich Schütz Musikfest Rademanns überragendes Engagement für das Werk von Heinrich Schütz, dessen klingende Bewahrung, überzeugende Interpretation und lebendige Vermittlung. Beispielhaft für dieses langjährige Wirken steht die Einspielung des Gesamtwerks von Heinrich Schütz beim Carus-Verlag Stuttgart mit dem von ihm gegründeten und bis heute geleiteten Dresdner Kammerchor, die in diesem Jahr ihren Abschluss finden wird. Der Preis wird ihm am 14. Oktober 2018 in Dresden im Rahmen des festlichen Abschlusskonzerts des Heinrich Schütz Musikfests, das der Dresdner Kammerchor unter Leitung von Hans-Christoph Rademann (Foto: Martin Förster) gestalten wird, überreicht.

(30.8.2018) Jörg Herchet (Foto: privat), geboren 1943 in Dresden, begeht am 20. September seinen 75. Geburtstag. Er studierte von 1962 bis 1965 an der Dresdner Musikhochschule, danach von 1967 bis 1969 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Eine musikwissenschaftliche Ausbildung erhielt er an der Berliner Humboldt-Universität. Seine Examensarbeit wurde aus ideologischen Gründen abgelehnt; Herchet verweigerte sich der Mitgliedschaft im Komponistenverband der DDR wegen dessen ideologischer Ausrichtung. Dennoch wurde er von 1970 bis 1974 Meisterschüler von Paul Dessau an der Akademie der Künste Berlin. Danach arbeitete der freischaffend als Komponist. Ab 1981 erhielt er Lehraufträge an der Dresdner Musikhochschule und an der Kirchenmusikschule Halle. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Herchet zum Professor für Komposition und Analyse an die Musikhochschule Dresden berufen, die er bis zu seiner Emeritierung wahrnahm. Herchets kompositorisches Werk ist sehr vielfältig. Er schrieb drei Opern, große Orchesterwerke, Kammermusik in verschiedensten Besetzungen, instrumentale Solowerke. Einen zentralen Platz in seinem Schaffen nehmen zwei Zyklen ein:  Das geistliche Jahr ist ein ökumenischer Kantatenzyklus der Kompositionen für jeden Sonntag und jeden kirchlichen Feiertag (evangelisch und katholisch) enthalten soll. Die Texte von Jörg Milbradt beziehen sich auf den Introituspsalm und die tagesbezogene Evangelienlesung. Hinsichtlich der Besetzung weisen die bisher vorliegenden über 30 Kantaten eine große Variationsbreite auf: vom kleinen Kammerensemble bis hin zu groß besetztem Orchester und fünf vokalen Ensembles. Herausragend sind die Pfingstkantate, das Weihnachtsoratorium und die Reformationskantate, die ihre Uraufführung in der Dresdner Frauenkirche erlebte. Texte von, um und über Jörg Herchet und seine Werke finden sich in drei gewichtigen Bänden, deren dritter zum 75. Geburtstag des Komponisten im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad erscheint. (Christfried Brödel)

(27.8.2018) Am 9. September 2018 findet in Deutschland, zeitgleich zum „Tag des offenen Denkmals“, der 8. Deutsche Orgeltag statt. In Kirchen, Konzertsälen, Orgelbauwerkstätten und Privathäusern überall in Deutschland werden Pfeifenorgeln erklingen und erklärt werden. Alle Informationen zum Orgeltag, der von der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands initiiert wurde: www.orgeltag.de (Foto: die Wiegleb-Orgel in St. Gumbertus, Ansbach)

(20.8.2018) Am 3. September feiert Hans Darmstadt (Foto: Rosenthal) seinen 75. Geburtstag. Er wurde 1943 in Halle/Saale geboren. In den fünfziger Jahren übersiedelte die Familie in die Bundesrepublik Deutschland, wo er Erziehungswissenschaften, Theologie und Kirchenmusik (A-Prüfung) studierte. 1967 übernahm Darmstadt seine erste Kirchenmusikerstelle in Griesheim bei Darmstadt. 1973 wechselte er als Nachfolger von Johannes Piersig nach Hamburg-Blankenese. 1994 trat er in Kassel St. Martin die Nachfolge von Klaus Martin Ziegler an, wo er bis zu seiner Emeritierung tätig war. Bis dahin nahm er auch nebenberuflich einen Lehrauftrag für Musiktheorie, Analyse und Komposition an der Musikhochschule Lübeck wahr. In Blankenese initiierte Hans Darmstadt die „Nordelbischen Wochen für Neue Musik und Theologie“, in Kassel setzte er die von Ziegler begründeten Wochen „neue musik in der kirche“ fort.   Darmstadt schrieb Werke für die kirchenmusikalische Praxis (Blankeneser Chorbuch), aber auch für professionelle Vokal- und Instrumentalsolisten und -ensembles. Herausragend ist seine Missa hebraica, in der hebräische Texte des Alten Testaments und deutsche Lyrik und Prosa des 20. Jahrhunderts die Grundlage für eine Messe mit den traditionellen Sätzen bilden. Gegenwärtig komponiert Hans Darmstadt eine Missa choraliter in adventu Domini Jesu Christi, in der die fünf Messsätze Choralmotetten zu Adventschorälen darstellen. Bei beiden genannten Werken wie auch anderen arbeitet Darmstadt mit Corinna Dahlgrün zusammen, von der die theologische Konzeption und die Textauswahl stammen.
Neben seinen Kompositionen veröffentlichte Hans Darmstadt tiefgründige Analysen zu Bachs Johannes-Passion, Matthäus-Passion und h-Moll Messe. (Christfried Brödel)

(3.8.2018) Bis zum 29. März 2019 können Komponisten beim International Composition Award for the Six Historic Organs of Mafra neue Orgelstücke einreichen. Dies kann in zwei Kategorien geschehen: 1. Originalwerk für die sechs historischen Orgeln der Basilika in der portugiesischen Stadt und 2. Bearbeitung eines bestehenden Werks für sechs Orgeln, alle Infos unter www.cm-mafra.pt/pt/municipio/premio-internacional-de-composicao-orgaos-do-palacio-nacional-de-mafra

(30.7.2018) In einem wohl einmaligen Vorgang wurde die Uraufführung eines Werks des Komponisten Robert M. Helmschrott in Ingolstadt abgesagt. Am 28. Juli sollte im dortigen Münster Salamu für Orgel, Schlagwerk, Trompete und Violine erstmals erklingen. In einem Interview mit dem Donau-Kurier hatte sich der Komponist kritisch zur Politik der CSU geäußert („Herr Söder wird, sofern er gewählt wird, bald einen ,neuen Nürnberger Parteitag‘ ausrufen … ,Beten hilft nicht mehr‘ meint, man muss handeln.“). Außerdem war die Verlesung eines Gedichts von Friedrich Ani angekündigt worden, in dem der Schriftsteller kritische Worte zur Flüchtlingspolitik von Bundesinnenminister Horst Seehofer findet, dessen Heimatstadt Ingolstadt ist. Daraufhin sagte Franz-Josef Paefgen, Vorsitzender des Vereins Freunde der Musik am Münster, nach Rücksprache mit Münsterpfarrer Bernhard Oswald die Uraufführung ab. Helmschrott protestierte am folgenden Sonntag zusammen mit einigen Mitstreitern öffentlich mit einem Transparent vor dem Münster (Foto).

Interview aus der „Süddeutschen Zeitung“ vom 30. Juli 2018

(25.7.2018) Bei Bärenreiter ist ein wertvolles Faksimile der Handschrift von Bachs „Weihnachts-Oratorium“ erschienen (€ 348,–). Gleich beim ersten Choreinsatz „verrät“ sich Bach, wie im Autograph zu sehen ist: Als Text unterlegte er zunächst die ursprüngliche, aus einer Glückwunschkantate stammende Fassung „Tönet ihr Pauken“, die er dann durchstrich und durch das berühmte „Jauchzet, frohlocket“ ersetzte. Das Autograph des Oratoriums zeigt auch an weiteren Stellen Spuren solcher Übernahmen. Andere Korrekturen lassen den Leser quasi dem Komponisten über die Schulter schauen, wie er eine Arie schrittweise in die heutige Form brachte und auch bei kleinen Rezitativen um ihre endgültige Fassung rang. Daneben finden sich Seiten in ebenmäßiger Reinschrift. Das Faksimile gibt das Autograph des „WO“ erstmals im hochwertigen Vierfarbdruck wieder. Der Bach-Spezialist Christoph Wolff führt in die Entstehung des Werkes und die Charakteristika der Handschrift ein. Martina Rebmann (Staatsbibliothek zu Berlin) beschreibt die weitere Geschichte des Autographs.

(13.7.2018) Zur Förderung der zeitgenössischen Orgelmusik schreibt die Stiftsmusik Stuttgart erstmals einen Kompositionswettbewerb für Orgel aus: Gesucht wird ein Werk für Orgel solo von maximal 10 Minuten Dauer, dem ein Cantus firmus freier Wahl zugrunde liegt. Der Preis ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert, die Entscheidung trifft eine unabhängige Jury. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2019. Die prämierten Werke werden am Samstag, 29. Juni 2019, im Rahmen des großen Stiftsmusikfests 2019 an der Mühleisen-Orgel (IV/P, 81) in der Stiftskirche Stuttgart uraufgeführt. Info: Stiftsmusik Stuttgart, Tel. 0711 / 2265581, kompositionspreis@stiftsmusik-stuttgart.de, www.stiftsmusik-stuttgart.de

(11.7.2018) Vom 11. bis 18. Juli 2020 findet in Auckland (Neuseeland) das 12. Weltsymposium für Chormusik statt. Es findet einmal in drei Jahren in einem unverwechselbaren und aufregenden Reiseziel statt und vereint die weltweit führenden Chöre, Dirigenten, Komponisten und Administratoren für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis, Seminare, Meisterkurse und Workshops. Info http://www.wscm2020.com/call-for-choirs-presenters/

(3.7.2018) Dominik Susteck, der Kölner Organist und Komponist der Kunst-Station Sankt Peter erhält den Schneider-Schott-Musikpreis der Stadt Mainz. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 14. September 2018 im Rahmen eines Konzertes an der Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg- Universität in Mainz verliehen. Die Begründung der Jury: „Mit dem Orgelvirtuosen Dominik Susteck erhält ein Interpret und Komponist den Schneider-Schott-Musikpreis, der seinem Instrument und dessen lebendiger Neu-Erfindung vielfältige und nachhaltige Impulse verleiht. Als Komponist und Organist an der Kunst-Station Sankt Peter Köln hat er dort ebenso durch Improvisationskonzerte auf sich aufmerksam gemacht wie durch seine konsequente Programmgestaltung auf dem Gebiet der zeitgenössischen Orgelmusik; dazu gehörten und gehören zahlreiche Uraufführungen. … Dominik Susteck hat die große spirituelle und künstlerische Tradition der Musica sacra neu interpretiert und mit vielfältigem Ertrag bereichert. Er öffnet uns die Ohren zu bisher ungehörten Erlebnissen und Erkenntnissen im Zusammenklang seines Instruments mit dem kirchlichen Raum.“

(1.7.2018) Der Allgemeine Cäcilien-Verband für Deutschland (ACV) unternimmt eine neue Initiative, um die Komposition neuer geistlicher und liturgischer Chormusik für Laienchöre zu fördern. Dazu haben der ACV, das Erzbistum Köln und die Hochschule für Musik und Tanz Köln vereinbart, eine Masterclass Chorkomposition einzurichten (Foto vom Vorjahr: Richard Mailänder). Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde im April unterzeichnet. Das Angebot zielt ebenso auf angehende wie auf bereits im Dienst befindliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker und will diese dazu befähigen, vokale Kompositionstechniken anzuwenden. Die Ausschreibung gilt bundesweit und ist überkonfessionell. Einschlägige Vorerfahrungen, insbesondere bereits vorhandene Kompositionen, sind Teilnahmevoraussetzung. Die Kooperation ist zunächst auf drei Jahre angelegt und startet im Herbst: vom 10. bis 12. September 2018 in der HfMT in Köln. Die künstlerische Leitung übernimmt zu Beginn mit der Komponist Enjott Schneider. Jeder der drei Kooperationspartner kann zwei Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer benennen. Die Masterclass verspricht also mit nur sechs aktiven Schülerinnen und Schülern eine wirklich intensive Förderung. Wer sich für das Angebot interessiert, kann sich unter anderem an den ACV (info@acv-deutschland.de) oder auch an Richard Mailänder, Kirchenmusikdirektor des Erzbistums Köln, wenden (richard.mailaender@erzbistum-koeln.de).

(5.6.2018) Auch 2019 gibt es wieder einen schönen Orgelkalender, der jetzt schon erhältlich ist. „Orgeln 2019“ aus dem St. Benno Verlag (ohne CD € 12,95, mit CD 19,85) zeigt großformatige Fotos von zwölf Orgeln aus Deutschland und Österreich, von Speyer bis Torgau, von Salzburg bis Ganderkesee bei Oldenburg. Auf der CD stellen namhafte Organisten ihre Instrumente mit kleinen Stücken vor.

(31.5.2018) Hans Christian Martin (* 1986) ist seit dem 1. Mai 2018 neuer Organist an der berühmten Hildebrandt-Orgel von 1746 in der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg (Saale) und damit Nachfolger von Wenzelsorganist David Franke, der zum Sommersemester 2018 eine Professur für Orgel und Orgelimprovisation, verbunden mit der Leitung des Instituts für Kirchenmusik an der Hochschule, für Musik Freiburg angetreten hat. Martin studierte von 2006 bis 2014 in Dresden und Weimar Kirchenmusik. Von 2010 bis Anfang 2017 war er Kantor der Weimarer Jakobskirche und Titularorganist an der Schlosskirche Ettersburg bei Weimar. Seit dem Wintersemester 2013 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. (Foto: Alexander Stingl)

(25.5.2018) Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ vom 17. bis 24. Mai 2018 in Lübeck wurde auch in der Kategorie Orgel ausgetragen. 46 junge Organisten und Organistinnen hatten sich dafür qualifiziert. In fünf Altersklassen spielten sie um die beste Bewertung. Sechs von ihnen erreichten die Höchstpunktzahl 25 Punkte: Junhui Oskar Liao (Leverkusen),  Thorsten Grasmück (Walsheim), Adrian Brech (Dudenhofen), Jan-Aurel Dawidiuk (Hannover), Ludwig Orel (Herzogenaurach) und Bernhard Herzog (Weimar). Weitere acht Musiker erhielten einen 1. Preis mit 24 Punkten, darunter auch Christoph Philipp Preiß aus Tegernheim (Foto: Jugend musiziert / Markus Kaesler) – Alle Ergebnisse

(28.5.2018) KMD Ulrich Hirtzbruch (* 1958) ist neuer Stellvertretender Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen in Herford. Dort erwarb er die B- und A-Qualifikation, bevor er 1987 als Kirchenmusiker nach Gronau/Westf. ging. Aus seinem Wirken als Kantor und Kreiskantor gingen die von ihm 1992 und 1995 neu gegründeten Chöre Gronauer Vokalensemble und „Soulful Swinging Singers“ hervor. Nach der künstlerischen Ausbildung im Orgelliteraturspiel an der Saxion Hogeschool in Enschede legte er 1996 das Konzertexamen ab. 2005 bis 2018 war er Landeskirchenmusikdirektor der Ev. Kirche von Westfalen, ehe er 2008 zum Professor an die Herforder Hochschuleberufen wurde. Hirtzbruch legt die Schwerpunkte seiner künstlerischen Tätigkeit auf die Vermittlung von Musik und auf die Förderung stilistischer Vielfalt, die von der Alten Musik bis hin zur kirchlichen Popularmusik reicht.

Dieter Schnebel 2003 (Foto: Peter Andersen)

(22.5.2018) Der Komponist Dieter Schnebel ist am Pfingstsonntag im Alter von 88 Jahren in Berlin gestorben. Kunst und Welt, Musik und Alltag, das waren für den im badischen Lahr geborenen Komponisten, Pfarrer, Musikwissenschaftler und Pädagogen keine Gegensätze. Oft brach er mit tradierten Hörerwartungen. So wurde bei ihm die menschliche Stimme vielfach zum entfesselten Organ. Alle Möglichkeiten der Lauthervorbringung waren erlaubt. Außerdem spielte die Gestik der Interpreten eine immer größere Rolle in Schnebels Kunst: Die frontale Konzertsituation wurde gesprengt. Musiker begannen, sich im Raum zu bewegen, Konzertanfang und Konzertende waren als solche nicht mehr zu erkennen. „Die Musik, die einmal ihre zeitliche und räumliche Umgebung einließ, die Töne und Geräusche des Alltags, geht auf die Straße und endet, wer weiß wo.“ Ein besonderes Anliegen war dem gelernten Theologen zeitlebens die Kirchenmusik. Tonkunst, das war für Schnebel stets auch ein ethisches Konzept, eine mögliche Verbindung von Innen- und Außenwelt, Individuum und Gesellschaft – und damit auch eine universelle Idee von den Möglichkeiten des Menschseins. (Ein ausführlicher Nachruf folgt in MuK 4/2018)

(4.5.2018) Die Orgelabteilungen der Hochschulen in Birmingham und Leipzig beginnen eine Kooperation. Henry Fairs, Professor für Orgel am Royal Birmingham Conservatoire of Music und Martin Schmeding, Orgelprofessor an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig, werden im Rahmen wechselseitiger Gastprofessuren regelmäßig mit den Studierenden beider Orgelabteilungen arbeiten. Im April wurde Fairs während seines Konzertes im Großen Saal der HMT Leipzig die Ernennungsurkunde durch Rektor Martin Kürschner überreicht. Martin Schmeding erhielt das Dokument im Rahmen seiner Antrittsvorlesung im Mai durch Rektor Prof. Julian Lloyd Webber. Diese Kooperation bringt Tradition und Bedeutung der Orgelausbildung in beiden Städten zum Ausdruck. – (Martin Schmeding (rechts) mit dem Birminghamer Rektor  Julian Lloyd Weber.

(2.5.2018) Der Bärenreiter-Verlag erweitert sein Angebot im Bereich der Chormusik. Bei großen oratorischen Chorwerken, die auf dem Urtext der Gesamtausgaben basieren, bietet der Kasseler Musikverlag als Alternative zu den repräsentativen Leinenbänden nun auch preiswertere broschierte Dirigierpartituren an. Am Beginn der Reihe, die nach und nach fortgesetzt wird, stehen Mozarts Requiem (BA 4538-02, € 38,95) und Händel „Messias“ (BA 4012-02, € 89,–). Auch Haydns „Missa in Angustiis“ („Nelsonmesse“) ist nun in dieser Form erhältlich (BA 4660-02, € 49,95). Ebenfalls neu bei Bärenreiter sind Chorpartituren zu viel gespielten und gesungenen Chorwerken. In den letzten Wochen sind erschienen: das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (BA 9071-91, € 8,95), die „Messe de Requiem“ von Gabriel Fauré (BA 9461-91, € 4,95) und die „Petite Messe solennelle“ von Gioacchino Rossini (BA 10501-91, € 7,95). In Zukunft wird es zu allen Neueditionen mit Chor-Orchester-Werken solche Chorpartituren geben.

(24.4.2018) Der 11. Internationale Mikael-Tariverdiev-Orgelwettbewerb findet vom 3. bis 9. September 2019 in Kaliningrad (Königsberg, Russland) statt. Die Vorausscheidung (Runde 1) wird in Lawrence, Kansas (USA, 4. bis 6. April 2019), in Hamburg (13. bis 18. Mai 2019), Moskau (28. bis 31. August 2019) durchgeführt. Jeder Teilnehmer kann den Ort seiner Teilnahme an der Vorausscheidung selbst wählen. Am Wettbewerb können alle Organisten teilnehmen, die nach dem 31. Dezember 1984 geboren wurden. Vorsitzender der Jury ist Christophe Mantoux. Alle weiteren Informationen: www.organcompetition.ru (Foto: Schuke-Orgel im Dom von Königsberg)

(22.3.2018) Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig 2018 geht an den Amerikaner Robert Levin, einen der vielseitigsten und weltweit gefragtesten Pianisten unserer Zeit. Für seine preisgekrönten Einspielungen der Klavierliteratur von Bach über Beethoven bis Brahms verwendete Levin stets die angemessenen historischen Tasteninstrumente der Zeit. In seinem Spiel gehen künstlerische Gestaltungskraft und umfassende historische Kenntnisse eine vollkommene Synthese ein. Neben seiner reichen Konzerttätigkeit ist Levin auch als Wissenschaftler tätig. So bearbeitete und ergänzte er zahlreiche historische Kompositionen, darunter Mozarts Requiem. Die Auszeichnung wird im Rahmen des Bachfestes Leipzig 2018 am 14. Juni überreicht. (Foto: BAch Leipzig / Clive Barda)

(20.3.2018) – Die Komponisten Otto Wanke und Patrick Walliser haben beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd den 14. Kompositionswettbewerb Zeitgenössische Geistliche Musik der Stadt Schwäbisch Gmünd gewonnen. Zum Festivalthema 2018 „Mit allen Sinnen“ sollte eine Komposition für gemischten Chor geschaffen werden, die sich auf die Bibelverse Prediger 9, 7–10 bezieht. Die Jury zeichnete ihre Kompositionen für Chor a cappella zum Festivalthema „Mit allen Sinnen“ aus. Der zweigeteilte Preis prämiert das Werk „…durch…“ von Otto Wanke mit 1.500 Euro. „Hymne“ von Patrick Walliser (Berlin) wird mit 500 Euro geehrt. Die Komposition „…durch…“ von Otto Wanke wird am 13. Juli 2018 im ökumenischen Eröffnungsgottesdienst des Festivals im Heilig-Kreuz-Münster Schwäbisch Gmünd vom Kammerchor „figure humaine“ uraufgeführt. Otto Wanke, 1989 in Tschechien geboren, studierte Jazzkomposition am Konservatorium in Prag und klassische Komposition sowie mediale und elektroakustische Komposition an der Musikuniversität Wien. Parallel zum Studium in Wien war er als Dirigent und Tonmeister tätig. Patrick Walliser, 1951 in Aberdeen geboren, absolvierte sein Dirigierstudium an der Hochschule der Künste Berlin. Bis 1992 war er an den Kieler Bühnen, am Theater Ulm und an der Deutschen Oper Berlin tätig. Im Anschluss wurde Walliser Professor für Partitur- und Klavierauszugspiel an der Universität der Künste Berlin. – www.kirchenmusik-festival.de

(20.3.2018) Das Bach-Archiv Leipzig schenkt Johann Sebastian Bach zum 333. Geburtstag eine multimediale Online-Plattform. Die Seite jsbach.de versteht sich als digitaler Reiseführer, der den Einstieg in Bachs Welt auf verschiedenen Wissensebenen ermöglicht. Mittels historischer Quellen und audiovisueller Medien informiert die Plattform kurzweilig und mit verschiedenen Medien auf der Basis der aktuellen Bach-Forschung. Die Seite entstand in Kooperation mit der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen sowie Deutschlandfunk Kultur und wird kontinuierlich von der Forschungsabteilung des Bach-Archivs Leipzig weiterentwickelt. In den kommenden Jahren wird jsbach.de systematisch ausgebaut. Geplant sind neue Module, die beispielsweise anhand historischer Zeichnungen und Kupferstiche Bach-Orte wie Leipzig oder Köthen lebendig werden lassen. Auch eine virtuelle Ausstellung zu Bachs Instrumentarium ist in Planung. Zudem wird die Seite auf Englisch, Japanisch, Russisch und Spanisch verfügbar sein.

(14.3.2018) Die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (BDC) hat einen neuen Präsidenten und Vizepräsidenten. Bei der Sitzung des Präsidiums am 9. März 2018 wählten die bundesweit agierenden Chorverbände, die sich in der BDC zusammengeschlossen haben, Christian Finke (Foto) als Nachfolger von Hans Jaskulsky und Matthias Balzer an die Spitze ihres Dachverbandes. Christian Finke ist Kantor in Berlin-Steglitz und steht als Präsident dem Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (CEK) vor. Matthias Balzer ist Referent für Kirchenmusik in der Diözese Trier und leitet die dortige Bischöfliche Kirchenmusikschule. Seit 2007 ist er Präsident des Deutschen Chorverbandes Pueri Cantores und seit 2017 Vizepräsident der weltweiten Foederatio Internationalis Pueri Cantores (FIPC). Die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände ist die übergreifende Dachorganisation von sieben kirchlichen und weltlichen, bundesweit tätigen Chorverbänden mit rund 850.000 aktiven Sängerinnen und Sängern in 40.000 Chören.

(8.3.2018) In der Karl-Marx-Straße 145 in Berlin-Neukölln, unmittelbar beim Heimathafen Neukölln, entsteht das Deutsche Chorzentrum des Deutschen Chorverbandes und damit ein neuer Ort des Austauschs und der Vernetzung für die lebendige Chor- und Vokalmusikszene. Die Baugenehmigung wurde am 7. März an den neuen Präsidenten des DCV, Christian Wulff, und DCV-Vizepräsidentin Petra Merkel überreicht. Neben dem Deutschen Chorverband wird im Deutschen Chorzentrum der Chorverband Berlin mit den Büros der hauptamtlich tätigen Mitarbeiter, seiner Bibliothek und einem Musikarchiv ansässig werden. Auch die „neue musikzeitung“ wird im Deutschen Chorzentrum ihr Hauptstadtbüro beziehen. Darüber hinaus wird eine musikalische Kita mit 70 Plätzen zukünftig das Haus mit Leben füllen. Finanziert wird das Zentrum durch Eigenmittel von rund 1 Million Euro aus dem DCV, weiterhin durch 2,1 Millionen Euro aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und durch 645.000 Euro der Lotto-Stiftung Berlin. Der verbleibende Bedarf von 3,1 Millionen Euro wird über Darlehen bereitgestellt, die in den kommenden Jahren aus den Mieteinnahmen zurückgezahlt werden. Im April 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen und im Herbst 2019 beendet sein.

(28.2.2018) Das Informationsportal „Musik und Integration“ (http://integration.miz.org) des Deutschen Musikrats führt erstmals umfassende Informationen zu musikalischen Flüchtlingsprojekten bundesweit zusammen und bietet Akteuren und Veranstaltern wertvolle Hilfestellungen sowie Möglichkeiten der Recherche, des Austauschs und der Vernetzung. Dort erzählen Porträts und Interviews die Geschichten unterschiedlicher Projekte aus ganz Deutschland. Wissenschaftliche Fachbeiträge liefern Informationen zur Fortbildung oder zu jüngsten Tendenzen der Projektpraxis und -förderung. Konkrete Hilfe gibt eine umfangreiche FAQ-Seite, die das MIZ gemeinsam mit dem Landesmusikrat NRW entwickelt hat und die Akteure des Musiklebens dabei unterstützt, ihre Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Die Themen reichen von Fragen der Projektkonzeption und Kommunikation bis hin zu Aspekten der Qualifizierung und Weiterbildung. Ein geschütztes Forum steht speziell für den Austausch zur Verfügung. (Foto: Tobias Döhner)

(27.2.2018) Christian Wulff ist neuer Präsident des Deutschen Chorverbands (DCV). Der ehemalige Bundespräsident (Juni 2010–Februar 2012) wurde am 24. Februar von der Mitgliederversammlung des DCV ohne Gegenstimmen für die nächsten vier Jahre an die Spitze des Präsidiums gewählt. Wulff (Foto links) tritt damit die Nachfolge des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Henning Scherf (Foto rechts) an, der den Verband seit 2005 geführt hat. Unter dem Dach des Deutschen Chorverbands (DCV) sind die Deutsche Chorjugend und 21 Mitgliedsverbände mit über einer Million singenden und fördernden Mitgliedern in rund 15.500 Chören organisiert. Zu den vom DCV regelmäßig organisierten und getragenen Projekten zählen das Deutsche Chorfest, die chor.com, das Hauptstadtfestival Chor@Berlin, die Initiative zum Singen in Kindertagesstätten und Kindergärten „Die Carusos“, der Deutsche Jugendkammerchor sowie das Magazin „Chorzeit“. Neben Christian Wulff wurden in das DCV-Präsidium gewählt: Claus-Peter Blaschke, Petra Merkel, Jörg Schmidt (VizepräsidentInnen), Reiner Schomburg (Vizepräsident Finanzen), Marcel Dreiling (Musikbeauftragter des DCV), Josef Offele, Hans A. Frambach (Beisitzer mit Fachaufgaben). Daneben gehören Regina van Dinther (Vertreterin der Länderversammlung), Bernhard Schmidt (Musik-Vertreter der Länderversammlung) und Kai Habermehl (Vertreter der Deutschen Chorjugend) dem Präsidium an. (Foto: Joanna Scheffel)

(26.2.2018) Am 4. März 2018 startet mit dem Kantatengottesdienst in der Meininger Stadtkirche (Foto) ein großes Chorprojekt mit bislang wenig bekannten Passionskantaten des Rudolstädter Hofkomponisten Georg Gebel (1709–1753). Kirchenmusiker der Propstei Meiningen-Suhl werden von März bis November insgesamt sechs Kantaten Gebels an verschiedenen Orten in Thüringen aufführen. Die Handschriften der Stücke lagern seit vielen Jahren im Thüringer Staatsarchiv in Rudolstadt. Mithilfe des Musikwissenschaftlers Maik Richter ist dem Zentrum für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland jetzt eine Neuedition von insgesamt zwölf Kantaten des Rudolstädter Komponisten gelungen. Bis auf wenige größere Werke wie die Johannes-Passion oder das Weihnachtsoratorium von Georg Gebel sind bisher nur wenige Einzelwerke in moderner, heute lesbarer Schreibweise herausgegeben worden. Weitere Kantatenaufführungen sind an folgenden Daten geplant: am 11. März in Rudolstadt unter der Leitung von Katja Bettenhausen, am 18. März in Bad Blankenburg, am 18. November in Arnstadt sowie am 25. November in Sonneberg. Für 2019 ist die Aufführung von sechs weiteren Passionskantaten vorgesehen.

(22.2.2018) Unter dem Namen Vox Organi hebt sich für ein neues Orgelfestival in Südniedersachsen der Vorhang. Vonm 15. April bis zum 10. Juni 2018 werden in Kirchen zwischen Göttingen, Bad Gandesheim, Höxter und Bad Harzburg erstklassige Organisten aus dem In- und Ausland zu hören sein. Die Programme werden teilweise durch Vokal- und Instrumentalmusik ergänzt. Concerto Gandersheim e. V. hat sich als Träger von „Vox Organi“ zum Ziel gesetzt, die teilweise wenig bekannten Kirchen Südniedersachens mit ihren historischen Orgeln und damit die Orgel- und Kirchenmusik allgemein einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die künstlerische Leitung haben Kirchenmusikdirektor Friedhelm Flamme (Dassel) und Martin Heubach, Intendant der Gandersheimer Dommusiken. – www.voxorgani.org (Foto: Die Johann-Patroclus-Möller-Orgel  von 1738 in der Abteikirche Marienmünster)

(14.2.2018) Ab dem Jahr 2019 wird Hannover die neue Heimat der chor.com, des alle zwei Jahre vom Deutschen Chorverband ausgerichteten Branchentreffs der Vokalmusikszene. Die chor.com findet vom 12. bis zum 15. September 2019 statt und bietet mehr als 200 einzelne Veranstaltungen mit 180 beteiligten Dozenten und Dozentinnen, über 25 mitwirkenden Chören und Ensembles und rund 100 Ausstellern aus ganz Europa – mit einem Themenspektrum, das sich von Historischer Aufführungspraxis über die Erarbeitung neuer dramaturgischer Formate bis hin zur Entwicklung von Konzepten für das Singen und Musizieren mit Geflüchteten erstreckt. Zentraler Veranstaltungsort für die chor.chom-Workshops und das Forum wird das Hannover Congress Centrum (HCC), die rund 30 Konzerte finden vor allem in den Kirchen, Konzertsälen und Clubs der hannoverschen City statt. (Foto von der chor.com 2017: Rainer Engel)

(29.1.2018) Vom 31. Juli bis 3. August 2018 leitet Ansgar Wallenhorst (Foto), Kantor und künstlerischer Leiter an St. Peter und Paul in Ratingen, beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd einen Meisterkurs Orgelimprovisation. Eine aktive oder passive Teilnahme am Meisterkurs ist möglich. Ausschreibung und weitere Informationen zur Anmeldung unter www.kirchenmusik-festival.de oder im Kulturbüro Schwäbisch Gmünd: kulturbuero@schwaebisch-gmuend.de.

(16.1.2018) Mit Beginn des Jahrgangs 2018 hat sich der Herausgeberkreis von „Musik & Kirche“ erweitert. Die Redaktion begrüßt drei neue Mitglieder:

Julia Koll (* 1975, Foto oben) ist seit 2014 Studienleiterin für Theologie und Ethik an der Ev. Akademie Loccum; Pastorin und Privatdozentin für Praktische Theologie an der Georg-August-Universität Göttingen und Mitglied der Liturgischen Konferenz in der EKD sowie des Theologischen Ausschusses des Ev. Posaunendienstes in Deutschland.

Anja Liske-Moritz (Foto Mitte) ist seit 2011 Kreiskantorin des ev. Kirchenkreises Oderbruch, seit 2014 Kreiskantorin des ev. Kirchenkreises Oderland – Spree und stellvertretende Leiterin des kirchenmusikalischen Ausbildungszentrums der EKBO in Dahme/Mark sowie stellvertretendes Mitglied im Kuratorium für Kirchenmusik der EKBO.

Carsten Zündorf (* 1968, Foto unten) ist seit 2006 Kirchenmusikdirektor an St. Marien in Osnabrück und lehrbeauftragter für Orgel an der Universität Osnabrück.

Weitere Informationen unter „Die Zeitschrift – Redaktion und Herausgeber“

(15.1.2018) Der Gregorianik-Experte Godehard Joppich erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2018. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt ihn mit dieser Auszeichnung für seine großen Verdienste um die Forschung, Lehre und Praxis des Gregorianischen Chorals. Godehard Joppich (* 1932) steht seit vielen Jahrzehnten mit charismatischer Überzeugungskraft für das Choralsingen als Verkündigung – als Form des Gebets in musikalischer Gestalt. Als Mitverfasser der deutschen Antiphonale von Münsterschwarzach und der Antiphonale zum Stundengebet widmet er sich seit 1963 intensiv der Entwicklung des deutschsprachigen Gregorianischen Chorals nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Er leistete Pionierarbeit bei der Erforschung des Gebiets der Semiologie und gilt in Europa als einer der bedeutendsten Erforscher und Interpreten des Gregorianischen Chorals. Joppich war Benediktinermönch in der Abtei Münsterschwarzach, wo er von 1970 bis 1989 als erster Kantor wirkte und später, im Jahr 1990, ausschied. Neben seiner Dozenten- und Referententätigkeit lehrte er von 1973 bis 1980 Gregorianischen Choral und Liturgik an der Musikhochschule München. 1980 bis 1993 wirkte er als erster hauptamtlicher Professor für Gregorianik an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Zeitgleich engagierte er sich in der „Internationalen Gesellschaft für Studien des Gregorianischen Chorals“ und war von 1980 bis 1984 Dozent bei den europaweit gefragten Choralkursen in Cremona (Italien). Die Auszeichnung wird Joppich am 18. Juli 2018 im Rahmen des Festivals Europäische Kirchenmusik verliehen.

(14.1.2018) Mitte Januar wurde der Bachpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden augetragen. Die Gewinner sind: 1. Preis (Bachpreis): Adriaan Hoek (Niederlande) 2. Preis: Marco Amherd (Schweiz) 3. Preis: Liubov Nosova (Russland). Der Publikumspreis ging ebenfalls an Adriaan Hoek. Der Wettbewerb wird seit 1977 an den beiden Orgeln der Lutherkiche Wiesbaden (Walcker 1911 , Klais 1978) von der J. S. Bach-Gesellschaft Wiesbaden im im Rahmen der Wiesbadener Bachwochen durchgeführt. – Foto v. l. n. r.: Juror Carsten Wiebusch, Martin Lutz,  Juror Martin Schmeding, 1. Preisträger Adriaan Hoek, Juroren Christian Schmitt und Gerhard Gnann, 2. Preisträger Marco Amherd, Vorsitzender der Bach-Gesellschaft Wiesbaden Volker von Franque, 3. Preisträgerin Liubov Nosova (RUS), Kulturdezernent Axel Imholz.

(12.1.2018) Mit dem 1. März 2018 beendet KMD Gunther Martin Göttsche seinen fünfjährigen Auslandsdienst als Kirchenmusiker der Evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem. Sein Nachfolger wird Hartmut Rohmeyer (Foto: Capella de la Torre) vormals Lübecker Domkantor.